Examensarbeit, 2005
188 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Herleitung der Arbeit
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Gliederung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlagen der Thermoregulation
2.1.1 Homoiothermie
2.1.2 Körpertemperatur
2.1.3 Temperaturmessort
2.1.4 Wärmebildung und Wärmeabgabe
2.1.5 Temperaturregulation und Umgebungstemperatur
2.1.6 Exkurs Aufwärmen
2.2 Grundlagen der Ausdauer
2.2.1 Einteilung der Ausdauer
2.2.2 Lokale Ausdauer - allgemeine Ausdauer
2.3 Energiebereitstellung und Energiestoffwechsel
2.3.1 Grundlagen des Energiebedarfs und Energietransports
2.3.2 Aerobe – anaerobe Energiebereitstellung
2.4 Laktat
2.4.1 Laktatbildung und –elimination
2.4.2 Laktatverhalten
2.5 Herzfrequenz
2.6 Leistungsdiagnostisches- Verfahren
2.7 Laufbandergometrie
2.8 Borgskala
2.9 Forschungsstand
2.9.1 Exkurs Kältekammer
2.9.2 Literaturbeiträge Kälte und Sport
3 Hypothesen
4. Methodik
4.1 Probanden
4.2. Untersuchungsablauf
4.2.1 Stufentest (Untersuchung 1)
4.2.2 Ausdauertest (Untersuchung 2)
4.2.3 Vergleichsuntersuchung (zu Untersuchung 1 und 2)
4.3 Apparaturenbesprechung
4.3.1 Laufbandergometer
4.3.2 Herzfrequenzmessung
4.3.3 Laktat
4.3.4 Temperatur
4.3.5 Kühlweste – Ice Jacket
4.4 Statistik
4.4.1 Mittelwert
4.4.2 Mittelwertsvergleich
4.4.3 Maße für die Streuung
4.4.4 Normalverteilung
4.4.5 Hypothesenbildung und Signifikanzprüfung
4.4.6 Korrelation
5 Ergebnisdarstellung
5.1 Körperkerntemperatur
5.1.1 Körperkerntemperatur im Stufentest ohne Kälteweste
5.1.2 Körperkerntemperatur im Stufentest mit Kälteweste
5.1.3 Körperkerntemperatur im Vergleich Stufentest ohne und mit Kälteapplikation
5.1.4 Körperkerntemperatur im Ausdauertest ohne Kälteweste
5.1.5 Körperkerntemperatur im Ausdauertest mit Kälteweste
5.1.6 Körperkerntemperatur im Vergleich Ausdauertest ohne und mit Kälteweste
5.2 Laktatwert
5.2.1 Laktatwert im Stufentest ohne Kälteweste
5.2.2 Laktatwert im Stufentest mit Kälteweste
5.2.3 Laktatwert im Vergleich Stufentest ohne und mit Kälteweste
5.2.4 Laktatwert im Ausdauertest ohne Kälte
5.2.5 Laktatwert im Ausdauertest mit Kälte
5.2.6 Laktatwert im Vergleich Ausdauertest ohne und mit Kälteweste
5.3 Herzfrequenz
5.3.1 Herzfrequenz im Stufentest ohne Kälteweste
5.3.2 Herzfrequenz im Stufentest mit Kälteweste
5.3.3 Herzfrequenz im Vergleich Stufentest ohne und mit Kälteweste
5.3.4 Herzfrequenz im Ausdauertest ohne Kälteweste
5.3.5 Herzfrequenz im Ausdauertest mit Kälteweste
5.3.6 Herzfrequenz im Vergleich: Ausdauertest ohne und mit Kälteweste
5.4 Befindlichkeit
5.4.1 Befindlichkeit (RPE) im Stufentest ohne und mit Kälteweste
5.4.2 Befindlichkeit im Ausdauertest ohne und mit Kälteweste
5.5 Zusammenhangsanalysen (Korrelation nach Pearson)
5.5.1 Laktat – Sport in Std. / Woche
5.5.2 Laktat – Abbruchzeitpunkte der Stufentests
5.5.3 RPE - HF im Stufentest
6 Diskussion der Hypothesen und Ergebnisse
7 Methodenkritik
8 Ausblick
9 Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer lokalen Kälteapplikation mittels Kühlweste auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von Läufern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob durch eine Kühlung der Körperkerntemperaturanstieg verzögert und somit die Leistungsfähigkeit sowie physiologische Parameter wie Laktat und Herzfrequenz positiv beeinflusst werden können.
1.1 Herleitung der Arbeit
In allen Bereichen des Sports - vom Breiten- bis zum Hochleistungssektor - besteht ein großes Interesse an den physiologischen Mechanismen, die eine Optimierung der körperlichen Leistungsfähigkeit bewirken können. So ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Methoden erforscht wurden, um hier eine Steigerung zu erzielen oder um mögliche Schäden abzuwenden. Mentale Vorbereitung, Dehnübungen und vor allem das Warming-Up gehören zu dem gängigen Repertoire eines Sportlers während des Trainings und vor einem sportlichen Wettkampf. Über viele Jahre wurde beispielsweise die wissenschaftliche Meinung vertreten, dass eine Erhöhung der Körperkerntemperatur auf 38,5°C (vgl. Israel, 1977, S. 386) die Stoffwechselvorgänge im Hinblick auf eine motorische Leistung optimiere. Mit sportartspezifischen Aufwärmprogrammen strebte man diese Zieltemperatur an.
In jüngeren Jahren fand eine zunehmend kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema statt. Neuere Untersuchungen zur Thermoregulation und -adaption führten zu der Aussage, dass vor allem Ausdauerleistungen eher durch niedrigere Körpertemperaturen begünstigt werden (vgl. Brück, 1987, S.15). Bei körperlicher Arbeit steigt der Energieumsatz in Abhängigkeit von der Arbeitsweise an. Mehr als 70% der dabei entstehenden Energie wird in Wärme umgewandelt, die nach Außen abgeleitet werden muss, um eine Leistungsminderung durch eine zu hohe Kerntemperatur zu verhindern (vgl. de Marées, 2003, S. 552). Dem Organismus stehen somit maximal 30% der erzeugten Energie für die eigentliche sportliche Beanspruchung zur Verfügung. Laut Marino (2004) ist es „klar erwiesen, dass sportliche Leistung bei Hitze vorzeitig beendet wird“.
1 Einleitung: Beschreibt die Herleitung des Themas, die Zielsetzung der Untersuchung sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die physiologischen Hintergründe der Thermoregulation, Ausdauer, des Energiestoffwechsels, Laktatverhaltens und der Herzfrequenz sowie bestehende Leistungsdiagnostik-Verfahren.
3 Hypothesen: Formuliert die zentralen Arbeitshypothesen bezüglich des Einflusses der Kühlweste auf Körpertemperatur, Laktat, Herzfrequenz und Befindlichkeit.
4. Methodik: Beschreibt das Untersuchungsdesign, die Probandengruppe sowie die eingesetzten Messinstrumente (Laufbandergometer, Pulsuhr, Laktatmessung, Ohrthermometer, Kühlweste).
5 Ergebnisdarstellung: Präsentiert die erhobenen Daten aus den Stufen- und Ausdauertests deskriptiv und statistisch unter Berücksichtigung von Mittelwertvergleichen und Korrelationen.
6 Diskussion der Hypothesen und Ergebnisse: Interpretiert die Untersuchungsergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen und vergleicht sie mit existierender Fachliteratur.
7 Methodenkritik: Reflektiert kritisch den methodischen Ablauf und die organisatorischen Rahmenbedingungen der eigenen Untersuchung.
8 Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze und die praktische Anwendung der Kälteapplikation.
9 Literatur: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Internetadressen auf.
Kälteapplikation, Kühlweste, Ausdauerleistungsfähigkeit, Körperkerntemperatur, Laktat, Herzfrequenz, Thermoregulation, Precooling, Stufentest, Ausdauertest, Laufbandergometrie, Borgskala, Leistungsdiagnostik, Sportphysiologie, Stoffwechsel.
Die Hausarbeit untersucht, ob das Tragen einer speziellen Kühlweste (Precooling) einen positiven Einfluss auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von Sportlern auf dem Laufband hat.
Die zentralen Felder sind die Physiologie der Thermoregulation, der menschliche Energiestoffwechsel, die Auswirkungen von Kälteanwendung auf sportliche Leistung sowie die Methoden der Leistungsdiagnostik.
Das Ziel ist zu prüfen, ob die Kühlung durch eine Weste den Anstieg der Körperkerntemperatur verzögert und somit physiologische Parameter wie Laktat und Herzfrequenz sowie die subjektive Befindlichkeit positiv beeinflusst.
Es werden empirische Belastungstests (Stufentest und 60-minütiger Ausdauertest) auf dem Laufband durchgeführt. Die Daten werden mittels deskriptiver Statistik, T-Tests für gepaarte Stichproben, Wilcoxon-Tests und Korrelationsanalysen nach Pearson ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Methodik und die detaillierte Ergebnisdarstellung und Diskussion der physiologischen Parameter unter Belastung mit und ohne Kühlweste.
Die wichtigsten Begriffe sind Kälteapplikation, Ausdauerleistungsfähigkeit, Laktat, Herzfrequenz, Körperkerntemperatur, Precooling und Leistungsdiagnostik.
Andere Kühlmethoden wie Eisbäder oder Kältekammern erwiesen sich in der praktischen Anwendung oft als unkomfortabel. Die Kühlweste wurde als praxistaugliche Alternative gewählt.
Die Autorin stellt fest, dass eine Leistungssteigerung durch die Weste nicht zwangsläufig über eine Senkung der Kerntemperatur erfolgt, sondern dass eine erniedrigte Hauttemperatur positive Effekte auf Laktat und Herzfrequenz haben kann, wenngleich das subjektive Befinden negativ beeinflusst werden kann.
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