Diplomarbeit, 2004
129 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2. Grundlagen von Lieferantenparks
2.1 Begriffsbestimmung von Lieferantenparks
2.1.1 Begriffsdefinition Lieferantenpark
2.1.2 Wissenschaftliche Abgrenzung zu verwandten Ansätzen
2.1.2.1 Industriecluster
2.1.2.2 Gewerbe- bzw. Industriegebiete
2.1.2.3 Güterverkehrszentren (GVZ)
2.1.2.4 Versorgungszentren (VZ)
2.1.2.5 Logistik-/Lieferantenzentren (LLZ)
2.2 Entwicklung und Treiber von Lieferantenparks
2.2.1 Ursprünge der heutigen Lieferantenparkkonzepte
2.2.2 Gründe für die Entstehung von Lieferantenparks
2.3 Beteiligte Parteien des Lieferantenparks
2.3.1 Automobilhersteller
2.3.2 Parklieferanten
2.3.3 Logistik- und Servicedienstleister
2.3.4 Betreiber
3. Logistiknetzwerke in der Automobilindustrie
3.1 Definition und Charakterisierung von Logistiknetzwerken
3.2 Charakterisierung von Logistiknetzwerken in der Automobilindustrie
3.3 Supply Chain Management Ansatz
3.3.1 Begriffsdefinition Supply Chain Management
3.3.2 Ziele des Supply Chain Managements
3.3.3 Das SCOR-Modell
3.4 Versorgungskonzepte in Automobilnetzwerken
3.4.1 Konventionelle Lageranlieferung
3.4.2 Direktanlieferung Just-in-Time
3.4.3 Direktanlieferung Just-in-Sequence
3.5 Nischenstellung des Lieferantenparks im Automobilnetzwerk und aktueller Implementierungsstand
4. Nutzenpotenziale von Lieferantenparks in der Automobilindustrie
4.1 Definition von Nutzenpotenzialen
4.2 Strukturierung der Nutzenpotenziale von Lieferantenparks
4.2.1 Infrastruktur/Gebäude
4.2.2 Logistik
4.2.3 Nicht-logistische Dienstleistungen
5. Empirische Untersuchung
5.1 Forschungsdesign und methodische Grundlagen
5.2 Besonderheiten der internationalen Marktforschung
5.3 Angewandtes Forschungsdesign
5.3.1 Analysemodell und Fragebogengestaltung
5.3.2 Maßnahmen zur Erhöhung der Rücklaufquote
5.4 Erste Resultate der empirischen Erhebung
5.4.1 Automobilhersteller
5.4.3 Parklieferanten
5.4.2 Logistik- und Servicedienstleister
5.4.4 Betreiber
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Lieferantenparkkonzepte in der Automobilindustrie als spezifische Versorgungsstruktur präzise zu definieren, von verwandten Logistikansätzen abzugrenzen und die aus der unmittelbaren räumlichen Nähe resultierenden Nutzenpotenziale für die beteiligten Akteure ganzheitlich zu ermitteln.
3.4.2 Direktanlieferung Just-in-Time
Just-in-Time, kurz JIT, wird definiert als „Philosophie, deren Ziel es ist, ein Produkt oder eine Dienstleistung durch eine geeignete Planung, Steuerung und Kontrolle aller Materialströme und der dazugehörigen Informationsströme Just in Time zu erstellen, d.h. ohne Verschwendung von Zeit, Material, Arbeitskraft und Energie, entsprechend den Wünschen des Kunden bezüglich Preis, Qualität und Lieferservice bereitzustellen.“ Das Hauptziel der JIT-Philosophie ist die Rationalisierung des Materialflusses sowohl innerhalb des Fertigungsbereiches als auch zwischen den Unternehmen. Dadurch sollen Bestände verringert, die Durchlaufzeit verkürzt, die Arbeitsproduktivität erhöht, die Reaktionsfähigkeit bezüglich der kurzfristigen Lieferbereitschaft gesteigert und der administrative Aufwand gesenkt werden. Vor allem in der Automobilindustrie hat JIT einen hohen Stellenwert. Im Werk der Audi AG in Neckarsulm werden beispielsweise ca. 90% aller benötigten Teile nach dem Just-in-Time-Prinzip geliefert und innerhalb weniger Minuten, bzw. in einem Zeitraum bis zu acht Stunden ab Anlieferung, verbaut. Nachhaltige ökonomische Effekte sind nach Arnold jedoch nur dann zu erzielen, wenn die JIT-Philosophie nicht nur auf die Lieferung zwischen Automobilhersteller und 1-tier Lieferant beschränkt wird, sondern auch die Güterflüsse der vorgelagerten Wertschöpfungspartner mit integriert werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Trend zu netzwerkartigen Unternehmensstrukturen in der Automobilindustrie und führt das Konzept des Lieferantenparks als Antwort auf wachsende Kundenanforderungen und den Logistikwandel ein.
2. Grundlagen von Lieferantenparks: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Begriffsbestimmung, grenzt Lieferantenparks von verwandten Strukturen wie Industrieclustern oder Güterverkehrszentren ab und analysiert die Akteure sowie Betreibermodelle.
3. Logistiknetzwerke in der Automobilindustrie: Hier werden Lieferantenparks in den Kontext globaler Logistiknetzwerke eingeordnet, SCM-Ansätze erläutert und die spezifischen Versorgungskonzepte JIT und JIS sowie das SCOR-Modell detailliert dargestellt.
4. Nutzenpotenziale von Lieferantenparks in der Automobilindustrie: Dieser Teil strukturiert die theoretischen Nutzenpotenziale in die drei Kernbereiche Infrastruktur, Logistik und nicht-logistische Dienstleistungen.
5. Empirische Untersuchung: Kapitel 5 beschreibt das Forschungsdesign der empirischen Erhebung, erläutert die methodischen Grundlagen und präsentiert erste Resultate aus den Befragungen der beteiligten Parkparteien.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen, wie etwa die gemeinsame Nutzung von Parks durch mehrere OEMs.
Lieferantenpark, Automobilindustrie, Logistiknetzwerke, SCM, SCOR-Modell, Just-in-Time, Just-in-Sequence, Nutzenpotenziale, Outsourcing, Infrastruktur, Logistik, Prozessoptimierung, Unternehmenskooperation, Modularisierung, Supply Chain.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung und Ermittlung von Nutzenpotenzialen europäischer Lieferantenparkkonzepte innerhalb der Automobil- und Zuliefererindustrie aus der Sicht der beteiligten Akteure.
Die zentralen Felder umfassen die logistischen und infrastrukturellen Aspekte von Lieferantenparks, die Einordnung in SCM-Logistiknetzwerke sowie die empirische Analyse der Vorteile für Hersteller, Lieferanten, Dienstleister und Betreiber.
Das Ziel ist die ganzheitliche Erfassung und Abgrenzung des Lieferantenpark-Konzepts sowie die Aufdeckung von Synergieeffekten, um daraus praxisrelevante Optimierungspotenziale abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine explorative empirische Untersuchung, basierend auf einer literaturgestützten Theoriebildung und einer zweistufigen Befragung (schriftlich und mündliche Interviews) unter Verwendung des industrieerprobten SCOR-Modells.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Kap. 2 & 3), die Kategorisierung von Nutzenpotenzialen (Kap. 4) sowie eine umfangreiche empirische Erhebung der Ergebnisse aus verschiedenen europäischen Standorten (Kap. 5).
Wesentliche Begriffe sind Lieferantenpark, Automobilindustrie, Logistiknetzwerke, Supply Chain Management (SCM), Just-in-Time (JIT) und Nutzenpotenziale.
Während ein Güterverkehrszentrum primär auf die Kooperation von Logistikunternehmen zur Optimierung von Verkehrsträgerwechseln abzielt, steht bei einem Lieferantenpark die abnehmernahe Ansiedlung von Modul- und Systemlieferanten zur produktionssynchronen Versorgung eines spezifischen Werks im Fokus.
Das SCOR-Modell dient als systematisches Analyseinstrument, um die Supply-Chain-Prozesse (Plan, Source, Make, Deliver) im Lieferantenpark zu strukturieren und die Nutzenpotenziale entlang dieser Prozesskette messbar zu machen.
Diese Betreiber sehen vor allem regionalpolitische Vorteile, wie die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Steigerung der Steuereinnahmen und die proaktive Koordinierung von Infrastrukturmaßnahmen zur Stärkung des regionalen Industriestandorts.
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