Examensarbeit, 2002
140 Seiten, Note: 1,0
I Einführung
1 Untersuchungsgegenstand und struktureller Aufbau der Arbeit
2 Literatur- und Quellenlage
II Der Sport als Katalysator für eine neue Schulära in Großbritannien
1 Ein Einblick in die Genese des Sportunterrichts. Geschichtliche Merkmale und Zusammenhänge
1.1 Die historischen Hintergründe von den Anfängen bis zur Einführung des Sports an englischen Schulen
1.2 Die Public School mit ihrem Wegbereiter Thomas Arnold (1795-1842)
2 Vom Rowdy zum Gentleman - Persönlichkeitserziehung mit und durch Sportunterricht
3 Zusammenfassung
III Vom Schüler zum Lehrer – Der Werdegang eines zukünftigen Sportlehrers
1 Schulabschlüsse und Qualifikationsvoraussetzungen für ein Sportstudium
1.1 Das General Certificate of Secondary Education (GCSE)
1.2 A-level, AS-Level und A2-Level
2 Das Sportstudium
2.1 Die Universitäten und Colleges
2.1.1 Die Rolle des Sports an britischen Hochschulen
2.2 Bewerbungsverfahren und Aufnahmeregelungen der Hochschulen
2.3 Aufbau und Dauer des Studiums
2.3.1 Das Undergraduate-Studium
2.3.2 Das Postgraduate Certificate of Education (PGCE)
2.4 Eine Auswahl an Studiengängen in der Sportlehrerausbildung
2.4.1 Das Studium der Primarstufe
2.4.2 Das Studium der Sekundarstufe
2.4.3 Sportwissenschaften
2.4.4 Das Aufbaustudium
2.5 Finanzierung und Förderungsmöglichkeiten
3 Berufschancen und Perspektiven - Der Arbeitsmarkt in Großbritannien für den Sportlehrer
4 Zusammenfassung
IV Der britische Sportlehrer
1 Kategorisierungen von Sportlehrerberufen - ein kritischer Überblick
1.1 Zur allgemeinen Situation von PE Lehrern im Berufsfeld Schule
1.2 PE Lehrer der Primarstufe
1.3 PE Lehrer der Sekundarstufe an staatlichen und privaten Schulen
1.4 PE Lehrer im Hochschulbereich
1.5 Die Tätigkeit als Coach
2 Sozio-ökonomische Bedingungen für den Sportlehrer
2.1 Ansehen und Status
2.2 Verdienstmöglichkeiten und soziale Sicherung
2.3 Aufstiegs- und Weiterbildungschancen
2.4 Geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung – worin sich weibliche und männliche Sportlehrer unterscheiden
3 Zusammenfassung
V Das National Curriculum – Aufgaben und Ziele des Sportlehrers
1 Die Einführung des National Curriculums (NC)
1.1 Begründung für die Einführung und Inhalte eines Nationalen Curriculums
1.2 Das National Curriculum for Physical Education (NCPE)
2 Das Aufgabenspektrum des Sportlehrers
2.1 Key Stage I
2.1.1 Beispiel Tanz
2.2 Key Stage II
2.2.1 Beispiel Spiele
2.3 Key Stage III
2.3.1 Beispiel Gymnastik
2.4 Key Stage IV
2.4.1 Beispiel Leichathletik
3 Auswirkungen des NCPE auf den Lehrer
4 Zusammenfassung
VI Biographien von Sportlehrern – Ergebnisse einer Sportlehrerbefragung in Großbritannien
1 Die Wahl der Methode
2 Die Interviews
2.1 Die Interviewpartner
2.2 Berufswahlmotive
2.3 Aspekte der Arbeit - persönliche Einstellungen zum Beruf
2.4 Wünsche für die Zukunft
3 Zusammenfassung
VII Konklusion
VIII Quellen und Literatur
IX Anhang
Diese Arbeit untersucht die Rolle, Ausbildung und Arbeitsbedingungen von Sportlehrern in Großbritannien unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, moderner Bildungsanforderungen und persönlicher Erfahrungen der Lehrkräfte. Das zentrale Ziel ist es, ein detailliertes Bild des Berufsbildes zu entwerfen, welches die Komplexität des britischen Bildungssystems und die Anforderungen an sportpädagogisches Personal im nationalen und internationalen Kontext beleuchtet.
Die Public School mit ihrem Wegbereiter Thomas Arnold (1795-1842)
Respektlosigkeit und desolate Zustände innerhalb der Schülerschaften sind kennzeichnend für die damalige Situation an vielen Public Schools. Als negatives Beispiel kann die Privatschule Rugby mit ihrem Schulleiter Thomas Arnold angeführt werden. Arnold wollte die Atmosphäre an seiner Schule verändern und einen Ort der Moral und des Anstands schaffen. Zur Realisierung seines Vorhabens machte er sich das schon damals existierende Prefect-Fagging-System zu Nutze, bei dem älteren, charakterlich geeigneten Schülern (Prefects) sowohl die Verantwortung für Disziplin und Ordnung in bestimmten Klassengruppen übertragen wurde (vgl. FISCHER/BURWELL 1995, 198) als auch die Autorität, ihnen untergeordnete Schüler mit Diensten und Arbeiten zu beauftragen (Fagging). Hauptziel war auf diese Weise das Vermitteln von bestimmten moralischen Werten, und diese sollten die von Arnold eigens ernannten Prefects an die jüngeren Schüler weitergeben. Eine Hilfestellung bot ihm die Sozialisierung des Sports, dessen erzieherische und beeinflussende Funktion immer mehr Beachtung fand. EISENBERG beschreibt dies folgendermaßen:
Der Sport [ist, S.K.] stets auch ein integraler Bestandteil der umgebenden Gesellschaft, von der er geprägt wird und auf die er zurückwirkt. Indem er bestimmte Lebensstile und Prinzipien der Lebensführung nahelegt, beeinflußt er die Strukturen sozialer Ungleichheit (Stände, Klassen, Schichten, Minoritäten, Geschlechter, Altersgruppen), die er entweder spiegelbildlich abbildet oder konterkariert. In dieser Dimension kann der Sport sozialen Wandel flankieren oder einleiten (1996, 13).
I Einführung: Einleitende Darstellung des Untersuchungsgegenstandes, der Relevanz des Themas sowie der methodischen Herangehensweise an die Analyse des britischen Sportlehrerberufs.
II Der Sport als Katalysator für eine neue Schulära in Großbritannien: Beleuchtung der historischen Ursprünge des Sportunterrichts und dessen Funktion bei der Charakterbildung, insbesondere im Kontext der Public Schools des 19. Jahrhunderts.
III Vom Schüler zum Lehrer – Der Werdegang eines zukünftigen Sportlehrers: Detaillierte Beschreibung der schulischen Qualifikationsvoraussetzungen, der universitären Ausbildungspfade sowie der Finanzierungsmodelle im britischen Hochschulsystem.
IV Der britische Sportlehrer: Analyse der verschiedenen Berufsfelder, sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen des Sportlehrerberufs in staatlichen und privaten Schulen.
V Das National Curriculum – Aufgaben und Ziele des Sportlehrers: Untersuchung der Auswirkungen des nationalen Lehrplans auf die Unterrichtsgestaltung, die Strukturierung der Lerninhalte sowie auf die Autonomie der Lehrkräfte.
VI Biographien von Sportlehrern – Ergebnisse einer Sportlehrerbefragung in Großbritannien: Auswertung qualitativer Interviews zu den persönlichen Beweggründen, Erfahrungen und beruflichen Ansichten britischer Sportpädagogen.
VII Konklusion: Synthese der Forschungsergebnisse und abschließende kritische Bewertung der gegenwärtigen Situation des Sportlehrers im britischen Schulwesen.
Sportlehrer, Großbritannien, Physical Education, National Curriculum, Lehrerausbildung, Public Schools, Sportpädagogik, Schulsport, Lehrberuf, Arbeitsbedingungen, Coaching, Sportwissenschaften, Bildungsreform, Karrierewege, Lehrerbefragung.
Die Examensarbeit bietet eine umfassende Analyse des Berufsbildes, der Ausbildung und der aktuellen beruflichen Situation von Sportlehrerinnen und Sportlehrern in Großbritannien unter Berücksichtigung historischer und curricularer Rahmenbedingungen.
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Sports an britischen Schulen, die universitäre Lehrerausbildung, die sozio-ökonomischen Bedingungen, die Implementierung des National Curriculum sowie die persönlichen Erfahrungen der Lehrkräfte in der Praxis.
Das Ziel ist die Erforschung der Rolle und Bedeutung des Sportlehrers im britischen Bildungssystem sowie die Identifizierung von Faktoren, die den Beruf in seinem gesellschaftlichen Stellenwert beeinflussen.
Es handelt sich primär um eine Literaturanalyse, die durch eine qualitative Interviewstudie (problemzentrierte Interviews) ergänzt wird, um die subjektiven Perspektiven der Lehrkräfte zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese des Sportunterrichts, den detaillierten Weg von der Schule bis zur Berufsausübung, die Analyse der täglichen Arbeitsrealität unter einem nationalen Lehrplan sowie die Auswertung von Experteninterviews.
Zu den prägenden Begriffen zählen Physical Education (PE), das britische National Curriculum, die Ausbildung an Universitäten, der Status von Lehrkräften sowie Herausforderungen im modernen Schulalltag.
Privatschulen verfügen meist über ein höheres Budget, eine bessere Ausstattung an Sportstätten und eine geringere Betreuungsrelation, was Lehrern mehr Zeit für die individuelle Förderung und außerschulische Projekte lässt, während staatliche Schulen häufiger unter Ressourcenknappheit leiden.
Das Curriculum sorgt für eine einheitliche inhaltliche Struktur und Standards, führt jedoch auch zu einem erhöhten bürokratischen Aufwand, Zeitdruck durch Prüfungsanforderungen und einer gefühlten Einschränkung der pädagogischen Gestaltungsfreiheit.
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