Diplomarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Abweichendes Verhalten, Kriminalität, Frauenkriminalität
2.1. Abweichendes Verhalten
2.2. Kriminalität
2.3. Frauenkriminalität
2.4. Fazit
3. Die Entwicklung der Frauenkriminalität in der Statistik
3.1. Zur Deutung von Statistiken
3.2. Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen
3.3. Entwicklung der Verurteilungen
3.4. Entwicklung der freiheitsentziehenden Maßnahmen
3.5. Kritik an empirischen Befunden, Möglichkeiten und Grenzen von Statistiken
3.6. Dunkelfeld
3.6.1. Die teilnehmende Beobachtung
3.6.2. Selbstreportbefragungen
3.6.3. Opferbefragung
3.6.4. Informantenbefragung
3.6.5. Selektionsprozess
3.6.6. Aufklärungsquote
3.6.7. Fazit
4. Ausgewählte Theorien zu abweichendem Verhalten in Bezug zur Frauenkriminalität
4.1. Theorie der differentiellen Assoziation
4.2. Bindungs- und Kontrolltheorie
4.3. Labeling Approach
4.4. Anomietheorie
4.5. Mehr-Faktoren-Ansatz
4.6. Fazit
5. Frauenspezifische Deliktgruppen
5.1. Diebstahl
5.2. Betrug
5.3. Kindstötung und Schwangerschaftsabbruch
5.4. Straftaten gegen Kinder
5.5. Fazit
6. Erklärungsfaktoren für weibliche Delinquenz
6.1. Schicht, Geschlecht, Alter
6.2. Gewalterfahrungen
6.3. Sucht und psychische Erkrankungen
6.4. Unterschiede im Rollenverständnis
6.5. Fazit
7. Gesamtbetrachtung
8. Konsequenzen für die Soziale Arbeit
9. Quellen und Literaturverzeichnis
9.1. Literatur
9.2. Zeitschriften
9.3. Zeitschriftenaufsätze
9.4. Internetangabe
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und den Wandel der weiblichen Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, mithilfe offizieller Kriminalstatistiken und theoretischer Ansätze die Entstehungsbedingungen abweichenden Verhaltens bei Frauen zu analysieren und Möglichkeiten für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, adäquat auf weibliches kriminelles Verhalten einzuwirken.
1. Einleitung
"Ich bin überzeugt, dass die Frauen, wenn ihre jahrtausend alte Benachteiligung dem Mann gegenüber erst einmal überwunden ist, all die schlechten Eigenschaften, die man heute den Männern zuschreibt, genauso entwickeln." (Loriot 1992 in DIE ZEIT vom 7.2.1992 in Kerschke-Risch, 1993)
Bekanntermaßen ist das Erscheinungsbild der kriminellen Frau in der Bundesrepublik Deutschland und dem Rest der Welt im Gegensatz zum männlichen Geschlecht nach offiziellen Zahlen noch immer als sehr gering anzusehen. Zwar ist im Laufe der Jahrzehnte ein Anstieg des weiblichen Anteils an der Gesamttatverdächtigenzahl zu verzeichnen, trotz allem machen diese in der BRD jedoch nicht mehr als 25 % aus. In anderen, nicht so weit entwickelten Nationen zeigt sich dagegen, dass die wahrgenommene weibliche Kriminalität teilweise sogar unter 5 % fällt. Es stellt sich die Frage, mit welchen Erklärungsmodellen und theoretischen Ansätzen sich diese Tendenzen, speziell in der Bundesrepublik Deutschland, erklären lassen und welche Ursachen dafür in Frage kommen. (vgl. Franke, 2000, S.17-23)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentanz der Frau in der Kriminalitätsstatistik und wirft die Frage nach den Erklärungsmodellen für den Wandel weiblichen kriminellen Verhaltens auf.
2. Abweichendes Verhalten, Kriminalität, Frauenkriminalität: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe des abweichenden Verhaltens, der Kriminalität und der Spezifika der Frauenkriminalität.
3. Die Entwicklung der Frauenkriminalität in der Statistik: Es erfolgt eine Analyse der statistischen Erfassung weiblicher Delinquenz, inklusive einer kritischen Würdigung der Datenquellen und des Dunkelfeldes.
4. Ausgewählte Theorien zu abweichendem Verhalten in Bezug zur Frauenkriminalität: Hier werden soziologische Theorien wie die differentielle Assoziation, Kontrolltheorien und der Labeling Approach auf ihre Anwendbarkeit für die Frauenkriminalität geprüft.
5. Frauenspezifische Deliktgruppen: Eine detaillierte Untersuchung der Tatverdächtigenzahlen in ausgewählten Deliktsbereichen wie Diebstahl, Betrug und Tötungsdelikten bei Frauen.
6. Erklärungsfaktoren für weibliche Delinquenz: Dieses Kapitel diskutiert Einflussfaktoren wie soziale Schicht, Gewalterfahrungen, Sucht und das Rollenverständnis von Frauen.
7. Gesamtbetrachtung: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und der schwierigen Datenlage bei der Analyse weiblicher Kriminalität.
8. Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit in der Arbeit mit straffälligen Frauen diskutiert.
Frauenkriminalität, Kriminalstatistik, abweichendes Verhalten, Delinquenz, Dunkelfeldforschung, Soziale Arbeit, Bindungstheorie, Labeling Approach, Anomietheorie, Straffälligenhilfe, Geschlechterrollen, Sozialisation, Tatverdächtige, Verurteilungen, Resozialisierung.
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung und Hintergründe der weiblichen Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere warum Frauen statistisch gesehen seltener kriminell werden als Männer.
Zentrale Themen sind die statistische Erfassung von Kriminalität, die Anwendung kriminologischer Theorien auf Frauen, die Analyse frauenspezifischer Deliktgruppen und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, die Ursachen für den Anstieg und den Wandel der weiblichen Kriminalität zu durchleuchten und zu prüfen, welche Ansätze der Sozialen Arbeit bei straffälligen Frauen greifen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung offizieller Statistiken (z.B. PKS) und empirischer Forschungsergebnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Kriminalitätsentwicklung, die theoretische Einordnung mittels verschiedener Erklärungsansätze und die konkrete Analyse deliktspezifischer Entwicklungen bei Frauen.
Wichtige Begriffe sind Frauenkriminalität, Delinquenz, soziale Kontrolle, Labeling Approach, Dunkelfeld und Straffälligenhilfe.
Dies kann auf gesellschaftliche Veränderungen, eine gestiegene Emanzipation, veränderte Erfassungsquoten der Behörden oder auch eine real steigende Delinquenz zurückgeführt werden, wobei eine genaue Ursachenbestimmung schwierig bleibt.
Die Theorie postuliert, dass Mädchen und Frauen durch intensivere soziale Kontrolle und ein stärkeres Einbinden in familiäre Strukturen weniger Gelegenheiten und Kontaktmöglichkeiten zu kriminellen Netzwerken haben.
Die Arbeit plädiert für spezialisierte, auf weibliche Problemlagen ausgerichtete Angebote innerhalb der Straffälligenhilfe, um resozialisierend und präventiv wirken zu können.
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