Examensarbeit, 2004
72 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1. Literaturauswahl
2. Der zeitgeschichtliche Hintergrund nach dem ersten Weltkrieg als wichtiger Bezugspunkt in Horváths Werk
3. Das Gesellschaftsbild Ödön von Horváths in Die Bergbahn, Kasimir und Karoline, Glaube Liebe Hoffnung und in Geschichten aus dem Wienerwald
3.1. Das Personal
3.1.1. Zusammensetzung des Personals
3.1.2. Mittelstand und Kleinbürgertum
4. Kennzeichnung des gesellschaftlichen Lebens
4.1. Kapitalismus statt Menschlichkeit
4.2. Unterdrücker und Unterdrückte
4.3. Die Frau als Opfer
4.4. Verlogenheit und Fassadenhaftigkeit
4.5. Gewalt
4.6. Gesellschaftlicher Aufstieg und Diffamierung
5. Die Zwänge der gesellschaftlichen Moral-und Wertvorstellungen
5.1. Die Ehe als ‚Zwangsjacke’ der Frau
5.2. Erhaltung der monogamen Ehe
5.3. Streben nach Sittlichkeit
5.4. Materielle Sicherheit
6. Zusammenfassung des ersten Teils
7. Die Demaskierung des Bewusstseins
7.1. Der Jargon der Uneigentlichkeit als Sprache in Horváths Stücken
7.2. Regieanweisungen
7.3. Die Todesbilder in Horváths Volksstücken
8. Zusammenfassung des zweiten Teils
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit analysiert soziale Aspekte in ausgewählten Werken von Ödön von Horváth vor dem Hintergrund der zeitgeschichtlichen Situation in der Zwischenkriegszeit. Dabei wird untersucht, wie der Autor durch die Darstellung von Figuren und deren sprachlichen Äußerungen gesellschaftliche Missstände, ökonomische Zwänge und die Auswirkungen moralischer Wertvorstellungen kritisch hinterfragt.
4.1. Kapitalismus statt Menschlichkeit
Wie auch heutzutage leider jener Ausspruch ‚Geld regiert die Welt’ immer mehr an Gültigkeit zu erlangen scheint, so traf er doch in besonderem Maße auf die Zeit des großen Wirtschaftswunders in den zwanziger Jahren zu. Der Weg dorthin war steinig. Nachdem zuvor die Menschen sehr an den Folgen des Ersten Weltkrieges zu leiden hatten, sich mit Massenarbeitslosigkeit und großem finanziellen Elend aufgrund der ausgehenden Weltwirtschaftskrise zurechtfinden mussten, boten die sogenannten ‚goldenen Zwanziger’ einen ersten Lichtblick am Ende des Tunnels. Viele Menschen fanden einen Ausweg aus ihrer Misere. Doch wenn ein Problem gelöst scheint, ergibt sich nicht selten ein neues.
Umschrieben werden kann dies mit dem Schlagwort des ‚Kapitalismus’. Hatten die Menschen zuvor wenig oder kein Geld zur Verfügung, so verursachte die allmähliche Vermehrung ihrer Finanzen während des Wirtschaftsaufschwungs immer mehr eine gegenteilige Tendenz. Viele Bürger waren nur noch darauf bedacht, sich ihren eigenen Anteil am Wirtschaftswunder zu sichern. Jenes große Bestreben hat den Anschein, als steigerte es sich unermesslich. Das Kapital und seine möglichst rasche Beschaffung und Anhäufung rückte in den Mittelpunkt ihrer alltäglichen Tätigkeiten und bestimmte so in hohem Maße ihr Leben.
1. Literaturauswahl: Die Autorin begründet die Auswahl der fünf untersuchten Stücke, die besonders geeignet sind, die sozialen Aspekte im Werk Horváths zu beleuchten.
2. Der zeitgeschichtliche Hintergrund nach dem ersten Weltkrieg als wichtiger Bezugspunkt in Horváths Werk: Es wird dargelegt, wie die politischen und ökonomischen Krisen nach dem Ersten Weltkrieg das Leben des Kleinbürgertums prägten und in die Stücke einflossen.
3. Das Gesellschaftsbild Ödön von Horváths in Die Bergbahn, Kasimir und Karoline, Glaube Liebe Hoffnung und in Geschichten aus dem Wienerwald: Dieses Kapitel analysiert die Zusammensetzung des Personals und ordnet die Figuren in das soziale Milieu des Mittelstandes ein.
4. Kennzeichnung des gesellschaftlichen Lebens: Hier werden zentrale soziale Spannungsfelder wie Kapitalismus, Rollenverteilung, Frauenbild und gesellschaftliche Aufstiegsbestrebungen untersucht.
5. Die Zwänge der gesellschaftlichen Moral-und Wertvorstellungen: Das Kapitel beleuchtet, wie moralische Normen und die Institution der Ehe das individuelle Leben und insbesondere das Schicksal der Frauen einschränken.
6. Zusammenfassung des ersten Teils: Ein Resümee der bisherigen Erkenntnisse über die gesellschaftskritische Dimension des Personals und die Einflüsse der Zeitgeschichte.
7. Die Demaskierung des Bewusstseins: Hier stehen die literarischen Methoden des Autors, namentlich Sprache, Regieanweisungen und Todesbilder, im Fokus der Analyse.
8. Zusammenfassung des zweiten Teils: Ein abschließender Überblick über die methodischen Ansätze, mit denen Horváth das kleinbürgerliche Bewusstsein demaskiert.
Ödön von Horváth, Volksstück, Zwischenkriegszeit, Gesellschaftskritik, Kapitalismus, Kleinbürgertum, Demaskierung des Bewusstseins, Jargon der Uneigentlichkeit, Frauenbild, Soziale Hierarchie, Moral, Wertvorstellungen, Arbeitslosigkeit, Inflation, Entfremdung.
Die Arbeit untersucht soziale Aspekte in ausgewählten Werken von Ödön von Horváth und deren Einbettung in den zeitgeschichtlichen Kontext der Zwischenkriegszeit.
Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Strukturen des Kleinbürgertums, die Auswirkungen des Kapitalismus, Geschlechterrollen sowie die moralischen Zwänge der damaligen Zeit.
Das Ziel ist es, die gesellschaftskritische Einstellung Horváths anhand seines Personals und seiner künstlerischen Darstellungsmittel freizulegen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär auf der Interpretation ausgewählter Dramentexte und dem Einbezug zeitgeschichtlicher sowie theoretischer Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine gesellschaftliche Analyse (Personalkonstellationen, Machtstrukturen, Moral) und eine methodische Analyse (Sprachverwendung, Regieanweisungen, Todessymbolik).
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Demaskierung des Bewusstseins", "Jargon der Uneigentlichkeit", "Kleinbürgertum", "Kapitalismus" und "soziale Hierarchie".
Die Arbeit folgt der Differenzierung, dass der Mittelstand als umfassende Schicht betrachtet wird, während das Kleinbürgertum jene Masse bezeichnet, deren politischer und geistiger Spielraum stark beschränkt ist.
Die Sprache dient als Medium, um die künstliche Fassade und die Bildungsbemühungen der Figuren zu entlarven, indem sie einen unreflektierten "Jargon der Uneigentlichkeit" verwenden.
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