Diplomarbeit, 2006
96 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Dokumentarfilm
1.1 Zum Gegenstand des Dokumentarfilms
1.2 Geschichte der Dokumentarfilmtheorie
1.2.1 Dokumentarfilmtheorie nach HOHENBERGER
1.3 Die Einordnung von BLACK BOX BRD und TODESSPIEL in die Vielfalt dokumentarischer Formen
2 Dokumentarfilm und Authentizität
2.1 Definition Authentizität
2.2 Inszenierung von Wahrheit und Wirklichkeit im Dokumentarfilm
2.3 Faktoren der Authentizität
2.3.1 Authentisierungsstrategien in dokumentarischen Formen
2.3.2 Authentisierungsstrategien in Spielfilmen
3 Dokumentarfilm in den Mediendispositiven Kino und Fernsehen
3.1 Dokumentarfilm im Dispositiv Fernsehen
3.2 Dokumentarfilm im Dispositiv Kino
4 Filmische Darstellung der RAF
4.1 Filmographie der RAF in deutschen Filmen
4.2 Einordnung der Filmemacher ANDREAS VEIEL, HEINRICH BRELOER und HORST KÖNIGSTEIN
5 Filmanalyse TODESSPIEL
5.1 Authentisierungsstrategien in TODESSPIEL
5.1.1 Das Re-Enactment
5.1.2 Das Zeitzeugen-Interview
5.1.3 Das Archivmaterial
5.1.4 Der Ton
5.1.5 Auswertung
6 Filmanalyse BLACK BOX BRD
6.1 Authentisierungsstrategien in BLACK BOX BRD
6.1.1 Das Re-Enactment
6.1.2 Das Zeitzeugen-Interview
6.1.3 Das Archivmaterial
6.1.4 Der Ton
6.1.5 Auswertung
Resümee
Diese Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Dokumentarfilm und Authentizität anhand der Filme "Black Box BRD" und "Das Todesspiel". Ziel ist es aufzuzeigen, wie Authentizität in diesen filmischen Formen konstruiert wird, welche Strategien dabei zum Einsatz kommen und inwieweit das jeweilige Medium (Kino vs. Fernsehen) sowie die Darstellung der RAF-Thematik diese Wahrnehmung beeinflussen.
1.1 Zum Gegenstand des Dokumentarfilms
An dieser Stelle muss zunächst gesagt werden, dass die Definitionsfindung des Begriffes und des Gegenstandes „Dokumentarfilm“ recht schwierig ist, da im Laufe der Jahre immer wieder Zweifel an der Existenz eines Genres Dokumentarfilm laut geworden sind. Es gibt Überlegungen von Dokumentarfilmtheoretikern, die den Dokumentarfilm als eigenständiges Genre zu widerlegen versuchen. Dies wird auch in den Äußerungen des Medienwissenschaftlers Prof. Dr. HEINZ B. HELLER deutlich:
„Die nachfolgenden Überlegungen stehen im Zeichen des Zweifels, ob es überhaupt gerechtfertigt erscheint, vom Dokumentarfilm als einem Genre zu sprechen. Denn unter einem Genre, insbesondere einem Filmgenre, verstehen wir gemeinhin ein Ensemble von Werken, das in Hinblick auf Sujet, Dramaturgie und Ästhetik von einer relativ konstanten Regelhäufigkeit ist, wobei die ständige Variation des erkennbar Vertrauten für die Lebendigkeit und historische Beständigkeit eines Genremusters sorgt.“
Gleichwohl spricht HELLER dem Dokumentarfilm aber auch Elemente eines Genres zu, besonders in Bezug auf seine Konventionalität.
Dokumentarfilm: Erläutert die theoretischen Grundlagen, die Geschichte und die Schwierigkeiten bei der Definition des Dokumentarfilms.
Dokumentarfilm und Authentizität: Analysiert den komplexen Begriff der Authentizität und wie dieser durch rhetorische und filmische Strategien erzeugt wird.
Dokumentarfilm in den Mediendispositiven Kino und Fernsehen: Untersucht die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen von Kino und Fernsehen und deren Einfluss auf die Wirklichkeitswahrnehmung.
Filmische Darstellung der RAF: Setzt die untersuchten Filme in den Kontext der filmischen Aufarbeitung des Terrorismus in Deutschland.
Filmanalyse TODESSPIEL: Führt eine detaillierte Untersuchung der Authentisierungsstrategien im Fernsehfilm "Das Todesspiel" durch.
Filmanalyse BLACK BOX BRD: Analysiert die Strategien der Authentizität im Kinofilm "Black Box BRD" und vergleicht diese mit den Ergebnissen aus dem vorherigen Kapitel.
Dokumentarfilm, Authentizität, Black Box BRD, Das Todesspiel, RAF, Mediendispositiv, Re-Enactment, Zeitzeugen-Interview, Archivmaterial, Inszenierung, Dokumentarische Filmerzählung, Doku-Drama, Wirklichkeitskonstruktion, Filmtheorie, Deutsche Herbst.
Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Dokumentarfilm und Authentizität anhand zweier prominenter Beispiele, die sich inhaltlich mit der Rote Armee Fraktion (RAF) auseinandersetzen.
Die zentralen Felder sind die Definition des Dokumentarfilms, die philosophische und rhetorische Herleitung von Authentizität sowie der Einfluss technischer und räumlicher Bedingungen (Mediendispositive) auf den Zuschauer.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Dokumentarfilme durch gezielte Strategien bei den Zuschauern einen Wahrheits- und Authentizitätsanspruch erzeugen, selbst wenn die filmische Darstellung inszeniert ist.
Es wird eine systematische Filmanalyse angewandt, die auf der Theorie der Realitätsebenen von Eva Hohenberger und dem Konzept der Authentisierungsstrategien von Manfred Hattendorf basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Begriffe und Dispositive sowie in die konkrete, exemplarische Filmanalyse von "Todesspiel" und "Black Box BRD".
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Authentizität, Re-Enactment, Mediendispositiv, Doku-Drama und den Bezug zur historischen Realität des "Deutschen Herbstes" definieren.
"Todesspiel" nutzt verstärkt ein Doku-Drama-Format mit einem hohen Anteil an Re-Enactments und einer expliziten Faktenvermittlung, während "Black Box BRD" stärker auf Zeitzeugen-Interviews und atmosphärische Montage setzt.
Archivmaterial fungiert als "Beweis" und Authentisierungssignal. Beide Filme nutzen insbesondere die "Tagesschau" als vertraute Institution, um ihren Darstellungen einen objektiven Anstrich zu verleihen.
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