Bachelorarbeit, 2019
54 Seiten, Note: 3,0
1 Einführung
2 Definitionen
2.1 Ungleichheit
2.2 Einkommensbegriffe
3 Ungleichheitskonzepte – Theorien zu den Mechanismen geschlechtsspezifischer Entlohnung
3.1 Die Esping-Andersen-Typologie – Auswirkungen des Ernährermodells auf das Einkommen von Frauen
3.1.1 Feministisch-kritische Theorie Ilona Ostners über Esping-Andersens Konzept des Ernährermodells – Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterverhältnisse
3.1.2 Feministisch-kritische Theorie Pfau-Effingers über Esping-Andersens Konzept – das Ernährermodell als Erklärungsansatz des Gender Pay Gap
3.2 Meritokratie – Wirkungen des meritokratischen Gesellschaftsmodells auf den Gender Pay Gap
3.3 Devaluationshypothese – die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt als Erklärungsansatz für den Gender Pay Gap
4 Entwicklung des geschlechtsabhängigen Bruttomonatsverdienstes in Deutschland auf Grundlage des Statistischen Bundesamtes im Zeitraum von 1991 bis 2017
5 Entwicklung des Gender Pay Gap im Zeitverlauf
5.1 Entwicklung des unbereinigten Gender Pay Gap
5.2 Entwicklung des bereinigten Gender Pay Gap
5.3 Entwicklung des Haushaltsnettoeinkommens auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)
5.4 Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland 1991 bis 2014 auf Basis des Sozioökonomischen Panels (SOEP): Gini-Koeffizient als Konzentrationsmaß
6 Gründe für die Entwicklung des bereinigten und des unbereinigten Gender Pay Gap in Deutschland
6.1 Berufliche Geschlechtersegregation
6.2 Teilzeitbeschäftigung
6.3 Erwerbsunterbrechungen
7 Wirkung des Mindestlohnes auf den Gender Pay Gap
8 Wirkung des Gesetzes der Entgelttransparenz auf den Gender Pay Gap
9 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2017, mit einem besonderen Fokus auf den bereinigten und unbereinigten Gender Pay Gap und die zugrundeliegenden strukturellen sowie soziokulturellen Erklärungsfaktoren.
3.3 Devaluationshypothese – die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt als Erklärungsansatz für den Gender Pay Gap
In diesem Abschnitt soll die Devaluationshypothese als Erklärungsansatz für den Gender Pay Gap herangezogen werden. Es wird davon ausgegangen, dass die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt einen großen Teil des Gender Pay Gap erklärt. Im Sinne dieses soziologischen Ansatzes reproduzieren gesellschaftliche Modernisierungsprozesse die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung (Beck-Gernsheim, 1980; Gottschall, 2000; Gottschall, 1995). Bei der Wahl des Berufes spielen die im Modernisierungsprozess gewachsenen, kulturellen genderspezifischen Zuschreibungen eine entscheidende Rolle und führen gleichzeitig zu diskriminierenden Praktiken auf dem Arbeitsmarkt. Demnach sind Frauen für die Familien zuständig, während den Männern die Zuständigkeit für die Erwerbsarbeit obliegt. Laut dieser Theorie wird eine generelle Entwertung weiblicher Arbeit angenommen (England et al., 1988; England et al., 2000; Steinberg 1990).
Die Devaluationshypothese postuliert, dass Berufe, in denen durchschnittlich mehr Mitglieder der statusniedrigeren Gruppe, hier Frauen, erwerbstätig und in der Gesellschaft weniger anerkannt sind und mit monetärer Abwertung einhergehen (England, 1992; Auspurg & Hinz, 2017). Der im Vergleich zu Männern geringere Status von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hat Auswirkungen auf die Entlohnung in jenen Berufen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. Unabhängig von Ausstattungsmerkmalen (Bildungszertifikate, Erwerbserfahrung) geht diese Hypothese davon aus, dass ein hoher Frauenanteil in einem bestimmten Beruf geringere Einkommen nach sich zieht.
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung zur Entwicklung des bereinigten und unbereinigten Gender Pay Gap in Deutschland zwischen 1991 und 2017 vor und nennt zentrale theoretische Ansätze.
2 Definitionen: Hier werden zentrale soziologische Begriffe der Ungleichheit und verschiedene Einkommensarten definiert, um die Grundlage für die weiteren Analysen zu schaffen.
3 Ungleichheitskonzepte – Theorien zu den Mechanismen geschlechtsspezifischer Entlohnung: Dieses Kapitel erläutert soziologische Erklärungsansätze für Lohndifferenzen, darunter das Ernährermodell, Meritokratie und die Devaluationshypothese.
4 Entwicklung des geschlechtsabhängigen Bruttomonatsverdienstes in Deutschland auf Grundlage des Statistischen Bundesamtes im Zeitraum von 1991 bis 2017: Eine deskriptive Darstellung der Verdienstentwicklung von Frauen und Männern über den betrachteten Zeitraum.
5 Entwicklung des Gender Pay Gap im Zeitverlauf: Detaillierte Betrachtung der beiden Indikatoren für den Gender Pay Gap sowie Erläuterung der Datenquellen EVS und SOEP.
6 Gründe für die Entwicklung des bereinigten und des unbereinigten Gender Pay Gap in Deutschland: Analyse der wesentlichen Treiber der Entgeltlücke, speziell der Segregation, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen.
7 Wirkung des Mindestlohnes auf den Gender Pay Gap: Untersuchung der ökonomischen Auswirkungen der Mindestlohneinführung 2015 auf die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern.
8 Wirkung des Gesetzes der Entgelttransparenz auf den Gender Pay Gap: Diskussion der Zielsetzung und ersten Effekte des Entgelttransparenzgesetzes zur Förderung der Lohngerechtigkeit.
9 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse und Bewertung der Bedeutung politischer Maßnahmen für die künftige Verringerung des Gender Pay Gap.
Einkommensungleichheit, Gender Pay Gap, Deutschland, Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, Arbeitsmarktsegregation, Devaluationshypothese, Ernährermodell, Sozioökonomisches Panel, Verdienststrukturerhebung, Mindestlohn, Entgelttransparenzgesetz, Lohndiskriminierung, soziale Ungleichheit, Berufswahl
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2017, wobei der Schwerpunkt auf den Ursachen des Gender Pay Gap liegt.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung soziologischer Entlohnungskonzepte, die empirische Entwicklung der Entgeltlücke und der Einfluss politischer Interventionen wie Mindestlohn und Entgelttransparenz.
Das Ziel ist es, die Entwicklung des bereinigten und unbereinigten Gender Pay Gap zu beschreiben und die Faktoren zu identifizieren, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Die Analyse stützt sich auf eine Literaturübersicht soziologischer Theorien sowie auf die Auswertung empirischer Datenquellen wie des Statistischen Bundesamtes und des Sozioökonomischen Panels (SOEP).
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (Ernährermodell, Meritokratie, Devaluation) sowie die praktischen Auswirkungen von Segregation, Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen und gesetzlichen Regulierungen diskutiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gender Pay Gap, Einkommensungleichheit, Arbeitsmarktsegregation, Teilzeitarbeit und soziologische Erklärungsansätze charakterisieren.
Es dient als theoretisches Fundament, um die historisch gewachsene geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Deutschland zu verstehen, die maßgeblich für die Entstehung von Lohnlücken verantwortlich gemacht wird.
Die Arbeit zeigt, dass Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen oft mit geringeren Lohnzuwächsen und dem Ausschluss aus dem primären Arbeitsmarktsegment korrelieren, was den Gender Pay Gap signifikant vergrößert.
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