Diplomarbeit, 2002
34 Seiten, Note: mit Auszeichnung
1. Vorwort
2. Inhaltliche Umsetzung
2.1. Synopsis
2.2. Filmsprache
2.3. Storyboard
3. Technische Umsetzung
3.1. Kameratechnik
3.2. Licht
3.3. Keying
3.4. Anbindung der Motion Control an Lightwave
3.5. Angleichung von realer und digitaler Welt
3.6. Neue Arbeitsweisen für Kameraleute
4. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die filmische und technische Realisierung des Kurzfilms „Das Floß“. Ziel ist es, die Herausforderungen der Verschmelzung von realen Stopmotion-Elementen mit digitalen 3D-Hintergründen zu analysieren und eine ästhetische sowie effiziente Arbeitsweise für diesen hybriden Produktionsprozess zu definieren.
3.1 KAMERATECHNIK
Motion Control
Zu Anfang des Projektes gab es verschiedene Überlegungen, wie das Wasser aussehen sollte und dementsprechend die Floßbewegung sein könnte. Das Bild sollte möglichst realistisch wirken. Wir wollten uns nicht mit abstrahiertem Wasser, wie z.B. animierten Folien zufrieden geben. Die Entscheidung ging zugunsten von digitalem Wasser.
In einem ersten Test setzte der 3D-Programmierer ein digitales Floß in ein bewegtes virtuelles Wasser. Das reale Floß entsprach den Abmessungen des digitalen Floßes. Es stand im Studio auf einem Crass-Stativ, welches man in allen 3 Achsen über Kurbeln sehr genau bewegen kann. Das reale Floß wurde so in jedem Einzelbild der Bewegung des digitalen Floßes angepaßt. Das digitale Bild und das Videobild wurden per Überblendung am Monitor übereinandergesetzt.
Das Ergebnis war nicht sehr befriedigend. Das reale Floß zitterte in der Animation, weil man es nicht genau genug animieren konnte. Die Unterschiede von Bild zu Bild waren zu klein. Außerdem gab es Schwierigkeiten, die Perspektive zu treffen. Es war unmöglich, das reale Floß dem digitalen per Hand anzugleichen.
Wir mußten umdenken. Es bot sich die Möglichkeit eine Motion Control (Moco) zu leihen. Das ist ein Gerät, bei dem die Kamera auf einem Roboter sitzt, der sich von einem Computer ansteuern läßt. Mit der Software Kuper Controls kann man Fahrten einprogrammieren, die der Roboter dann einzelbildmäßig sehr genau und beliebig oft abfahren kann. Da ich bereits einen Animationsfilm mit solch einem Gerät gedreht hatte, war mir die Software bereits bekannt.
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Entstehungsgeschichte des Projekts und die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jan Thüring.
2. Inhaltliche Umsetzung: Dieses Kapitel beschreibt die Synopsis des Kurzfilms, die visuelle Filmsprache und das erarbeitete Storyboard.
3. Technische Umsetzung: Der Hauptteil erläutert detailliert die eingesetzte Kameratechnik, Lichtführung, das Keying-Verfahren, die Anbindung an die 3D-Software sowie Strategien zur Angleichung von realen und digitalen Elementen.
4. Fazit und Ausblick: Der Autor reflektiert über den digitalen Produktionsprozess und bewertet die zukünftigen Möglichkeiten digitaler Technologien für das Kino.
Digitale Fotografie, Motion Control, Stopmotion, Compositing, Greenscreen, Whitescreen, Lightwave, Filmsprache, 35mm Film, digitale Animation, Kurzfilm, Postproduktion, Kameraarbeit, Lichttechnik, 3D-Design.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und technische Umsetzung des Kurzfilms „Das Floß“, wobei der Schwerpunkt auf der Kombination von realer Stopmotion-Animation und computergenerierten 3D-Hintergründen liegt.
Die zentralen Felder sind die Kamera- und Lichttechnik bei Stopmotion, die Anwendung von Motion Control Systemen, spezielle Freistellungsmethoden (Keying) sowie die digitale Postproduktion zur harmonischen Zusammenführung verschiedener Bildebenen.
Das primäre Ziel ist es, den technischen Prozess zu definieren, der notwendig ist, um reale Modelle und digitales Wasser ästhetisch überzeugend und technisch präzise in einem gemeinsamen Filmbild zu vereinen.
Es wird eine praxisorientierte, explorative Methode angewandt, bei der durch Testreihen (Licht, Optiken, Motion Control) ein spezifischer Workflow für die digitale Komposition entwickelt wird.
Im Hauptteil werden die technischen Hürden, wie die präzise Steuerung der Kamera mittels Motion Control, die Lösung von Linsenverzerrungsproblemen und die Anwendung von Whitescreen-Techniken, ausführlich dargelegt.
Schlüsselwörter sind unter anderem Motion Control, digitale Fotografie, Stopmotion, Compositing, Whitescreen und 3D-Integration.
Die digitale Fotografie ermöglichte eine sofortige Qualitätskontrolle der Bilder am Monitor, sparte Kosten für teure Filmmaterialentwicklung und bot durch die digitale Farbtiefe bessere Voraussetzungen für das anschließende Compositing.
Beim Whitescreen-Verfahren werden zwei Aufnahmen (Vordergrund und Hintergrundmatte) gemacht, wodurch die bei Greenscreen problematischen Lichtreflexionen (Spill) auf den Objekten vermieden werden und feinste Details besser erhalten bleiben.
Die Kamera wurde über ein Motion Control System gesteuert, welches in der 3D-Software Lightwave exakt nachgebaut wurde, um sicherzustellen, dass die reale Kamera und das virtuelle Wasserdeck deckungsgleich sind.
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