Examensarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 2,3
1. Konzeption von Scheidung
1.1 Modelle der Scheidung
1.1.1 Desorganisationsmodell
1.1.2 Reorganisationsmodell
1.1.3 Transitionsmodell
1.2 Phasen der Trennung
1.2.1 Ambivalenzphase
1.2.2 Trennungs- und Scheidungsphase
1.2.3 Nachscheidungsphase (Konsoldierungsphase)
2. Kindliche Reaktionen nach Trennung und Scheidung
2.1 Individuelle Ebene
2.1.1 Auswirkungen auf die allgemeine Angepasstheit
2.1.2 Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl
2.1.4 Auswirkungen auf abweichendes und delinquentes Verhalten
2.1.6 Geschlechtsspezifische Auswirkungen der Scheidung
2.1.7 Auswirkungen in Abhängigkeit vom Alter der Kinder
2.1.8 Entwicklungsaufgaben
2.2 Familiale Ebene
2.2.1 Familiales Konfliktniveau
2.2.2 Kompetenzen des sorgeberechtigten Elternteils
2.2.3 Beziehungen zwischen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil
2.2.4 Sorgerechtsregelung
2.2.5 Elternstatus
2.2.6 Sozioökonomische Situation
2.3 Langzeitfolgen
2.3.1 Erhöhtes Risiko psychischer Erkrankungen
2.3.2 Erhöhte Selbstmordrate
2.3.3 Delinquenz
2.3.4 Gestaltung von Partnerschaften:
2.3.5 Frühreifes Verhalten
2.3.6 Zusammenfassung
3. Auswirkungen auf die Schule
3.1 Schulische Leistungen der Scheidungskinder
3.2 Integration und Verhalten der Scheidungskinder
3.3 Lehrer-Schüler-Interaktion
3.4 Lehrer-Eltern-Interaktion
3.5 Schule als unterstützendes System
4. Empirische Erhebung
4.1 Beschreibung des verwendeten Fragebogens
4.2 Zur praktischen Durchführung der Erhebung
4.3 Angaben zum Kind
4.3.1 Allgemeine Angaben
4.3.2 Leistungsverhalten
4.3.3 Sozialverhalten
4.3.4 Befindlichkeit
4.3.5 Gesundheit
4.4 Informationsstand der Lehrer
4.4.1 Unterrichtung über die Scheidung
4.4.2 Zeitpunkt der Unterrichtung über die Scheidung
4.4.3 Gespräch mit den Eltern
4.4.4 Gründe der Scheidung
4.4.5 Häufigkeit der stark und weniger betroffenen Scheidungskinder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf die schulischen Leistungen und das Sozialverhalten von Grundschulkindern. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, inwiefern Kinder durch den Scheidungsprozess negativ in ihren sozialen Kompetenzen und ihrer Befindlichkeit im schulischen Kontext beeinflusst werden.
1.1.1 Desorganisationsmodell
Das Desorganisationsmodell sieht die Ehescheidung als ein Endpunkt an, mit dem die Auflösung aller familialen Konstellationen und Beziehungen einhergeht. Die Kernfamilie an sich wird durch die Trennung der Ehepartner zerstört und aufgelöst. Das Sorgerecht sollte dabei nur auf ein Elternteil beschränkt werden. Dies wird von Goldstein et al. (1979) dadurch begründet, dass das kindliche Wohl durch die Trennung schon massiv verletzt worden sei und deswegen das Beste für das Kind getan werden müsse. Das steht aber im Gegensatz zu dem, was das Kind für sein Wohl ansieht. Das alleinige Sorgerecht eines Elternteils gewährleistet die Sicherheit in der Beziehung zu einer Bezugsperson. Außerdem kann die Rolle des liebevollen Elternteils, der als Identifizierung für das Kind fungiert, nur durch tägliches, ununterbrochenes Zusammenleben erfüllt werden. Der nicht sorgeberechtigte Elternteil spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, die sich auf Besuchsrecht, meist alle vierzehn Tage, beschränkt. Dadurch kann nach Goldstein et al. der nicht sorgeberechtigte Elternteil keine vertrauensvolle und enge Beziehung aufbauen. Er hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, wenn es um Entscheidungen rund um das Kind geht. Ihm ist keine Verantwortung gegenüber dem Kind übertragen worden.
1. Konzeption von Scheidung: Dieses Kapitel erläutert verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Einordnung von Scheidungsprozessen und differenziert zwischen den Phasen der Trennung.
2. Kindliche Reaktionen nach Trennung und Scheidung: Hier werden die Auswirkungen einer Scheidung auf die individuelle psychische Entwicklung, die familiale Situation sowie mögliche Langzeitfolgen bei Kindern analysiert.
3. Auswirkungen auf die Schule: Dieses Kapitel untersucht, wie sich die elterliche Scheidung auf die schulischen Leistungen, das Sozialverhalten und die Interaktionsmuster in der Schule auswirkt.
4. Empirische Erhebung: Der Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung, stellt die Ergebnisse der Lehrerbefragung dar und diskutiert diese in Bezug auf Leistungs- und Sozialverhalten.
Scheidung, Grundschule, Scheidungskinder, Sozialverhalten, Schulleistung, Lehrerurteil, Familienstabilität, Bewältigungsstrategien, Sorgerecht, Trennung, Empirische Erhebung, Befindlichkeit, Aggressivität, Familienkonflikte, Kindeswohl
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der elterlichen Scheidung auf Kinder im Grundschulalter, insbesondere im Hinblick auf deren schulische Leistungen und ihr Verhalten aus der Perspektive von Lehrkräften.
Die Themen umfassen die psychologische Konzeption von Scheidung, die Reaktion von Kindern in verschiedenen Entwicklungsphasen, die Auswirkungen auf das schulische Umfeld sowie die konkrete Einschätzung durch Grundschullehrer.
Ziel ist es, die These zu belegen, dass Kinder durch den Scheidungsprozess im schulischen Bereich sowie in ihren sozialen Kompetenzen und ihrer Befindlichkeit negativ beeinflusst werden.
Der Autor führt eine empirische Untersuchung mittels eines standardisierten Fragebogens durch, der an Grundschullehrkräfte gerichtet ist, um deren Einschätzungen über stark und weniger betroffene Scheidungskinder zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse kindlicher Reaktionen und eine empirische Datenauswertung, die Aspekte wie Noten, Sozialverhalten, Konzentrationsfähigkeit und den Informationsstand der Lehrer untersucht.
Zentrale Begriffe sind Scheidung, Grundschule, Sozialverhalten, Schulleistung, Lehrerurteil und Familienstabilität.
Die Untersuchung zeigt, dass bei stark betroffenen Kindern eine erhöhte Aggressivität gegenüber Mitschülern und teilweise gegenüber Gegenständen festzustellen ist, die während des Scheidungsprozesses zunimmt.
Stark betroffene Kinder zeigen laut Lehrerurteil signifikant schlechtere Leistungen, ein geringeres Sozialverhalten, eine schlechtere Integration in die Klassengemeinschaft und eine beeinträchtigte Befindlichkeit im Vergleich zu weniger betroffenen Kindern.
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