Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Die Rolle der Frau zwischen 1939 und 1945
2.1 Das nationalsozialistische Frauenbild
2.2 Die Rolle der Ehefrau und Mutter im Nationalsozialismus
2.3 Die Berufstätigkeit der Frauen
3 Allgemeine Darstellung der Frau in der Literatur zum 2. WK
3.1 Frauen als Opfer des Nationalsozialismus
3.2 Frauen als Kriegsbeute
3.3 Frauen als NS- Verbrecherinnen
4 Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen
4.1 Der Inhalt
4.2 Die Rolle der Frau
5 Bernhard Schlink: Der Vorleser
5.1 Der Inhalt
5.2 Die Rolle der Frau
6 Analytisch-interpretatorischer Vergleich der beiden Werke in Hinblick auf die Rolle der Frau im Zweiten Weltkrieg
7 Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert die vielfältigen und teils gegensätzlichen Rollen von Frauen während des Zweiten Weltkriegs. Durch einen vergleichenden Vergleich der literarischen Werke "Die Stunde der Frauen" von Christian Graf von Krockow und "Der Vorleser" von Bernhard Schlink wird untersucht, wie sich gesellschaftliche Normen, Erwartungen und individuelle Handlungsspielräume in einer von extremen Ausnahmesituationen geprägten Zeit widerspiegeln.
Die Rolle der Frau
Die Geschichte nimmt in Pommern gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ihren Lauf. Zu diesem Zeitpunkt wird die Gesamtheit der Bevölkerung von einer strikten und traditionellen Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen bestimmt, deren Verhalten zueinander durch die Dominanz und Führung des männlichen Geschlechts geprägt ist. Eine strikte Aufteilung der Welt des Mannes und der Frau spiegeln sich in dem Buch wider.
Krockow skizziert die traditionellen Pflichten und die Rolle der Frauen im 20. Jahrhundert gleich zu Beginn des Werks, indem er sich ausgiebig mit der Hochzeit Libussas und ihres Ehemannes beschäftigt.
Mit der Beschreibung des Polterabends, der einen Tag vor der Hochzeit stattfindet, umreißt er die klassische Rollenzuschreibung der Frau. Einer der Bräuche des Polterabends ist es, Porzellan auf dem Boden zu zerschlagen, dessen Scherben das Ehepaar beseitigen muss. Eine vorgegebene Ordnung verlangt, dass
der Bräutigam den Besen und die Braut die Schaufel führen muß [, denn] [g]inge es umgekehrt, bekäme die Braut den Besen in die Hand, so ergäbe das ein schlimmes Vorzeichen, schier gegen die Weltordnung: Die Frau würde in der Ehe regieren und ihr Mann unter den Pantoffel geraten.75
Es wird deutlich, dass eine fest etablierte Hierarchie besteht, in der die Frau lediglich passiv agieren kann und dem Mann untergeordnet ist, der im Gegensatz zu ihr eine aktive, dominante und führende Rolle innehat und dem die Entscheidungsverantwortung obliegt. Auch Libussas Eltern gestalten ihre Ehe nach dieser festgelegten Ordnung. In jeder Situation gibt der Vater als Familienoberhaupt den Ton an. Zu seinen Talenten „gehör[en] das Planen, Organisieren und Lenken“76 und seine Ehefrau gehorcht ihm widerstandslos.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Darstellung von Frauen im Zweiten Weltkrieg ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die gegensätzlichen Rollenbilder anhand zweier Primärquellen zu untersuchen.
2 Die Rolle der Frau zwischen 1939 und 1945: Dieses Kapitel erörtert die nationalsozialistische Ideologie und deren Auswirkungen auf die Lebenswelt von Frauen, insbesondere im Hinblick auf Ehe, Mutterschaft und die zunehmende Berufstätigkeit durch Kriegsnotwendigkeiten.
3 Allgemeine Darstellung der Frau in der Literatur zum 2. WK: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick darüber, wie Literatur Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus typischerweise als Opfer, Kriegsbeute oder Täterinnen porträtiert.
4 Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen: Hier wird der Bericht von Libussa Fritz-Krockow vorgestellt, die Lebensgeschichte einer Frau, die während der Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit aktiv und rettend in das Geschehen eingreift.
5 Bernhard Schlink: Der Vorleser: Dieses Kapitel analysiert den Roman von Bernhard Schlink und porträtiert die Protagonistin Hanna Schmitz, deren Lebenslauf als KZ-Aufseherin durch Unmündigkeit, Schuld und eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit geprägt ist.
6 Analytisch-interpretatorischer Vergleich der beiden Werke in Hinblick auf die Rolle der Frau im Zweiten Weltkrieg: Der Hauptteil der Arbeit stellt Hanna und Libussa einander gegenüber, um Unterschiede in Mündigkeit, Handlungsfähigkeit und moralischer Verantwortung zu ergründen.
7 Resümee: Das Kapitel schließt die Untersuchung ab, indem es die Ergebnisse zur individuellen Entscheidungsmacht und den Auswirkungen der nationalsozialistischen Zeit auf die weibliche Identitätsentwicklung zusammenfasst.
Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Frauenrolle, Literaturanalyse, Libussa Fritz-Krockow, Hanna Schmitz, Der Vorleser, Die Stunde der Frauen, Täterschaft, Opferstatus, Emanzipation, Analphabetismus, Mündigkeit, NS-Aufseherin, Rollenverteilung.
Die Arbeit untersucht die verschiedenen und oft diametralen Rollen, die Frauen während des Zweiten Weltkriegs eingenommen haben, und wie diese Rollen in der deutschen Literatur verarbeitet werden.
Zentrale Themen sind die Rolle der Frau im NS-Regime, die Darstellung von Täterschaft versus Widerstand bzw. Rettung sowie der Einfluss von Bildung und Mündigkeit auf das individuelle Handeln in Ausnahmesituationen.
Das Ziel ist es, durch den Vergleich der fiktiven Figur Hanna Schmitz ("Der Vorleser") und der realen Person Libussa ("Die Stunde der Frauen") aufzuzeigen, wie unterschiedliche Voraussetzungen und Entscheidungen Frauen in die Rolle der Täterin oder Retterin führen konnten.
Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die durch historische Forschungsergebnisse zur Stellung der Frau im Nationalsozialismus ergänzt wird.
Im Hauptteil werden die beiden Werke einzeln inhaltlich vorgestellt und analysiert, gefolgt von einem direkten Vergleich, in dem die Handlungsweisen der Protagonistinnen im Kontext der NS-Ideologie und des Kriegsendes gegenübergestellt werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie NS-Ideologie, Täterschaft, Retterrolle, Selbstbestimmung, Frauenbild, Krieg und Literaturvergleich beschreiben.
Der Analphabetismus ist der Kernpunkt ihrer Unmündigkeit; er führt zu einer ständigen Vermeidungsstrategie, die sie letztlich dazu bringt, sich als KZ-Aufseherin zu bewerben, um nicht als analphabetisch enttarnt zu werden.
Während Hanna Schmitz ihre Handlungen dem System unterwirft und keine moralische Eigenreflexion zeigt, entwickelt Libussa im Laufe der Krisen eine starke Eigenständigkeit, Mut und ein hohes Maß an Eigenverantwortung, indem sie aktiv rettend und altruistisch handelt.
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