Bachelorarbeit, 2018
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: „ROSA IST FÜR MÄDCHEN. BLUTROT FÜR MÄNNER“. – Die Verbindung von Fleisch und „Männlichkeit“.
2. Vegetarismus und Veganismus – Verteilung, Beweggründe und Unterschiede.
2.1 Vegetarismus – Definition und Beweggründe.
2.2 Veganismus – Definition und Beweggründe.
2.3 Wichtige Zahlen zum Vegetarismus und Veganismus.
2.4 Forschungsstand zum Thema des Vegetarismus und Veganismus.
3. Theoriegrundlage – Konstruktion von Geschlecht.
3.1 Die Kategorien „Sex“ und „Gender“.
3.2 Judith Butler – Der Begriff des „doing gender“ und die Performanz des Geschlechts.
4. Ausgewählte Methoden, Begründung des Feldes und eigene Positionierung innerhalb des Feldes.
5. Vorstellung der Interviewpartner und Analyse.
5.1 Interview Nummer Eins: Julian – „Menschen fühlen sich verletzt dadurch, dass ich kein Fleisch mehr esse“.
5.2 Interview Nummer Zwei: Max – „Die haben dann auch gesagt: Ruf an, wenn du wieder normal bist“.
5.3 Interview Nummer drei: Sebastian – „Ih, tu den Mist vom Grill weg, da kommt nur Fleisch drauf“.
5.4 Interview Nummer vier: Patrick – „Man(n) muss Fleisch essen, um Mann zu sein… des fand‘ ich auch n‘ bisschen krass und hab‘ ich eigentlich auch nicht erwartet“.
6. Zusammenführung der Ergebnisse aus den empirisch erhobenen Daten mit passenden Theorien.
7. Fazit: Das breite Forschungsfeld des Veganismus und Vegetarismus.
8. Literatur- und Quellenverzeichnis.
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht mittels qualitativer Interviews mit vier jungen, männlichen Vegetariern und Veganern die Konstruktion von Geschlecht durch Ernährung, mit einem besonderen Fokus auf die vermeintliche Verbindung zwischen Fleischkonsum und Männlichkeitsvorstellungen.
1. Einleitung: „ROSA IST FÜR MÄDCHEN. BLUTROT FÜR MÄNNER“. – Die Verbindung von Fleisch und „Männlichkeit“.
„NIMM MICH!“ – Diese zwei, fett in gelb gedruckten Wörter auf einem Cover des Magazins „BEEF!“ starren den / die Käufer_in an der Kasse in einem Supermarkt an. Bei diesem Titel geht es gänzlich und allein um ein Stück Fleisch. Unter der dick gedruckten Überschrift erfährt man nun genauer, was das eigentliche Thema der Zeitschrift ist. „NIMM MICH! – Frisch verliebt in die besten Cuts zum Grillen: Rib-Eye, Tomahawk, Rumpsteak, Roastbeef, Nackensteak…“ („BEEF!“ Magazin Ausgabe 3/2015). Zu sehen ist passend dazu ein, noch rohes, drapiertes Stück Fleisch – um genau zu sein, ein Steak.
Das Magazin „BEEF! – Für Männer mit Geschmack“, wie der vollständige Titel lautet, postuliert sich als „das erste Kochmagazin für Männer“ (G+J: Medienwelt o.J.) und wurde im Jahr 2009 gegründet (vgl. ebd.). Das Magazin beschreibt sich selbst als „[e]del, informativ, klug und humorvoll“ (vgl. ebd.). Cover und Überschriften, wie das gerade vorgestellte Cover einer Ausgabe aus dem Jahre 2015, sind bei diesem Magazin keine Seltenheit. So fällt sofort auf, wenn man sich die Titelseiten einiger vergangener Ausgaben anschaut, dass Zweideutigkeiten und das Spiel mit Geschlechterstereotypen zum Standardrepertoire der Zeitschrift gehören.
Titel wie „ROHKOST FÜR MÄNNER“ („BEEF!“ Magazin, Ausgabe 4/2017), „GIB`S MIR!“ (ebd., Ausgabe 5/2017) oder „DICKE DINGER“ (ebd., Ausgabe 2/2012) sind keine Seltenheit. Immer fett gedruckt und immer mit dem passenden Stück Fleisch auf dem Cover. Auch in ihren Werbungen bleibt sich das Magazin treu. So werben sie beispielsweise mit Sprüchen wie „ROSA IST FÜR MÄDCHEN. BLUTROT FÜR MÄNNER“ („BEEF!“ o.J.) für eines ihrer Magazine. Auch der Spruch „MÄNNER KOCHEN ANDERS“ (ebd.) findet man auf einem ihrer Plakate, die man zudem online erwerben kann.
1. Einleitung: „ROSA IST FÜR MÄDCHEN. BLUTROT FÜR MÄNNER“. – Die Verbindung von Fleisch und „Männlichkeit“.: Die Einleitung thematisiert die medial inszenierte Verbindung zwischen Fleischkonsum und Männlichkeitskonstruktionen und legt die Forschungsfrage der Arbeit dar.
2. Vegetarismus und Veganismus – Verteilung, Beweggründe und Unterschiede.: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Vegetarismus und Veganismus, beleuchtet deren Verbreitung in Deutschland und diskutiert ethische sowie gesundheitliche Beweggründe.
3. Theoriegrundlage – Konstruktion von Geschlecht.: Hier werden die theoretischen Rahmenkonzepte wie „Sex“ und „Gender“ sowie Judith Butlers Theorie des „doing gender“ eingeführt, um Geschlecht als soziale Konstruktion zu begreifen.
4. Ausgewählte Methoden, Begründung des Feldes und eigene Positionierung innerhalb des Feldes.: Das Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign der Arbeit sowie die eigene Rolle der Autorin im Feld der befragten Veganer und Vegetarier.
5. Vorstellung der Interviewpartner und Analyse.: Dieser Hauptteil präsentiert die Einzelfallanalysen der vier geführten Interviews und untersucht die persönlichen Erfahrungen und Reaktionen des sozialen Umfelds.
6. Zusammenführung der Ergebnisse aus den empirisch erhobenen Daten mit passenden Theorien.: Die empirischen Befunde werden hier theoretisch fundiert und die Themen der Kraft, Männlichkeit und Nahrungshierarchien synthetisiert.
7. Fazit: Das breite Forschungsfeld des Veganismus und Vegetarismus.: Das Fazit fasst die Kernerkenntnisse zusammen, reflektiert die Abhängigkeit der Männlichkeitskonstruktion vom sozialen Umfeld und benennt weiterführende Forschungsaspekte.
8. Literatur- und Quellenverzeichnis.: Dokumentation der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Fleischkonsum, Männlichkeit, Gender, Doing Gender, Veganismus, Vegetarismus, Ernährung, Geschlechterrollen, Performanz, Identitätskonstruktion, Qualitative Sozialforschung, Soziale Normen, Nahrungshierarchie, Kulturwissenschaft, Kraft
Die Arbeit untersucht die kulturelle Verknüpfung von Fleischkonsum und Männlichkeit sowie die Rolle, die diese Verbindung bei der Konstruktion von Geschlechtsidentität spielt.
Zentral sind die Themenfelder Ernährung, Männlichkeitsbilder, soziale Identitätskonstruktion (Doing Gender) und die Auswirkungen eines fleischlosen Lebensstils auf die Wahrnehmung durch das soziale Umfeld.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie junge Männer, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, über ihr eigenes Essverhalten sprechen und welche Rolle geschlechtsspezifische Erwartungen dabei spielen.
Die Autorin nutzte qualitative Experteninterviews mit vier jungen, männlichen Vegetariern bzw. Veganern, deren Ergebnisse in Anlehnung an die „Grounded Theory“ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung und Analyse der vier Interviewpartner sowie deren persönlichen Berichten über Reaktionen aus Familie, Sportverein und Arbeitsumfeld bezüglich ihres Fleischverzichts.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Fleischkonsum“, „Männlichkeit“, „Doing Gender“, „Performanz“ und „Ernährungssoziologie“ beschreiben.
Die befragten Männer berichten übereinstimmend, dass besonders ältere Generationen kein Verständnis für den Fleischverzicht aufbringen und diesen oft als „komisch“, „Trend“ oder „Phase“ abtun.
Fleisch wird symbolisch mit Kraft, Dominanz über die Natur und physischer Leistungsfähigkeit assoziiert, was historisch und kulturell eng mit traditionellen Männlichkeitsentwürfen verknüpft ist.
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