Bachelorarbeit, 2018
53 Seiten
1. Einleitung
2. Das Krankenhaus im Zentrum des Gesundheitswesens
2.1 Kodierung nach der DRG-Logik
2.2 Die duale Krankenhausfinanzierung
3. Erläuterung theoretischer Modelle zum Anreizmechanismus
3.1 Yardstick Competition
3.2 Prinzipal-Agent-Theorie
4. Auswirkungen prospektiver Vergütung anhand von empirischer und theoretischer Literatur
4.1 Verweildauer
4.2 Kostenentwicklung durch den Case-Mix-Index (CMI) Anstieg
4.3 Patientenselektion
5. Diskussion
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit analysiert die Anreizmechanismen der prospektiven Krankenhausvergütung im direkten Vergleich zum klassischen Kostenerstattungsprinzip. Ziel ist es, die Auswirkungen auf das Verhalten von Krankenhäusern – insbesondere hinsichtlich der Verweildauer, der Kostenentwicklung und der Patientenselektion – auf Basis theoretischer Modelle und empirischer Studien zu untersuchen.
3.1 Yardstick Competition
Ein oft herangezogenes Modell in Hinblick auf die Thematiken des stationären Sektors ist die von Shleifer (1985) entwickelte Yardstick Competition. Der Ansatz greift die Kritikpunkte einer retrospektiven Kostenerstattung im Vergleich zum prospektiven System auf (meistens durch die Einführung von DRGs).
Lt. Shleifer besitzt das Kostenerstattungsprinzip trotz aller Kritik einen Vorteil. Bei dieser Form der Vergütung wird der Preis für die Behandlung im natürlichen Monopol der Krankenhäuser nicht durch einen exorbitanten Monopolpreis gekennzeichnet, da sich der Preis auf Grundlage der zuvor tatsächlich entstandenen Aufwendungen ermittelt. Dieser Preis ist dennoch hoch genug damit die Firmen (Krankenhäuser) ein Interesse besitzen zu produzieren. Diese Art der Preissetzung führt ein Stück weit zur Vermeidung von Wohlfahrtsverlusten.
Der entscheidende Nachteil dieser Vergütungsform liegt jedoch darin, dass die Krankenhäuser keine Anreize besitzen die Kosten für den Behandlungsverlauf zu senken, sodass ebenfalls der Preis der Erstattung (durch den Regulator) nicht optimal angesetzt wird. Zwischen dem Regulator (Staat) und den Produzenten (Krankenhaus) herrschen asymmetrische Informationen, da der Staat über weniger Wissen verfügt als das regulierte Unternehmen. An dieser Stelle entsteht ein vermeidbarer Wohlfahrtsverlust.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Übergang von der retrospektiven zur prospektiven Vergütung und definiert die Problemstellung der Arbeit im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch im Krankenhaussektor.
2. Das Krankenhaus im Zentrum des Gesundheitswesens: Dieses Kapitel beschreibt die Funktionsweise der DRG-Kodierung und die Grundlagen der dualen Krankenhausfinanzierung in Deutschland.
3. Erläuterung theoretischer Modelle zum Anreizmechanismus: Es werden die Yardstick Competition nach Shleifer und die Prinzipal-Agent-Theorie nach Ellis und McGuire als theoretische Fundamente für die Analyse von Krankenhausanreizen vorgestellt.
4. Auswirkungen prospektiver Vergütung anhand von empirischer und theoretischer Literatur: Hier erfolgt eine tiefgehende Analyse der Parameter Verweildauer, Kostenentwicklung durch CMI-Anstieg und Patientenselektion basierend auf internationalen Studien.
5. Diskussion: Die Limitationen der theoretischen Modelle werden kritisch hinterfragt und die empirischen Ergebnisse in den aktuellen klinischen Kontext gesetzt.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit von Mischformen der Vergütung zur Vermeidung von Fehlsteuerungen.
Prospektive Vergütung, Krankenhausfinanzierung, DRG-System, Verweildauer, Yardstick Competition, Prinzipal-Agent-Theorie, Upcoding, Case-Mix-Index, Patientenselektion, Gesundheitsökonomie, Kostenerstattungsprinzip, Behandlungsintensität, Qualitätssicherung, Krankenhausmanagement, Anreizmechanismen.
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Anreize, die durch die Einführung prospektiver Vergütungssysteme (DRGs) in Krankenhäusern entstehen, und vergleicht diese mit den Auswirkungen des alten Kostenerstattungsprinzips.
Die zentralen Themenfelder sind die Auswirkungen der DRG-Systematik auf die Verweildauer der Patienten, die Kostenentwicklung durch sogenanntes Upcoding sowie die theoretische und empirische Problematik der Patientenselektion.
Das Ziel ist es, anhand von theoretischen Modellen und empirischen Studien aufzuzeigen, wie sich Vergütungsanreize auf die Effizienz und das Verhalten von Krankenhäusern auswirken und ob dadurch die Patientenversorgung negativ beeinflusst werden kann.
Die Arbeit stützt sich primär auf die "Yardstick Competition" von Shleifer sowie auf die "Prinzipal-Agent-Theorie" in der Ausprägung von Ellis und McGuire.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Anreizmodelle und eine anschließende detaillierte Auswertung empirischer Literatur zu den spezifischen Parametern Verweildauer, CMI-Anstieg und Patientenselektion.
Wichtige Begriffe sind insbesondere DRG-System, Prospektive Vergütung, Upcoding, Patientenselektion sowie Yardstick Competition.
Die Studien zeigen eine eindeutige Tendenz zur Reduktion der Verweildauer, jedoch weisen die Autoren darauf hin, dass dies teilweise auf eine Unterversorgung (Skimping) zurückzuführen ist und ein solcher Trend bereits vor der flächendeckenden DRG-Einführung existierte.
Der Autor diskutiert die Implementierung eines Mischsystems, das einen fixen (prospektiven) Anteil mit einem variablen Anteil kombiniert, um sowohl Effizienzanreize zu setzen als auch die Risiken der Patientenselektion zu minimieren.
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