Diplomarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 1,15
Zielsetzung
1 Grundlagen der evolutionären Psychologie
1.1 Evolutionstheoretische und soziobiologische Grundlagen
1.1.1 Darwins Theorie der natürlichen Auslese
1.1.2 Darwins Theorie der sexuellen Auslese
1.1.3 Gesamtfitness
1.1.4 Reziproker Altruismus
1.1.5 Parentales Investment
1.1.6 Eltern-Kind- & Verwandtschaftskonflikte
1.1.7 Kritik und Missverständnisse
1.2 Die Wissenschaft der evolutionären Psychologie
1.2.1 Evolutionsbedingte psychologische Mechanismen (EPM)
1.2.2 Die Rolle der Kultur
1.2.3 Analyseebenen der evolutionären Psychologie
1.2.4 Prüfungsmethoden evolutionspsychologischer Hypothesen
1.2.5 Aktuelle Kernthemen der Evolutionspsychologie
2 Psychologie der Partnerwahl
2.1 Physiologische Hinweise auf Geschlechtsunterschiede bei der Partnerwahl
2.1.1 Potentielle Höhe der Reproduktionsrate
2.1.2 Monogamie vs. Promiskuität
2.2 Langfristige Partnerwahl-Strategien
2.2.1 Langfristige Partnerwahlstrategien der Frau
2.2.2 Langfristige Partnerwahlstrategien des Mannes
2.3 Kurzfristige sexuelle Strategien
2.3.1 Kurzfristige Partnerwahlstrategien des Mannes
2.3.2 Kurzfristige Partnerwahlstrategien der Frau
3 Hypothesen der Replizierungen
3.1 Allgemeiner Teil
3.2 Langfristige Beziehungen
3.3 Kurzfristige Beziehungen
3.4 Vergleich langfristige vs. kurzfristige Beziehungen
3.5 Zusammenfassung der Hypothesen
4 Methode
4.1 Beschreibung des Fragebogens
4.2 Stichprobe
4.3 Gütekriterien des Erhebungsverfahrens
4.4 Durchführung der Befragung
5 Ergebnisse
5.1 Allgemeiner Teil
5.2 Langfristige Beziehungen
5.3 Kurzfristige Beziehungen
5.4 Vergleich langfristige vs. kurzfristige Beziehungen
5.5 Zusammenfassung langfristige & kurzfristige Beziehungen
6 Diskussion
6.1 Partnerpräferenzen bei langfristige Beziehungen
6.2 Vergleich langfristige vs. kurzfristige Beziehungen
6.3 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Eigenarten der Partnerwahl bei Mann und Frau unter Anwendung der evolutionären Psychologie. Das Ziel besteht darin, zentrale Studien der evolutionären Psychologie zu replizieren und kritisch zu diskutieren, wobei insbesondere die Hypothesen zur Partnerwahl sowie konkurrierende Erklärungsansätze wie die Theorie der strukturellen Machtlosigkeit geprüft werden.
1.1.1 DARWINS THEORIE DER NATÜRLICHEN AUSLESE
DARWINS Theorie der natürlichen Auslese besteht im Grunde aus der Verknüpfung dreier Bestandteile. Zunächst einmal stellte er fest, dass nicht alle Organismen einer Art zu 100% gleich sind (Variation). Einzelne Individuen differieren hinsichtlich verschiedener Merkmale. Die genetischen Variationen werden zudem an Nachkommen weitervererbt (Vererbung - da Darwin die Existenz von „Genen“ noch nicht bekannt war, wird im folgenden die Sicht des modernen Ansatzes wiedergegeben, vgl. VOLAND, 1993; MAYR, 2003)).
Obwohl jede Population theoretisch ein unbegrenztes Vermehrungspotential besitzt, ist dieses Wachstum unter natürlichen Verhältnissen nicht möglich, weil hierfür notwendige Ressourcen (z.B. Nahrung, Geschlechtspartner) nicht beliebig verfügbar sind. Dies führt zu Konkurrenz unter den Mitgliedern einer Population um den Zugang und die Nutzung der jeweils begrenzten Ressourcen. Einige dieser Konkurrenten können aufgrund ihrer speziellen Merkmale (Variation/Anpassungen) die Ressourcen besser erschließen und sie effektiver in Reproduktion umsetzen als andere.
1 Grundlagen der evolutionären Psychologie: Dieses Kapitel führt in die evolutionstheoretischen und soziobiologischen Grundlagen ein und erläutert die Wissenschaft der evolutionären Psychologie.
2 Psychologie der Partnerwahl: Es werden physiologische Hinweise und Strategien der Partnerwahl sowohl für langfristige als auch für kurzfristige Beziehungen detailliert analysiert.
3 Hypothesen der Replizierungen: Hier werden die aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen für die empirische Untersuchung systematisch aufgeführt und strukturiert.
4 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Erhebungsdesign, die Stichprobe, die Gütekriterien und die Durchführung der Online-Befragung.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden hier präsentiert und statistisch ausgewertet, unterteilt in allgemeine Präferenzen sowie spezifische Bedingungen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet und hinsichtlich der ursprünglichen Hypothesen sowie alternativer Theorien bewertet.
Evolutionspsychologie, Partnerwahl, Partnerpräferenzen, Sexual Strategies Theory, Gesamtfitness, natürliche Selektion, sexuelle Selektion, langfristige Partnerwahl, kurzfristige sexuelle Strategien, Theorie der strukturellen Machtlosigkeit, geschlechtsspezifische Unterschiede, Reproduktionserfolg, adaptive Flexibilität, Online-Befragung, SPSS.
Die Diplomarbeit untersucht die psychologischen Mechanismen, die der menschlichen Partnerwahl zugrunde liegen, aus einer evolutionären Perspektive.
Im Fokus stehen langfristige und kurzfristige Partnerwahlstrategien von Männern und Frauen, die Rolle der sexuellen Selektion und die Interaktion mit sozioökonomischen Faktoren.
Das Hauptziel ist die Replikation bekannter Studien der evolutionären Psychologie (insb. der Sexual Strategies Theory von Buss) mittels einer Online-Umfrage, um die Robustheit evolutionärer Hypothesen zu prüfen.
Es handelt sich um eine quantitative, webbasierte Fragebogenstudie (N=221), deren Daten mittels statistischer Verfahren wie T-Tests und univariater Varianzanalysen in SPSS ausgewertet wurden.
Nach einer theoretischen Einführung in die Grundlagen der Evolutionspsychologie werden Partnerwahlstrategien hinsichtlich Alter, sozialem Status, körperlicher Attraktivität und Treue empirisch repliziert.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Evolutionspsychologie, Partnerwahlpräferenzen, Gesamtfitness und adaptive Flexibilität beschreiben.
Der Autor zeigt auf, dass Partnerpräferenzen nicht starr sind, sondern sich signifikant an die beabsichtigte Beziehungsdauer (kurzfristig vs. langfristig) anpassen.
Die Arbeit findet kaum empirische Belege für die Theorie der strukturellen Machtlosigkeit, da sich Unterschiede in den Partnerpräferenzen als weitgehend unabhängig vom Nettoeinkommen oder dem sozialen Status erwiesen haben.
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