Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Rahmenbedingungen der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung
3.1 Zeitgeschichtlicher Überblick
3.2 Entstehung und Verbreitung eines kumulativen Hexenbegriffs
3.3 Von den Ketzern zu den Hexen
3.4 Inquisition
3.4.1 Der Inquisitionsprozess
4 Beginn der Hexenverfolgung
4.1 Notwendige Voraussetzungen der Prozesse
4.1.1 Kirchliche Prämissen
4.1.2 Weltliche Prämissen
4.2 Begünstigende Momente
4.3 Anklagemotive
4.3.1 Kirchliche Motive
4.3.2 Weltliche Motive
5 Hexenprozesse
5.1 Prozessführung und Verlauf
5.1.1 Denunziation
5.1.2 Verhaftung / Haft
5.1.3 Anklage / Verteidigung
5.1.4 Verhöre
5.1.5 Geständnis
5.1.6 Verurteilung
5.1.7 Hinrichtung
5.2 Höhepunkt
5.3 Opfer
5.3.1 Kinder
5.3.2 Männer
6 Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber
6.1 Hans Gackstatt
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und den Verlauf der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung mit einem spezifischen Fokus auf die Stadt Rothenburg ob der Tauber, um verbreitete Fehlvorstellungen über diesen historischen Prozess kritisch zu hinterfragen.
3.4.1 Der Inquisitionsprozess
Im Gegensatz zum Prozessverfahren des bisherigen Akkusationsprozess gab es bei der inquisitio haereticae pravitatis Besonderheiten. Der Inquisitor war zugleich Ermittler, Richter und Seelsorger, der Verdächtige Angeklagter und gegebenenfalls auch ein Irrender, dem die Möglichkeit zur Buße gegeben werden sollte.23 Teil der Ermittlungsverfahren waren Befragungen des Klerus und der Bevölkerung, die eidlich verpflichtet waren, Ketzer und Ketzereidelikte anzuzeigen. Für eine Anklage genügten bereits Verdachtsmomente, böse Gerüchte und Denunziation. Die Prozessführung fand nicht öffentlich statt und Zeugen blieben geheim, die zur Verurteilung erforderlichen Geständnisse erhielt der Inquisitor in der Regel spätestens durch die Anwendung der Tortur. Das Urteil eines überführten Häretikers war der Feuertod.24,25
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, Darlegung der persönlichen Motivation sowie Definition der zentralen Thesen und Forschungsfragen.
2 Forschungsstand: Überblick über die historische Entwicklung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Hexenprozessen von der konfessionell geprägten Forschung bis hin zur interdisziplinären Moderne.
3 Rahmenbedingungen der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung: Analyse der antiken und mittelalterlichen Wurzeln sowie der theologischen Entwicklungen, die das Hexenbild und das inquisitorische Strafrecht formten.
4 Beginn der Hexenverfolgung: Untersuchung der institutionellen Etablierung durch päpstliche Bullen und den Hexenhammer sowie der rechtlichen Voraussetzungen auf kirchlicher und weltlicher Ebene.
5 Hexenprozesse: Detaillierte Darstellung des juristischen Ablaufs, der Methoden der Wahrheitsfindung, der Rolle von Zeugen und Folter sowie der statistischen Verteilung von Opfern.
6 Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber: Konkrete Fallanalyse, die aufzeigt, dass es hier im Gegensatz zu anderen Regionen keine Massenpanik gab und die juristische Urteilsfindung besonnen verlief.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ursachen der Hexenverfolgung als Konstrukt des Hexereiverbrechens und Reflexion über die Rolle von Staat und Gesellschaft.
Hexenverfolgung, Rothenburg ob der Tauber, Inquisition, Hexenhammer, Teufelspakt, Frühe Neuzeit, Schadenszauber, Peinliche Befragung, Tortur, Prozessführung, Ketzerverfolgung, Denunziation, Hexenglaube, Hexenprozesse, Soziale Konflikte
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit und analysiert insbesondere die juristischen und sozialen Strukturen, die hinter den Prozessen standen.
Neben der Entstehung des Hexenglaubens behandelt die Arbeit die Rolle der Inquisition, die juristische Handhabung von Prozessen und die Ursachen für das Ausmaß der Verfolgungen.
Die Arbeit zielt darauf ab, Vorurteile über die Hexenverfolgung abzubauen und zu untersuchen, wie es zur Entstehung des Hexereidelikts kam und warum dieses in der Praxis regional sehr unterschiedlich umgesetzt wurde.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur sowie Prozessakten und Quellen aus der Zeit basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen, den Beginn der Verfolgung durch den Hexenhammer, den Ablauf der Hexenprozesse und eine tiefgehende Fallstudie zu Rothenburg ob der Tauber.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Inquisition, Peinliche Befragung, Hexenhammer und Rothenburg ob der Tauber charakterisiert.
In Rothenburg gab es im Vergleich zu anderen Territorien eine auffallend geringe Zahl an Verurteilungen, was auf eine zögerliche und besonnene Haltung der lokalen Obrigkeit gegenüber Hexereianklagen schließen lässt.
Der Hexenhammer diente als einflussreiches Handbuch, das die theoretischen Grundlagen für die Hexenverfolgung lieferte und somit die Popularisierung der Hexenlehre und die gerichtliche Praxis maßgeblich beeinflusste.
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