Masterarbeit, 2019
65 Seiten, Note: 1,3
1 Motivation
2 Soziale Präferenzen
2.1 Definition
2.2 Messung
2.2.1 Begriff
2.2.2 Beispiel Risikopräferenzen
2.2.3 Vorgehen
2.3 Modelle
2.3.1 Anforderungen
2.3.2 Altruismus
2.3.3 Ungleichheitsaversion
3 Experimentelle Wirtschaftsforschung
3.1 Begriffserklärung und Historische Einordnung
3.2 Experimentelle Spieltheorie
3.2.1 Definition
3.2.2 Diktatorspiele
3.2.3 Ultimatumspiele
4 Experimente als Messinstrument
4.1 Evidenz
4.1.1 Altruismus
4.1.2 Ungleichheitsaversion
4.2 Schwierigkeiten
4.2.1 Verzerrungen
4.2.1.1 Modelle
4.2.1.2 Individuelle Referenzpunkte
4.2.1.3 Präsentationseffekte
4.2.1.4 Selection Bias
4.2.2 Alternative Erklärungen
4.2.2.1 Strategische Fairness
4.2.2.2 Noise
4.2.2.3 Beobachtungseffekt
4.2.2.4 Experimenter Demand Effect
4.2.3 Spielvariationen
4.3 Möglichkeiten
4.4 Eignung
5 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die zentrale Frage, ob und in welchem Umfang die experimentelle Wirtschaftsforschung als methodisches Hilfsmittel zur validen Messung sozialer Präferenzen geeignet ist. Dabei erfolgt eine kritische Gegenüberstellung von methodischen Möglichkeiten und auftretenden Schwierigkeiten bei der Erhebung und Modellierung solcher Präferenzen.
4.2.1.2 Individuelle Referenzpunkte
Individuelle Referenzpunkte spielen in der Messung sozialer Präferenzen eine erhebliche Rolle, weswegen in dem Zusammenhang der Begriff „reference-dependent-preferences“ fällt. Die Bewertung eines Allokationsangebots, die Einteilung einer Geldsumme in einen Verlust oder Gewinnbereich und somit die Zuordnung in fair oder unfair ist abhängig von individuellen Referenzpunkten. Die meisten Entscheidungen involvieren sogar multiple Referenz Level. Überwiegend herrscht in den Literaturquellen die Auffassung, der Referenzpunkt ist der Status Quo und Nachteile einer jeden Alternative zum Status Quo werden in der Handlungsentscheidung stärker gewichtet als Vorteile, was auf Verlustaversion zurückzuführen ist.
Die Verlustaversion, als Bestandteil der Prospect Theory, sagt aus, dass Verluste stärker gewichtet werden als Gewinne, weshalb der Part der S-Förmigen Valuefunktion im Verlustbereich steiler verläuft. Zum Beispiel wird die Differenz aus zwei Gehaltsangeboten von 45.000 und 40.000 Geldeinheiten (GE), aus dem Blickwinkel einer Person mit Ausgangsgehalt von 50.000 GE als Differenz aus Verlusten und aus Perspektive eines Menschen mit einem Gehalt von 35.000 GE als Differenz aus Gewinnen betrachtet. Im ersteren Fall wird der eigentlich äquivalente Betrag von 5.000 GE als viel höher empfunden, als im zweiten Fall. In diesem ersten Fall ist die Akzeptanz des Angebots von 40.000 GE statt 45.000 GE viel schmerzhafter als im Fall des 35.000-Verdieners. Dieses Phänomen tritt in Experimentellen Untersuchungen auf, die Probanden haben jeweils einen individuellen Referenzpunkt abhängig ihrer Stellung, Situation und Erfahrungen und gewichten Verluste regelmäßig stärker als (Entgangene) Gewinne. Sie sind, aufgrund des Referenzpunkts, nicht indifferent zwischen logisch äquivalenten Beschreibungen. Dieses Problem verzeichnen auch Bellemare et al. (2008) bei Erfragung der Beliefs bezüglich Ablehnung und Akzeptanz der Angebote im Messbeispiel der nichtlinearen Ungleichheitsaversion. Individuelle Referenzpunkte gehen in diesem Fall also mit den, im folgenden Kapitel thematisierten, Framing Effekten einher, bzw. kann das eine Phänomen, das andere bedingen.
1 Motivation: Einführung in die Relevanz der experimentellen Wirtschaftsforschung für die Volkswirtschaftslehre und die Identifikation sozialer Präferenzen.
2 Soziale Präferenzen: Definition der sozialen Präferenztypen Altruismus und Ungleichheitsaversion sowie Darstellung der theoretischen Modellanforderungen.
3 Experimentelle Wirtschaftsforschung: Historische Einordnung der experimentellen Ökonomik und Einführung der spieltheoretischen Spielarten Diktator- und Ultimatumspiel.
4 Experimente als Messinstrument: Umfassende Untersuchung von Evidenzen, Verzerrungseffekten und methodischen Möglichkeiten in der experimentellen Erhebung von Präferenzen.
5 Fazit: Zusammenfassende Beurteilung der Eignung der experimentellen Wirtschaftsforschung als wissenschaftliches Instrument unter Berücksichtigung der bestehenden Kritik.
Experimentelle Wirtschaftsforschung, Soziale Präferenzen, Altruismus, Ungleichheitsaversion, Diktatorspiel, Ultimatumspiel, Homo Oeconomicus, Framing-Effekte, Referenzpunkte, Verlustaversion, Experimenter Demand Effect, Laborexperimente, Feldexperimente, Validität, Nutzenfunktion.
Die Arbeit analysiert die methodische Eignung der experimentellen Wirtschaftsforschung zur Erfassung und Messung sozialer Präferenzen wie Altruismus und Ungleichheitsaversion.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Modellierung sozialer Präferenzen, das experimentelle Spieldesign (Diktator-/Ultimatumspiele) sowie die kritische Reflexion methodischer Verzerrungen.
Die zentrale Leitfrage ist, ob und in welchem Umfang die experimentelle Wirtschaftsforschung als Hilfsmittel geeignet ist, um soziale Präferenzen valide zu messen.
Es erfolgt eine Analyse basierend auf Literaturquellen sowie die Untersuchung ökonometrischer Schätzverfahren von Nutzenfunktionen in experimentellen Settings.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition sozialer Präferenzen, der Darstellung experimenteller Spieltheorie und einer detaillierten Analyse von Verzerrungen wie Framing, Selection Bias und strategischem Verhalten.
Wichtige Begriffe sind Experimentelle Wirtschaftsforschung, Soziale Präferenzen, Laborexperimente, Framing-Effekte und die Validitätsdiskussion.
Individuelle Referenzpunkte verzerren die Bewertung von Allokationen, da Individuen Verluste gegenüber dem Status Quo stärker gewichten als entsprechende Gewinne (Verlustaversion).
Der kognitive Effekt basiert auf der individuellen Interpretation der Aufgabenstellung, während der soziale Effekt auf explizitem oder implizitem Druck des Versuchsleiters beruht.
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