Diplomarbeit, 2008
89 Seiten, Note: 1,7
Diese Diplomarbeit analysiert den Typus der europäischen Stadt im Kontext der sozialwissenschaftlichen Diskussion und zeichnet die Entwicklung dieses Konzepts historisch nach. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie das aktuelle Bild der europäischen Stadt in den Sozialwissenschaften entstanden ist und untersucht insbesondere die normative Begründung dieses Konstrukts.
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Stadtsoziologie und einer historischen Diskursanalyse, die die Entwicklung des Typus der europäischen Stadt im 20. Jahrhundert beleuchtet. Dabei werden wichtige Denker wie Georg Simmel, Max Weber und die Chicagoer Schule vorgestellt. Im Anschluss wird die Krise der europäischen Stadt in der Gegenwart betrachtet, die sich durch den Wandel der Stadtlebensweise, die Segregation und die zunehmende Bedeutung des Typus der sozialistischen Stadt auszeichnet. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Stadt Darmstadt als Beispiel für die Anwendung von Siebels fünf Merkmalen der europäischen Stadt. Die Geschichte und die ökonomische Entwicklung der Stadt werden dabei berücksichtigt. Im dritten Teil werden die Krisenszenarien der europäischen Stadt als Chance für einen Wandel betrachtet, wobei die Stadt als ein dynamisches Gebilde mit Entwicklungspotenzial verstanden werden soll.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Stadtsoziologie, europäische Stadt, historischer Diskurs, Krise der Stadt, Segregation, Integration, Walter Siebel, Darmstadt, normative Begründung, empirische Überprüfung, Wandel des Urbanen.
Die europäische Stadt zeichnet sich durch historische Gewachsenheit, eine klare Trennung von Stadt und Land (historisch), soziale Mischung und die Funktion als Ort der politischen Emanzipation und Zivilisation aus.
Wichtige Impulse kamen von Max Weber (Stadt als Gemeinde), Georg Simmel (Psychologie der Großstadt) und später Hans-Peter Bahrdt sowie Walter Siebel mit seinen fünf Merkmalen der europäischen Stadt.
Die Krise resultiert aus Phänomenen wie der Suburbanisierung ("Siedlungsbrei"), zunehmender Segregation (Trennung reicher und armer Viertel) und dem Verlust der städtischen Identität durch Globalisierung.
Darmstadt wird als "Wissenschaftsstadt" analysiert. Anhand ihrer Geschichte und ökonomischen Struktur wird geprüft, inwieweit die Merkmale der europäischen Stadt dort noch real existieren oder sich wandeln.
Die Arbeit zeigt auf, dass die "europäische Stadt" in der Diskussion oft eher als erwünschte Norm oder nostalgisches Ideal fungiert, während die Realität zunehmend von Zersiedelung und ökonomischen Zwängen geprägt ist.
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