Examensarbeit, 2004
117 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Wahl des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Sprachentwicklungsstörungen
2.1 Überblick über den Begriff der Sprachentwicklungsstörungen
2.2 Einteilung der Sprachentwicklungsstörungen
2.2.1 Phonetische und phonologische Störungen
2.2.2 Grammatische Störungen
2.2.3 Semantische Störungen
2.2.4 Pragmatische Störungen
2.2.5 Störungen der metasprachlichen Ebene
2.3 Mögliche Ursachen von Sprachentwicklungsstörungen
2.4 Zur Diagnose von Sprachentwicklungsstörungen
2.5 Zur Förderung nach dem entwicklungsproximalen Ansatz
3. Schriftsprache und Schriftspracherwerb
3.1 Mündliche und schriftliche Sprache
3.1.1 Unterschiede und Beziehungen zwischen der gesprochenen und der geschriebenen Sprache
3.1.2 Prinzipien der deutschen Schriftsprache
3.2 Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb
3.3 Modelle des Schriftspracherwerbs
3.3.1 Zur traditionellen Sicht
3.3.2 Zum Stufenmodell von K.-B. Günther
3.3.3 Zur Theorie und zum Stufenmodell von R. Valtin
3.3.4 Schriftspracherwerb als sprachanalytische Tätigkeit: M. Dehn
4. Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb
4.1 Mögliche Ursachen von Lese- und Schreibschwierigkeiten
4.2 Zur Symptomatik von Lese- und Schreibschwierigkeiten
4.3 Zur Diagnostik von Lese- und Schreibschwierigkeiten
4.3.1 Lernbeobachtung nach M. Dehn
4.3.2 Das alphabetische Schreiben nach Füssenich/Löffler
4.3.3 Brügelmann und die Didaktische Landkarte
4.4 Förderung nach dem Spracherfahrungsansatz
5. Zusammenhang zwischen dem Schriftspracherwerb und Sprachentwicklungsstörungen
5.1 Aussprachestörungen als behindernder Faktor beim Schriftspracherwerb
5.1.1 Sprachliche Fähigkeiten
5.1.2 Metasprachliche Fähigkeiten
5.1.3 Kognitive Fähigkeiten
5.1.4 Der Unterricht
5.2 Schriftspracherwerb als unterstützender Faktor bei Aussprachestörungen
5.2.1 Schriftspracherwerb bei gehörlosen Kindern
5.2.2 Positive Auswirkungen des Schriftspracherwerbs auf Kinder mit Aussprachestörungen
5.2.3 Strategien der Kinder mit Aussprachestörungen beim Schriftspracherwerb
5.2.4 Das 2-Wege-Modell von Augst
5.3 Schriftsprachlich geleitete Förderung bei Kindern mit Aussprachestörungen
6. Die sprachtherapeutische Praxis: Beispielkind Sarah
6.1 Rahmenbedingungen
6.2 Biographie und Bedingungshintergrund
6.3 Diagnostische Daten und Ergebnisse
6.3.1 Entwicklungsstand im sprachlichen Bereich
6.3.2 Entwicklungsstand in den anderen Bereichen
6.4 Konsequenzen für die sprachtherapeutische Förderung
6.4.1 Überlegungen zur Planung und Durchführung geeigneter Fördermaßnahmen
6.4.2 Die sprachtherapeutische Förderung
7. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb und bestehenden Sprachentwicklungsstörungen. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Modelle sowie einer praktischen Fallstudie aufzuzeigen, wie schriftsprachlich geleitete Förderansätze dazu beitragen können, Aussprachestörungen zu mindern und die kognitive sowie sprachliche Entwicklung des Kindes positiv zu beeinflussen.
3.3.4 Schriftspracherwerb als sprachanalytische Tätigkeit: M. Dehn
DEHN beschreibt und versteht den Schriftspracherwerb aus der Perspektive des Kindes. Die Analyse der Beobachtungen von Lesen- und Schreibenlernen soll zum einen den Prozess der Schriftaneignung deutlich machen und zum anderen bei der Wahl der pädagogischen und didaktischen Entscheidungen helfen. Sie sieht das Lesenlernen als Problemlösen, da es mehr als die Kenntnis der Buchstaben und der Aneignung der Synthese ist, und das Schreibenlernen als sprachanalytische Tätigkeit, da es mehr als die Aneignung der Form der Buchstaben im Bewegungsvollzug ist. Das Lernen ist nach DEHN „in erster Linie Aktivität des Lernenden und Fehler der Lese- und Schreibanfänger sollten nicht in erster Linie als Abweichung von der Norm betrachtet und behandelt werden, sondern als lernspezifische Notwendigkeit“ (DEHN 1990, S.14-17).
DEHN (1988, S.26-37) sieht das Lesenlernen als Problemlösen und hat drei Ebenen des Lesens beobachtet:
1. Die materiale Ebene des Lesens: Buchstabenkenntnis
Das rezeptive Verfügen über die Buchstaben bei den Leseaufgaben hilft beim Prozess des Erlesens. Das heißt, dass obwohl manche Buchstaben im Unterricht noch nicht behandelt wurden, die Kinder das Wort, in dem ein unbekannter Buchstabe vorkommt, trotzdem erlesen können. Beispiel: Bei dem Wort „Hammer“ ist das <e> noch nicht eingeführt, aber keines der Kinder fragt nach dem Buchstaben und alle können das Wort lesen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Themenwahl durch eine praktische Beobachtung und beschreibt den Aufbau der wissenschaftlichen Hausarbeit.
2. Sprachentwicklungsstörungen: Hier werden Definitionen, Einteilungen (phonetisch, grammatisch, semantisch, pragmatisch) und Ursachen von Störungen sowie diagnostische Ansätze erläutert.
3. Schriftsprache und Schriftspracherwerb: Dieses Kapitel beleuchtet das Verhältnis von mündlicher und schriftlicher Sprache, Voraussetzungen für den Erwerb und verschiedene wissenschaftliche Lernmodelle.
4. Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb: Ursachen und Symptomatiken für Lernschwierigkeiten werden analysiert, ergänzt durch diagnostische Methoden wie die Lernbeobachtung nach M. Dehn.
5. Zusammenhang zwischen dem Schriftspracherwerb und Sprachentwicklungsstörungen: Es wird untersucht, wie Sprachstörungen den Schriftspracherwerb beeinflussen können und umgekehrt, wie die Schrift als Unterstützung bei Aussprachestörungen fungiert.
6. Die sprachtherapeutische Praxis: Beispielkind Sarah: Die Arbeit präsentiert eine Fallstudie, die Rahmenbedingungen, Diagnostik und konkrete Fördermaßnahmen im Rahmen der sprachtherapeutischen Praxis darstellt.
7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung des Schriftspracherwerbs für die ganzheitliche Förderung sprachentwicklungsgestörter Kinder.
Sprachentwicklungsstörungen, Schriftspracherwerb, Schriftsprache, Aussprachestörungen, Sprachtherapie, phonologische Prozesse, Minimalpaare, Lernbeobachtung, Diagnose, Förderung, Lautschema, Schreibschema, Lautbildung, Metasprachliche Fähigkeiten, Didaktische Landkarte
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Sprachentwicklungsstörungen und Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache sowie die Möglichkeiten einer integrierten Förderung.
Im Fokus stehen die Definition und Diagnose von Sprachentwicklungsstörungen, der Prozess des Schriftspracherwerbs, diagnostische Verfahren wie die Lernbeobachtung und die Rolle der Schrift als Stütze für die Aussprache.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie schriftsprachliche Aktivitäten genutzt werden können, um Kindern mit Ausspracheproblemen einen besseren Zugang zur Sprache und damit zur korrekten Lautbildung zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Erwerbsmodelle sowie einer qualitativen Fallstudie (Beispielkind Sarah) zur Evaluation therapeutischer Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sprachentwicklungsstörungen, die Modelle des Schriftspracherwerbs, die Diagnose von Lernschwierigkeiten und eine detaillierte Fallanalyse der therapeutischen Praxis.
Wichtige Begriffe sind Sprachentwicklungsstörungen, Schriftspracherwerb, Aussprachestörungen, Sprachtherapie, Minimalpaare und Lernbeobachtung.
Sarah nutzt die Schriftsprache, um Bedeutungsunterschiede zwischen Lauten (wie [k] und [t]) visuell greifbar zu machen, was ihr hilft, ihre Aussprache in der Spontansprache schrittweise zu korrigieren.
Die Arbeit verdeutlicht nach AUGST, dass Kinder beim Schreiben zwei Informationsquellen nutzen: das Lautschema (die Artikulation) und das Schreibschema (das Wissen über Regeln). Beide müssen interagieren, um eine korrekte Rechtschreibung zu erreichen.
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