Diplomarbeit, 2008
89 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. SOZIALWISSENSCHAFTLICHER DISKURS DER EUROPÄISCHEN STADT
2.1 EINFÜHRUNG IN DIE STADTSOZIOLOGIE
2.2 DAS BILD DER EUROPÄISCHEN STADT HEUTE
2.3 HISTORISCHE STADTSOZIOLOGISCHE DISKURSANALYSE
2.3.1 Max Weber
2.3.2 Georg Simmel
2.3.3 Émile Durkheim
2.3.4 Chicagoer School
2.3.5 Hans-Peter Bahrdt
2.4 DIE STADT IN DER EUROPÄISCHE GESCHICHTE
3. VERSUCH EINER PLATZIERUNG DER EUROPÄISCHEN STADT HEUTE
3.1 DIE KRISE DER EUROPÄISCHEN STADT
3.1.1 Der Typus der sozialistischen Stadt
3.2 BILANZ
4. DIE GESCHICHTE DARMSTADTS
4.1 WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT
4.2 LOKALE ÖKONOMIE DER STADT
5. SIEBELS MERKMALE IM KONTEXT DARMSTADTS
6. DIFFERENZIERUNGEN DER EUROPÄISCHEN STADT
6.1 DIE KRISE DER EUROPÄISCHEN STADT ALS CHANCE
6.2 DER ORT DER SEGREGATION ALS ORT DER INTEGRATION?
7. DIE EUROPÄISCHE STADT IM WANDEL
8. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht den Typus der europäischen Stadt und dessen normativen Stellenwert innerhalb der sozialwissenschaftlichen Diskussion. Dabei wird analysiert, wie sich das aktuelle Bild der europäischen Stadt konstituiert hat und inwiefern dieses Idealbild in der Realität — exemplarisch geprüft am Beispiel der Stadt Darmstadt — Bestand hat oder sich im Wandel befindet.
2.1 Einführung in die Stadtsoziologie
Die Stadtsoziologie hat eine 100jährige Geschichte, die in Berlin und Chicago beginnt. Hier muss Georg Simmel genannt werden, der grundlegende Beiträge zur Soziologie der Stadt verfasste. Zu einer Definition der Stadt schreibt er:
Das bedeutsamste Wesen der Großstadt liegt in dieser funktionalen Größe jenseits ihrer physischen Grenzen [...]. Wie ein Mensch nicht zu ende ist mit den Grenzen seines Körpers oder des Bezirks, den er mit seiner Tätigkeit unmittelbar erfüllt, sondern erst mit der Summe der Wirkungen, die sich von ihm aus zeitlich und räumlich erstrecken: so besteht auch eine Stadt erst aus der Gesamtheit der über ihre Unmittelbarkeit hinausreichenden Wirkungen. (Simmel 1984, 201)
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der europäischen Stadt als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Diskussion und Festlegung der Zielsetzung.
2. SOZIALWISSENSCHAFTLICHER DISKURS DER EUROPÄISCHEN STADT: Historische Diskursanalyse soziologischer Klassiker wie Weber, Simmel und Durkheim zur Konzeptualisierung des Stadttypus.
3. VERSUCH EINER PLATZIERUNG DER EUROPÄISCHEN STADT HEUTE: Einordnung der europäischen Stadt in den globalen Kontext und Diskussion aktueller Krisenszenarien.
4. DIE GESCHICHTE DARMSTADTS: Historischer Abriss der Entwicklung Darmstadts von der Residenz zur modernen Wissenschaftsstadt.
5. SIEBELS MERKMALE IM KONTEXT DARMSTADTS: Empirische Überprüfung der fünf Kriterien Walter Siebels zur europäischen Stadt anhand der Gegebenheiten in Darmstadt.
6. DIFFERENZIERUNGEN DER EUROPÄISCHEN STADT: Kritische Reflexion der Krisenbegriffe und Interpretation von Transformationen als Chance für den städtischen Wandel.
7. DIE EUROPÄISCHE STADT IM WANDEL: Plädoyer für ein prozessorientiertes Verständnis von Stadt abseits nostalgischer oder katastrophischer Leitbilder.
8. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse und Perspektiven für eine zukunftsorientierte Stadtforschung.
Europäische Stadt, Stadtsoziologie, Sozialwissenschaftlicher Diskurs, Urbanität, Darmstadt, Walter Siebel, Krisenszenarien, Segregation, Integration, Stadtentwicklung, Residenzstadt, Wissenschaftsstadt, Emanzipation, sozialstaatliche Regulierung, sozialer Wandel.
Die Arbeit analysiert den Typus der europäischen Stadt und wie dieser in der sozialwissenschaftlichen Diskussion theoretisch konstruiert und begründet wird.
Die Themenfelder umfassen die historische Diskursanalyse der Stadtsoziologie, die Merkmale der europäischen Stadt nach Walter Siebel sowie eine empirische Fallstudie der Stadt Darmstadt.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Idealbild der europäischen Stadt entstanden ist und ob dieses normative Konstrukt der empirischen Realität – insbesondere am Beispiel Darmstadts – standhält.
Die Arbeit nutzt eine historische Diskursanalyse soziologischer Klassiker sowie eine empirische Überprüfung mittels Fallstudie und Datenanalyse für die Stadt Darmstadt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des soziologischen Diskurses, eine detaillierte Geschichtsdarstellung Darmstadts und die darauf folgende kritische Überprüfung der Siebelschen Merkmale.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Europäische Stadt, Urbanität, Segregation, soziale Integration, Wissenschaftsstadt und der Wandel von Stadtentwicklungsprozessen.
Darmstadt wird als Stadt präsentiert, die sich selbst als Wissenschaftsstadt inszeniert, jedoch von ihren Bürgern primär als Künstlerstadt des Jugendstils wahrgenommen wird, was die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung verdeutlicht.
Die Autorin/Der Autor argumentiert, dass viele als "Krise" bezeichnete Phänomene, wie z.B. Segregation oder der Zerfall alter Stadtstrukturen, bei näherer Betrachtung als notwendige Wandlungsprozesse zu verstehen sind, die neue Chancen eröffnen.
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