Fachbuch, 2020
63 Seiten
1 Einleitung
2 Die Sorge um sich selbst
2.1 Suche nach der Wahrheit
3 Die „therapeutische Kultur“
3.1 Der Aufstieg der Psychoanalyse
3.2 Die Vermischung von Populärkultur und Psychologie
3.3 Selbsthilfe und Humanistische Psychologie
4 Der Wandel zur „Optimierungskultur“
4.1 Der Kapitalismus als eine der Triebfedern für Selbstoptimierung
5 Subjektivierung in der „Optimierungskultur“
5.1 Subjektivierung und Gouvernementalität
5.2 Das „auteronome“ Subjekt in der Kultur der Optimierung
6 Selbstoptimierung als Oberbegriff
6.1 Beispielpraxis zur Selbstoptimierung: Neuroenhancement
6.2 Fazit zum Begriff der Selbstoptimierung
7 Coaching als Selbstoptimierungs- Praxis
7.1 Selbstverständnis der Coaching- Praxis anhand verschiedenen Quellen
7.2 Coaching- Markt und Abgrenzung zur Therapie
7.3 Fazit: Betrachtung der Coaching- Praxis als Selbstoptimierung
8 Das „auteronome“ Subjekt im Coaching
8.1 Anleitungsbeispiel Nr. 1 aus der Coaching- Praxis: „Zukunftsentwürfe“
8.2 Anleitungsbeispiel Nr. 2: Das „eigentliche“ Thema finden
8.3 Fazit: Untersuchte Praxisbeispiele aus dem Coaching
9 Technische Entwicklungen im Bereich Coaching und Selbstoptimierung
9.1 Der „Taschen- Coach“
10 Abschließendes Fazit der vorliegenden Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Coaching-Prozessen als spezifische Form der Selbstoptimierung in modernen „Optimierungskulturen“ und analysiert kritisch, wie diese Prozesse die Autonomie und Selbstverantwortung der Individuen prägen und beeinflussen.
8.1.1 Der perfekte, zukünftige Zustand des Subjekts
Das nachfolgende Beispiel aus der Coaching- Praxis umfasst Gesprächssequenzen, sowie Anleitungen zur Ausgestaltung des Coaching- Prozesses. Hierbei handelt es sich um ein Beispiel, welches aus dem hier bereits verwendeten Buch von Maren Fischer- Epe stammt. Das Szenario des Coaching- Prozesses ist bei dem vorliegenden Beispiel so gestaltet, dass es dem oder der Klient*in helfen soll einen Zukunftsplan zu entwickeln und „[...] gewohnte Denkmuster zu überwinden und Zugang zur eigenen Intuition zu finden“.
Es handelt sich also um ein Bereich der als Life- oder Personal Coaching eingeordnet werden kann und einen Menschen helfen soll, Vorstellungen und Ziele für die Zukunft zu entwickeln. Zunächst gebe es einige Rahmenbedingungen zu schaffen, wie den zeitlichen Horizont des Zukunftsentwurfs festzulegen und alle Bereiche des Lebens einzubeziehen. Maren Fischer- Epe erzählt hierbei aus der Ich- Perspektive und nutzt für die Entwicklung des Zukunftsplans, für den oder die Klient*in, die Methode der „Gedankenreise“, die sie mit ruhiger Stimme und in meditativer Atmosphäre durchführe. Dabei betonte sie die Anerkennung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit des Subjekts im Prozess: „Die Formulierungen wähle ich so, dass sie für den Coachee jederzeit nachvollziehbar bleiben und er sich aus verschiedenen Angeboten aussuchen kann, was für ihn passt.“
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Sorge um sich selbst ein und erläutert den Fokus auf Coaching-Prozesse als handlungsanleitende Rahmen für die Selbstoptimierung in modernen Kulturen.
2 Die Sorge um sich selbst: Dieses Kapitel beleuchtet historisch die Entwicklung der Selbstsorge von der Antike bis zu modernen Ansätzen.
3 Die „therapeutische Kultur“: Es wird analysiert, wie die Psychoanalyse und die Humanistische Psychologie zur Verbreitung psychologischen Wissens und zur Entstehung einer therapeutischen Kultur beitrugen.
4 Der Wandel zur „Optimierungskultur“: Das Kapitel verknüpft die Ideale der Humanistischen Psychologie mit dem Kapitalismus als Triebfeder für eine ständige Selbstoptimierung.
5 Subjektivierung in der „Optimierungskultur“: Hier wird der Subjektivierungsvorgang theoretisch hergeleitet und das Konzept des „auteronomen“ Subjekts eingeführt.
6 Selbstoptimierung als Oberbegriff: Der Begriff wird definiert und anhand von Praxisbeispielen wie dem Neuroenhancement konkretisiert.
7 Coaching als Selbstoptimierungs- Praxis: Es erfolgt eine Analyse des Selbstverständnisses der Coaching-Praxis und die Abgrenzung zur Psychotherapie anhand von Fachliteratur.
8 Das „auteronome“ Subjekt im Coaching: Anhand von zwei Anleitungsbeispielen wird detailliert untersucht, wie Coaches durch ihre Methoden Einfluss auf die Zielsetzung und das Selbstverständnis des Subjekts nehmen.
9 Technische Entwicklungen im Bereich Coaching und Selbstoptimierung: Das Kapitel thematisiert die Verbreitung von Selbstoptimierungs-Apps als digitale „Taschen-Coaches“.
10 Abschließendes Fazit der vorliegenden Arbeit: Die Arbeit resümiert die paradoxen Strukturen im Coaching, bei denen Selbstverantwortung gefordert wird, während das Subjekt gleichzeitig von den Methoden und dem Einfluss des Coaches abhängig ist.
Selbstoptimierung, Coaching, Optimierungskultur, auteronomes Subjekt, Selbstverantwortung, Autonomie, therapeutische Kultur, Humanistische Psychologie, Subjektivierung, Gouvernementalität, Beratung, Neuroenhancement, Self-Tracking, Lebensführung, Kapitalismus.
Die Arbeit analysiert, wie Coaching als eine Praxis der Selbstoptimierung fungiert und inwiefern moderne Coaching-Prozesse die Autonomie und Selbstverantwortung der Klienten beeinflussen.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Selbstsorge, die Entstehung der „Optimierungskultur“, der Einfluss des Kapitalismus, die Konzepte der Subjektivierung sowie die Praxis des Coachings.
Die zentrale Frage lautet: Wie können Coaching-Prozesse die Autonomie und Selbstverantwortung fördern und welche paradoxen Abhängigkeitsstrukturen ergeben sich dabei für das „auteronome“ Subjekt?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Coaching-Handbüchern, Anleitungen für Berater sowie theoretischen Diskursen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, insbesondere unter Rückgriff auf Konzepte von Michel Foucault, Ulrich Bröckling und Eva Illouz.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe der Optimierungskultur, die Praxis des Coachings als Selbstoptimierungsinstrument sowie die Analyse konkreter Anleitungsbeispiele, wie Coaches die Zielsetzungen ihrer Klienten mitgestalten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstoptimierung, Coaching, Optimierungskultur, auteronomes Subjekt und Subjektivierung charakterisiert.
Coaching wird als ein prozessorientierter Beratungsrahmen verstanden, der darauf abzielt, Ziele eigenverantwortlich zu erreichen, wobei die Praxis selbst als eine Form der angeleiteten Selbstoptimierung fungiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Coach trotz des Ideals der „Hilfe zur Selbsthilfe“ aktiv in den Prozess eingreift, was zu einer paradoxen Abhängigkeit führt, da der Klient in seiner vermeintlichen Autonomie durch fremde Anleitung gesteuert wird.
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