Magisterarbeit, 2003
90 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung
I. Ziel der Arbeit
II. Recherche und Vorgehensweise
B. Hauptteil
I. Die Sendung
1. Zur Geschichte der Sendung
2. Konzept
3. Themen- und Besucherwahl
4. Publikum
5. Anspruch und Adressat
6. Räumliches Arrangement und Visualisierung
7. Dauer
8. Warming up
II. Das Korpus
III. Ablaufschema
1. Beginn
2. Die Diskussion
2.1 Beginn der Diskussion
2.2 Die Diskussion um ein Thema
2.3 Themenwechsel
3. Ende
IV. Diskussionsorganisation und -verlauf
1. Gesprächsrollen
1.1. die Rolle Friedmans
1.2 die Rolle der Teilnehmer
1.3. Adressierung und Anrede
2. Gesprächsverteilung
2.1 Sprecherwechsel
2.2 Gliederungssignale und Rückmeldungen
V. Konflikt
1. Definition
2. Meinungs- und Beziehungskonflikte
3. Der face-Begriff
4. Selbst- und Fremddarstellung
5. Interaktionismus
5.1. Angriffe
5.2. Reaktionen
VI. Confrontainment
1. Allgemeines zum Begriff
2. Confrontainment als Charakteristikum der Sendung
3. „Geladene Fragen“
4. Analyse einer Confrontainment-Situation
VII. Thematische Inkonsistenzen
1. Nonresponsive Antworten
2. Metakommunikation
3. Reparaturen
VIII. Beobachtungen zum nonverbalen Verhalten
C. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung sowie die Konflikt- und Interaktionsdynamik der politischen Talkshow „Vorsicht Friedman!“ mit Michel Friedman. Im Fokus steht die Frage, wie durch rhetorische Mittel, gezielte Konfrontation („Confrontainment“) und eine spezifische Gesprächsführung des Moderators die Dynamik der Sendung beeinflusst wird und welche Auswirkungen dies auf die Selbstdarstellung der teilnehmenden Politiker hat.
4. Publikum
Anders als in anderen politischen Diskussionsrunden spielt das Publikum bei Vorsicht Friedman! keine aktive Rolle bei der Gesprächsbeteiligung.
Dennoch darf die Bedeutung des Publikums nicht gering geachtet werden. So weist Friedman selbst das Publikum auf seine Möglichkeit hin, das Gespräch durch Applaus zu lenken.
So heißt es bei Mühlen (1985:28):
Die Anwesenheit eines realen Publikums an sich hat schon einen latenten psychologischen Einfluss auf beide Gruppen; die (Re-) Aktionen des Publikums stellen dann seine manifeste Art der Einflussnahme dar.
Auch Friedman selbst lässt sich durch das Publikum beeinflussen: in der folgenden Szene erntet Friedman für eine spitzfindige Äußerung Applaus beim Publikum, worauf er, seine Rede eigentlich schon abgeschlossen, diese Äußerung noch weiter ausarbeitet:
I. Die Sendung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, das Konzept sowie die Rahmenbedingungen wie Themenwahl, Dauer und die Rolle des Studiopublikums.
II. Das Korpus: Hier werden die für die Untersuchung herangezogenen Videoaufzeichnungen zweier ausgewählter Sendungen vorgestellt und die methodische Vorgehensweise erläutert.
III. Ablaufschema: Der chronologische Ablauf von der Begrüßung bis zur abrupten Abmoderation wird hier detailliert analysiert.
IV. Diskussionsorganisation und -verlauf: Dieses Kapitel befasst sich mit den Gesprächsrollen von Moderator und Gästen sowie den Mechanismen der Adressierung und des Sprecherwechsels.
V. Konflikt: Hier werden die verschiedenen Arten von Meinungskonflikten und die Angriffs- bzw. Reaktionsmuster der Teilnehmer untersucht.
VI. Confrontainment: Der Begriff wird als Neologismus definiert und seine Rolle als prägendes Charakteristikum für die Sendung analysiert.
VII. Thematische Inkonsistenzen: Dieses Kapitel behandelt Strategien zum Ausweichen vor unangenehmen Fragen, wie etwa nonresponsive Antworten oder Metakommunikation.
VIII. Beobachtungen zum nonverbalen Verhalten: Abschließend wird die Bedeutung von Gestik, Mimik und Proxemik für die Moderationsstrategie von Michel Friedman beleuchtet.
Gesprächsanalyse, Politische Talkshow, Michel Friedman, Confrontainment, Medienkommunikation, Konfliktdynamik, Rhetorik, Sprecherwechsel, Interaktionismus, Metakommunikation, Politische Kommunikation, TV-Diskussion, Nonverbales Verhalten, Diskussionsorganisation, Interviewtechnik.
Die Arbeit analysiert die sprachlichen und interaktionellen Strukturen der politischen Talkshow „Vorsicht Friedman!“.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gesprächsorganisation, den Konfliktstrategien und dem spezifischen Moderationsstil, der als „Confrontainment“ bezeichnet wird.
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise der Moderation von Michel Friedman sowie die rhetorischen Strategien der geladenen Politiker sprachwissenschaftlich zu untersuchen.
Die Autorin nutzt die Methode der Gesprächsanalyse unter Verwendung des GAT-Transkriptionssystems, um einzelne Gesprächssequenzen detailliert auszuwerten.
Behandelt werden unter anderem das Ablaufschema der Sendung, die Rolle von Moderator und Gästen, der Umgang mit Konflikten sowie der Einsatz von Gliederungssignalen und nonverbalem Verhalten.
Die wichtigsten Begriffe sind Gesprächsanalyse, Confrontainment, Politische Kommunikation, Konfliktdynamik und rhetorische Strategien.
Das abrupte Schlusswort von Friedman stellt einen ritualisierten Akt dar, der bewusst gewählt ist, um eine provokante Wirkung zu erzielen, unabhängig davon, ob ein Gast gerade mitten im Satz ist.
Obwohl das Publikum nicht aktiv debattiert, dient es durch Applaus oder Lachen als ein wesentlicher psychologischer und interaktiver Faktor, der die Gesprächsführung von Friedman aktiv beeinflusst.
Die Sendung unterscheidet sich durch den hohen Anteil an direkter Konfrontation, die bewusste Verletzung konventioneller Höflichkeitsregeln und die starke Inszenierung eines „Schauplatzes der Streitkultur“.
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