Forschungsarbeit, 2006
223 Seiten
0. Das thüringische Dorf Herda, sein Umfeld, seine Entwicklung
0.1 Thüringen vor der Geschichtszeit
0.2 Das Geschichtsbild des südwestlichen Thüringens
0.3 Die Rekonstruktion des Mittelalters und des Adels
0.4 Der thüringische Untertan
0.5 Der Strukturwandel Adel/Untertan
1. Die grundsätzliche Entwicklung Adel
1.1 Das Entstehen von Adel
1.2 Adel und Bevölkerung
2. Die örtliche Situation
3. Die Genealogie derer von Herda
4. Vergleich mit anderen Adelsgeschlechtern
5. Probleme im Geschlecht derer von Herda
5.1 Das Problem der fortlaufenden Teilungen von Grund und Besitz
5.2 Die Folgen von Besitz-Teilungen
6. Das Management derer von Herda
6.1 Wirtschafts-Vorgaben und Kontrollen
6.2 Das Geschäft mit der Verpachtung
6.3 Landwirtschaft
6.4 Die Abhängigkeits-Wirtschaft
6.5 Forst- und Jagd-Wirtschaft
6.6 Negatives Einkommen, Schulden derer von Herda
6.7 Verantwortlichkeit als Manager
7. Der Herrschaftsbereich
7.1 Bereich im Werra-Bogen nach Art und Umfang
7.2 Der geografische Bereich
7.3 Herda
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Das Gut derer von Herda in Herda
7.3.3 Das gepachtete Schloßgut
7.4 Beherrschungsfragen, Herda mit Bevölkerung, Schloßgut und Vorwerk Kratzerode
8. Der Nieder-Adel an sich und die Ämter (Beamte)
9. Die adelige Wirtschaft
10. Das Geschlecht derer von Herda im Eigen- und Wirkbereich
11. Die Gemeinde Herda
12. Die Einteilung des Fürstentums Eisenach nach Verwaltungs/Steuerbereichen im Jahr 1743 (Auszug)
13. Regentenfolge für den Raum Eisenach-Gerstungen-Herda
14. Rodelands-Bereich derer von Herda, nach Archivalien 18./19. Jahrhundert
15. Genealogie/Stammtafeln derer von Herda, z.T. grafisch (Bilder)
16. Nicht in Stammtafeln einordbare Mitglieder des Geschlechtes derer von Herda
17. Archivalien-Hinweise: Der Fall Auerochs/Oepfershausen durch Heirat mit von Herda; Der Fall „v. Metzerodt“ durch einer von Herda.
18. Auswertung der Archiv-Unterlagen derer „von Herda“ (Weimar), zeitlich nach Sachgebieten geordnet.
1. Wirtschaftlichkeitsrechnungen der von Herdaischen Besitzer/Besitzungen
2. Waldwirtschaft, Holz/Waldwirtschaft
3. Pachtwesen, Rechtsstreit bei Pacht/Lehnverhältnissen
4. Schulden derer von Herda
5. Archivalien zum Ort Ettenhausen und Stockhausen.
19. Geschichtsdaten des Werra-Bogen-Gebietes/Thüringen
20. Zusammenfassung
21. Bibliografie in 2 Teilen
22. Abbildungen
Die Arbeit analysiert die soziohistorische Entwicklung des Adelsgeschlechts derer von Herda und seine komplexe Beziehung zur Bevölkerung und Region des Werrabogens. Sie untersucht, wie sich das Machtgefüge zwischen Adel, Grundherrschaft und Untertanen über mehrere Jahrhunderte veränderte und welche Auswirkungen wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf dieses Geflecht hatten.
0. Das thüringische Dorf Herda, sein Umfeld und seine Entwicklung
Die ersten Funde von Menschen im geographischen Bereich des späteren Thüringens sind nur spärlich. Man schreibt sie der Zeit vor einer halben Million Jahren und dem Hominiden „homo erectus“, dem Vorläufer des heutigen Menschen „homo sapiens“ zu. Ein aufschlussreicher Fund von Bilzingsleben gewährt uns einen tieferen Einblick der in Grashütten in Gemeinschaft lebenden Alt-Steinzeit-Menschen im mittleren Eiszeitalter. Sie konnten zielstrebig handeln, brachten mit Speeren hervorragende Wurfleistungen zustande und sie verständigten sich sprachlich. Sie hatten kulturelle Errungenschaften und erschufen sich ein Weltbild. Ob und wie diese Menschen zu unseren thüringischen Vorfahren zu rechnen sind, ist völlig ungewiß, denn näheres aus unserem Raum im Werra-Bogen wissen wir erst zum Ausgang der Bronze-, dem Beginn der Eisenzeit vor ca. 1 Tausend Jahren und zwar aus dem Bereich außerhalb des Überschwemmungsgebietes. Offensichtlich lebten, in Mehrheit nördlich davon bis um 100 Jahre vor unserer Zeitrechnung Kelten hier, ehe sie von den Germanen verdrängt wurden. Wir schließen sodann auch auf germanische Haufendörfer, mit Palisaden umsäumt – wie Gerstungen – und „fränkische“ Gehöfte um einen viereckigen Hof im Holzbaustil errichtet, wie sie bereits Tacitus in seiner Germania beschrieben hat. Wie in der Vorzeit gibt es eine gesellschaftliche Hierarchie; der „beste“ ist zugleich das führende Individuum.
0. Das thüringische Dorf Herda, sein Umfeld, seine Entwicklung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die ur- und frühgeschichtlichen Besiedlungen der Region sowie die Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen bis in das Mittelalter.
1. Die grundsätzliche Entwicklung Adel: Erläutert die Entstehung und Schichtung des Adels im franko-germanischen Raum sowie das Machtverhältnis zur ansässigen Bevölkerung.
2. Die örtliche Situation: Analysiert die geografischen und siedlungsgeschichtlichen Besonderheiten rund um den Ort Herda und seine Integration in regionale Machtstrukturen.
3. Die Genealogie derer von Herda: Dokumentiert die stammesgeschichtliche Herleitung der Familie von Herda anhand von Quellenfragmenten und rekonstruierten Stammtafeln.
4. Vergleich mit anderen Adelsgeschlechtern: Setzt das Geschlecht derer von Herda in Bezug zu anderen regionalen Adelsfamilien wie den Boyneburgern.
5. Probleme im Geschlecht derer von Herda: Beschreibt die wirtschaftlichen und rechtlichen Schwierigkeiten durch fortlaufende Besitzteilungen und erbrechtliche Auseinandersetzungen.
6. Das Management derer von Herda: Untersucht die betriebswirtschaftlichen Abläufe der Güter, von der Forst- und Jagdwirtschaft bis hin zum Pachtwesen und der Kontrolle der Untertanen.
7. Der Herrschaftsbereich: Detailliert die Art, den Umfang und die verwaltungstechnische Aufteilung der Herrschaftsgebiete, insbesondere in Herda, Lauchröden und Unterellen.
8. Der Nieder-Adel an sich und die Ämter (Beamte): Beleuchtet die Rolle des Adels als Amtsträger und das Verhältnis zur höfischen Gesellschaft.
9. Die adelige Wirtschaft: Fasst die wirtschaftliche Bilanz und die Einnahmequellen des Adels in der frühen Neuzeit zusammen.
10. Das Geschlecht derer von Herda im Eigen- und Wirkbereich: Zusammenfassende Betrachtung der Stellung und des Einflusses derer von Herda in ihrer Region.
11. Die Gemeinde Herda: Analysiert das Leben der dorfgemeinschaftlichen Akteure und deren Abhängigkeiten vom Patronat der Herdaer Grundherren.
Adelsgeschlecht von Herda, Werrabogen, Thüringen, Grundherrschaft, Lehnswesen, Rittergut, Familienforschung, Wirtschaftsgeschichte, Untertanentum, Familienarchiv, Lauchröden, Patrimonialgericht, Rodeland, Pachtwesen, Sozialgeschichte
Die Publikation befasst sich mit der Geschichte des Adelsgeschlechts „von Herda“, ihrer Rolle als Großgrundbesitzer im thüringischen Werrabogen und ihrer wechselvollen Beziehung zur lokalen Bevölkerung sowie den landesherrlichen Verwaltungsstrukturen.
Neben der genealogischen Erforschung der Stammlinien des Geschlechts stehen die Wirtschaftsführung der Rittergüter, die Machtverhältnisse gegenüber Untertanen und die komplexe rechtliche Situation im Rahmen von Lehnswesen und Pachtverwaltung im Fokus.
Ziel ist es, ein möglichst wahrheitsgetreues Bild der Funktionsweise eines niederen Adelsgeschlechts im historischen Kontext zu zeichnen, wobei die schwierige Datenlage des Mittelalters methodisch durch den Rückgriff auf späteres Archivmaterial kritisch reflektiert wird.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Auswertung von Archivunterlagen (vornehmlich aus dem Familienarchiv von Herda/Lauchröden) sowie auf eine vergleichende Analyse siedlungsgeschichtlicher und sozialhistorischer Daten.
Der Hauptteil erstreckt sich von der Siedlungsentwicklung der Region über die detaillierte Darstellung der Familienzweige und ihrer Güterverwaltung bis hin zu spezifischen Konfliktfällen mit Pächtern und anderen Adelsfamilien.
Adelsgeschichte, Werrabogen, Lehnswesen, Wirtschaftsführung, Genealogie, Untertanenverhältnis und Archivquellenkunde sind die prägenden Begriffe.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Heiraten und geschickte Zukäufe wesentlich zur Machterweiterung beitrugen, während gleichzeitig Erbteilungen und eine oft ruinöse Wirtschaftsführung langfristig zu einem Machtverlust und einer Zersplitterung des Besitzes führten.
Das Management war durch ein strenges vertragliches Korsett gegenüber Pächtern und Bauern geprägt, litt jedoch unter ineffizienten Strukturen, mangelnden Investitionen und einer administrativen Zersplitterung, die eine langfristige Prosperität der Güter behinderte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

