Masterarbeit, 2019
164 Seiten, Note: 1
A Theoretischer Teil
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
2 Hypnosystemischen Beratung
2.1 Einleitung und Definition
2.2 Grundlagen und Grundbegriffe in der hypnosystemischen Beratung
2.2.1 Willkürliche und unwillkürliche Prozesse
2.2.2 Trance und Hypnose
2.2.3 Aufmerksamkeitsfokussierung
2.2.4 Priming
2.2.5 Potentialhypothese
2.2.6 Systemischer Ansatz
2.2.7 Utilisation
2.2.8 Zielvisionsentwicklung
2.2.9 Seitenmodell oder Dissoziationsmodell
2.2.10 Pacen
2.3 Menschenbild und Haltung in der hypnosystemischen Beratung
2.3.1 Wertschätzung
2.3.2 Weitere Anmerkungen zu Wertschätzung in der Literatur
2.3.3 Transparenz und Vertrauen
2.3.4 Beratung auf Augenhöhe
2.3.5 Empathie
2.3.6 Auf das Anliegen der Klient*innen eingehen
3 Arbeitslosigkeit
3.1 Einleitung und Definition
3.2 Formen der Arbeitslosigkeit
3.3 Der neoklassische Ansatz und der keynesianische Ansatz
3.4 Gesundheitliche und soziale Auswirkungen von Arbeitslosigkeit
3.5 Unterstützungen
3.5.1 Arbeitslosengeld
3.5.2 Notstandshilfe
3.5.3 Bedarfsorientierte Mindestsicherung
4 Beratung im nicht freiwilligen Kontext
4.1 Definition und Einleitung
4.2 Die Art der Kontaktaufnahme
4.3 Macht im nicht freiwilligen Kontext
4.4 Motivation im nicht freiwilligen Kontext
4.5 Dreieckskontakte
4.6 Weitere Meinungen und Ansichten im nicht freiwilligen Kontext
4.7 Einteilung von Beratungen im nicht freiwilligen Kontext nach Rainer Göckler
4.8 Die Wichtigkeit von Hoffnung in der Beratung im nicht freiwilligen Kontext
4.9 Nicht freiwilliger Kontext aus hypnosystemischer Sicht
5 Widerstände in der Beratung
5.1 Einleitung und Definition
5.2 Grundsätzliches zum Widerstand
5.3 Weitere Meinungen zu Widerständen
5.4 Widerstände und das kreative Eingehen auf Widerstands-phänomene
5.5 Widerstand aus hypnosystemischer Sicht
6 Tätigkeitsschwerpunkt im Projekt step2job 2018
B Empirischer Teil
1 Forschungsfrage und Hypothesen
1.1 Forschungsfrage
1.2 Hypothesen
2 Methode
2.1 Fragebogenerstellung und Vorbereitung der Befragung
2.2 Interviewleitfadenerstellung und Vorbereitung der Interviews
2.3 Sampling: Die Grundgesamtheit im Projekt step2job 2018 bzw. im Vergleichsprojekt 2016
2.4 Statistik
3 Ergebnisse
3.1 Beschreibung der Stichprobe für die Befragung
3.2 Beschreibung der Stichprobe für die Interviews
3.3 Die einzelnen Personen im Interview
3.4 Durchführung
3.4.1 Durchführung der Befragung
3.4.2 Durchführung der Interviews
3.5 Auswertung
3.5.1 Auswertung der Ergebnisse der Befragung
3.5.2 Die Auswertung der offenen Frage und Anmerkungen im Fragebogen
3.5.3 Auswertung der Interviews
4 Zusammenfassende Diskussion, Beantwortung der Forschungsfrage und sonstige Meinungen
4.1 Einleitung und Darstellung der bisherigen Ergebnisse
4.2 Zusammenfassende Diskussion
4.2.1 Beantwortung der Hypothesen
4.2.2 Sonstige Ergebnisse aus den Interviews
4.2.3 Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung
4.3 Abschlusszitate und Meinungen von Autoren, die die Forschungsfrage und die Hypothesen bestätigen
5 Kritik und Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung, ob hypnosystemische Beratung, basierend auf einem hypnosystemischen Menschenbild, zur Verringerung von Widerständen im nicht freiwilligen Kontext beitragen kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit dieses Ansatzes in der Betreuungseinrichtung step2job, um Klient*innen, die sich in einem Zwangskontext befinden, zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu motivieren.
2.2.1 Willkürliche und unwillkürliche Prozesse
Trance kann aufgefasst werden als eine Überleitung von willkürlichem Erleben zu mehr unwillkürlichem Erleben. Willkürlich meint demnach selbst gemacht und verantwortet. Unwillkürlich meint in diesem Sinne außerhalb der direkten Steuerung, als ob eine andere Instanz dafür verantwortlich wäre. Hierbei muss zwischen unbewusst und unwillkürlich, am besten an Hand des Beispiels des Herzschlags, differenziert werden. Der Herzschlag ist ein unwillkürlicher Prozess, der aber bewusst wahrnehmbar ist. Das bedeutet, dass nicht automatisch alle unwillkürlichen Prozesse unbewusst sein müssen (vgl. Schmidt, 2016a, S. 18-21).
„Bei der Betrachtung der Dynamik von Symptomen zeigt sich praktisch immer sehr deutlich, dass die Kraft des willkürlichen Wollens meist keine Chance hat gegen unwillkürliche Prozesse.“ (Schmidt, 2016a, S. 44) Man kann dies so zusammenfassen: Ich will, aber es geht nicht. Ein Teil in den Klient*innen, der willkürliche Teil, will Veränderung. Ein anderer Teil, der unwillkürliche Teil, stellt sich aber der Veränderung entgegen. Diese Prozesse werden vom willkürlichen Teil nicht verstanden und auch oft abgewertet oder bekämpft (vgl. Schmidt, 2016a, S. 44).
„…das bewusste „Ich“ erlebt sich ja als dem unwillkürlichen „Es“ ausgeliefertes Opfer.“ (Schmidt, 2016a, S. 44) Wenn dieser unwillkürliche Teil in der Folge bekämpft wird, so verstärkt sich das Problem dann auch noch, da unwillkürliche Prozesse schneller und effektiver ablaufen als willkürliche Prozesse (vgl. Schmidt, 2016a, S. 44-45).
Die Placebo-Forschung bestätigt die Kraft von unwillkürlichen Prozessen. Wenn jemand glaubt, das was man tut hilft, dann wird es auch helfen, umgekehrt hat dies auch seine Wirkung und wird als Nocebo-Effekt bezeichnet (vgl. Dietrich, 2016, S. 43, Dispenza, 2014, S. 67).
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit: Diese Einführung erläutert das Ziel der Untersuchung sowie den zweigeteilten Aufbau in einen theoretischen und einen empirischen Teil.
2 Hypnosystemischen Beratung: Dieses Kapitel definiert das hypnosystemische Modell und beleuchtet zentrale Konzepte wie Trance, Aufmerksamkeitsfokussierung und das hypnosystemische Menschenbild.
3 Arbeitslosigkeit: Hier werden Formen, Folgen und Unterstützungsmechanismen bei Arbeitslosigkeit sowie ökonomische Erklärungsmodelle dargelegt.
4 Beratung im nicht freiwilligen Kontext: Dieser Abschnitt behandelt die Besonderheiten der Beratung in Zwangskontexten, inklusive der Rolle von Macht, Motivation und Kontaktaufnahme.
5 Widerstände in der Beratung: Das Kapitel definiert Widerstand, diskutiert dessen Schutzfunktion und erläutert den kreativen Umgang damit aus hypnosystemischer Perspektive.
6 Tätigkeitsschwerpunkt im Projekt step2job 2018: Hier wird der Praxisrahmen der Studie, das Projekt step2job zur Integration von Langzeitarbeitslosen, detailliert beschrieben.
B Empirischer Teil: Der Teil fasst die Forschungsfrage, die methodische Vorgehensweise, die Stichprobenerhebung und die statistische sowie inhaltliche Auswertung zusammen.
Hypnosystemische Beratung, Arbeitslosigkeit, nicht freiwilliger Kontext, Zwangskontext, Widerstand, Hypnosystemisches Menschenbild, Wertschätzung, Beratung auf Augenhöhe, Empathie, Motivation, step2job, Coaching, Empowerment, Ressourcenorientierung, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht, ob und wie hypnosystemische Beratungsmethoden dazu beitragen können, Widerstände bei Klient*innen im nicht freiwilligen Kontext abzubauen und diese zur Mitarbeit zu motivieren.
Die zentralen Felder umfassen die hypnosystemische Beratungstheorie, die Problematiken von Arbeitslosigkeit, die Dynamik von Zwangskontexten in der Beratung sowie der professionelle Umgang mit Widerstandsphänomenen.
Das primäre Ziel ist zu klären, ob durch hypnosystemische Beratung unter Berücksichtigung eines hypnosystemischen Menschenbildes eine Verringerung von Widerständen im Kontext der Einrichtung step2job erreicht werden kann.
Die Studie nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, bestehend aus einer quantitativen Befragung (n=45) und einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über hypnosystemische Grundlagen, Arbeitslosigkeit und Zwangskontexte sowie einen empirischen Teil, der die Untersuchung im Projekt step2job 2018 darstellt und diskutiert.
Wesentliche Begriffe sind Hypnosystemik, Widerstand, Beratung auf Augenhöhe, Wertschätzung, Arbeitslosigkeit, Zwangskontext, Motivation, Empathie und Ressourcenorientierung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass langfristiger externer Druck eher kontraproduktiv wirkt und Widerstände verstärkt, während ein wertschätzender Ansatz mit Fokus auf Empowerment motivierender wirkt.
Die Arbeit zeigt, dass eine kontinuierliche Beratung über einen längeren Zeitraum hinweg dazu beiträgt, dass Klient*innen kooperativer werden und Widerstände abnehmen, auch wenn die statistische Signifikanz hier variieren kann.
Die befragten Personen empfanden die wertschätzende Haltung, das Eingehen auf ihre Bedürfnisse und das "Nicht-Besser-Wissen" des Beraters als entscheidende Faktoren, die ihren Widerstand verringerten und ihre Motivation steigerten.
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