Masterarbeit, 2019
141 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Inkontinenz und Beckenbodendysfunktionen
2.2 Prävalenz
2.3 Anatomie und Physiologie
2.4 Pathogenese und Risikofaktoren
2.4.1 Körperliche Auswirkungen
2.4.2 Psychische Auswirkungen
2.5 Therapie
2.5.1 Übersicht verschiedener Therapiemöglichkeiten
2.5.2 Training der Beckenbodenmuskulatur
2.5.3 Feedback
2.5.4 Elektrische Stimulation
3 Darstellung der empirischen Untersuchung
3.1 Pilotstudienkonzeption
3.2 Probandinnen
3.2.1 Interventionsgruppe
3.2.2 Kontrollgruppe
3.3 Untersuchungsgeräte
3.3.1 Biofeedback
3.3.2 Modifiziertes Elektromyostimulations-Training
3.4 Erhebungsinstrumente
3.4.1 Soziodemographischer Fragebogen
3.4.2 International Consultation on Incontinence Questionnaires (ICIQ)
3.4.3 Bewertung der Intervention
3.5 Experimenteller Ablauf
4 Ergebnisse
4.1 Interventionsgruppe
4.1.1 Adhärenz
4.1.2 ICIQ-UI SF
4.1.3 ICIQ-FLUTS
4.1.4 Bewertung der Intervention
4.2 Kontrollgruppe
4.2.1 Adhärenz
4.2.2 ICIQ-FLUTS
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Vergleich mit Studienlage
5.3 Limitationen
5.4 Ausblick
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen einer Pilotstudie die Auswirkungen eines gerätegestützten Trainings der Beckenbodenmuskulatur auf subjektiv wahrgenommene Symptome des unteren Harntrakts bei weiblichen Probandinnen. Im Fokus steht dabei die Kombination aus biofeedbackgestütztem Training und Elektromyostimulation (EMS), um eine wirksame und intim-schonende Therapieoption zu evaluieren.
2.4.1 Körperliche Auswirkungen
Der gesamte Beckenboden sieht sich täglich diversen Kräften unterschiedlicher Stärke ausgesetzt. Einige dieser Kräfte, wie z. B. die Schwerkraft, wirken dauerhaft auf den Beckenboden. Andere, wie der bereits beschriebene intraabdominelle Druck, sind variable, dynamische Einwirkungen mit einzelnen Phasen hoher Belastungsspitzen. Bestimmte alltägliche oder sportliche Aktivitäten können weitere Belastungsspitzen erzeugen. Zu diesen Aktivitäten zählen z. B. Sprung- und Landebelastungen, wie auch die täglichen Toilettengänge (Tittel, 2009).
Dadurch kann in Bezug auf die Konstitution des Beckenbodens geschlossen werden, dass der Beckenboden physiologisch in der Lage sein muss, den statisch und dynamisch einwirkenden Kräften über den gesamten Tag standzuhalten. Verliert er diese Funktion, kann es primär zum unfreiwilligen Verlust von Harn und Stuhl (Inkontinenz), einer erhöhten Miktionsfrequenz oder anderen Störungen des Miktionsverhaltens kommen, wie auch zu einer Absenkung der Beckenorgane oder unspezifischen Beckenschmerzen (Goeschen & Petros, 2009). Auch sexuelle Empfindungsstörungen werden zu den möglichen Folgen gezählt (Schneider-Affeld, 2014). Einzelne Beckenbodendysfunktionen können unterschiedliche Ursachen und Risikofaktoren haben. So ist prinzipiell nicht einmal die Symptomatik einer Harninkontinenz isoliert darstellbar, da z. B. eine Belastungsinkontinenz andere Ursachen als eine Dranginkontinenz haben kann. Weiterhin könnten beide dieser Symptomatiken gleichzeitig vorliegen. Diesen Umstand bezeichnet man als „Mischinkontinenz“. Liegt lediglich eine Drangsymptomatik ohne unfreiwilligen Harnverlust vor, so wird dies als überaktive Blase (overactive bladder) bezeichnet. Trotz fehlender Inkontinenzepisoden leiden die Betroffenen dennoch stark unter ihren Symptomen (Hanzal et al., 2015).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Beckenbodendysfunktionen ein, unterstreicht die Relevanz des demografischen Wandels und stellt die Pilotstudie als Forschungsansatz zur Evaluierung gerätegestützter Trainingsformen vor.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert anatomische und physiologische Grundlagen des Beckenbodens sowie Ätiologie, Pathogenese, Prävalenz und verschiedene operative wie konservative Therapieansätze bei Inkontinenz.
3 Darstellung der empirischen Untersuchung: Hier wird das methodische Design der Pilotstudie dargelegt, einschließlich der Interventions- und Kontrollgruppenbildung, der eingesetzten Geräte (Biofeedback, EMS) sowie der verwendeten Erhebungsinstrumente (Fragebögen).
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten der Interventions- und Kontrollgruppe zu Adhärenz und Symptomveränderung auf Basis der standardisierten ICIQ-Fragebögen und Bewertungsbögen zur Intervention.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext der aktuellen Studienlage eingeordnet, Limitationen der Pilotstudie benannt und ein Ausblick für zukünftige Forschungsansätze gegeben.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung von Compliance-fördernden, gerätegestützten Therapieansätzen für die Lebensqualität Betroffener.
Beckenbodenmuskulatur, Harninkontinenz, Elektromyostimulation, Biofeedback, Pilotstudie, Beckenbodendysfunktion, Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Compliance, Therapie, Training, Probandinnen, Lebensqualität, Interventionsstudie, Muskelkontraktion
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit eines gerätegestützten Trainings der Beckenbodenmuskulatur mittels Biofeedback und Elektromyostimulation bei Frauen mit Beckenbodendysfunktionen.
Zentrale Themen sind die Anatomie und Pathogenese von Beckenbodendysfunktionen, die Evaluation innovativer Trainingsmethoden sowie der Einfluss dieser Intervention auf die Lebensqualität der Betroffenen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob ein betreutes, modifiziertes EMS-Training kombiniert mit Biofeedback positive Auswirkungen auf die Symptome des unteren Harntrakts hat.
Es handelt sich um eine empirische Pilotstudie, die einen Vergleich zwischen einer Interventionsgruppe (Biofeedback + EMS) und einer Kontrollgruppe (verbal angeleitetes Training) anhand von validierten Fragebögen (ICIQ) über einen Zeitraum von acht Wochen durchführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Aufarbeitung der Beckenbodenproblematik und eine detaillierte Darstellung der durchgeführten empirischen Untersuchung samt Ergebnisauswertung und Diskussion.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Beckenbodenmuskulatur, Harninkontinenz, Elektromyostimulation (EMS), Biofeedback und Lebensqualität charakterisiert.
Biofeedback ermöglicht dem Trainierenden die grafische Darstellung und Kontrolle der willentlichen Kontraktion, während EMS durch externe elektrische Stimulation eine Muskelkontraktion induziert.
Viele konventionelle Beckenbodentherapien sind zeitaufwendig, erfordern eine hohe Eigenmotivation und sind oft mit dem Einsatz intimer Messinstrumente verbunden, was die regelmäßige Durchführung erschwert.
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