Masterarbeit, 2016
92 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 ERLÄUTERUNGEN ZUM INTEGRATIONSBEGRIFF
1.2 ZUGANG ZUM THEMA
1.3 VORGEHENSWEISE
2. FORSCHUNGSSTAND
2.1 LITERATUR
2.2 DOKUMENTE
2.3 DOKUMENTARFILM
3. METHODEN
3.1 TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG
3.2 HALBSTRUKTURIERTE INTERVIEWS
4. LERNGRUPPEN FÜR NEUZUGÄNGE OHNE DEUTSCHKENNTNISSE – WILLKOMMENSKLASSEN
4.1 ENTSTEHUNGSHINTERGRUND
4.2 AKTUELLER STAND
4.3 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
4.4 AUFBAU UND ZUSAMMENSETZUNG DER WILLKOMMENSKLASSEN
4.5 POSITION IM SCHULGEFÜGE
4.6 DIE SPRACHEN DER SCHÜLERINNEN
5. MEHRSPRACHIGKEIT IN WILLKOMMENSKLASSEN IN BERLIN
5.1 INTERVIEW 1: SEKUNDARSTUFE II (OSZ)
5.1.1 BEOBACHTUNG
5.1.2 ZWISCHENFAZIT
5.2 INTERVIEW 2: SEKUNDARSTUFE I (GYMNASIUM)
5.2.1 ZWISCHENFAZIT
5.3 INTERVIEW 3: PRIMARSTUFE (GRUNDSCHULE)
5.3.1 BEOBACHTUNG
5.3.2 ZWISCHENFAZIT
5.4 AUSWERTUNG DER ANALYSE
6. HERAUSFORDERUNGEN, AUFGABEN UND CHANCEN FÜR DIE SOZIALE ARBEIT
6.1 INTERVIEW MIT DER SCHULSOZIALARBEITERIN SINA RABE
6.2 INTERVIEW MIT DEM BILUNGSBERATER SAMED OMAR
6.3 ERGEBNISSE
7. FAZIT UND AUSBLICK
Die Masterarbeit untersucht, wie Schulen und die Soziale Arbeit das Potenzial der Mehrsprachigkeit von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in sogenannten Willkommensklassen nutzen können, um deren Integration und Selbstvertrauen zu stärken, anstatt sie ausschließlich als defizitäre Gruppe zu betrachten.
1. Einleitung
Global betrachtet ist bei bis zu 7000 Sprachen, die in circa 200 Ländern gesprochen werden, Mehrsprachigkeit keine Ausnahme, sondern eher der Normalfall. Mehrsprachigkeit wird vor allem durch die Migration von Menschen aus wirtschaftlich ärmeren Ländern in wirtschaftlich reichere Länder bedingt. Zwischen dem ersten Anwerbeantrag mit Italien 1955 bis zur Verhängung des Anwerbestopps als Folge der Ölkrise 1973 kamen etliche geringqualifizierte Arbeitskräfte aus u.a. der Türkei, Italien, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien nach Deutschland. Sie hatten zunächst nicht vor, für immer in Deutschland zu bleiben. Nicht nur sie, sondern auch die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland gingen davon aus, dass die MigrantInnen Deutschland nach einigen Jahren oder Jahrzehnten wieder verlassen würden. Daher versäumte es die damalige Regierung auch, eine Eingliederungspolitik zu betreiben, die die MigrantInnen auch nur annähernd in die deutsche Gesellschaft zu integrieren vermochte. Das bedeutete, dass damals keine Sprach- oder Integrationskurse für Erwachsene angeboten wurden, wie es seit 2005 der Fall ist. Die Kinder der MigrantInnen sind bei allen Migrationsbewegungen nach Deutschland meistens diejenigen, die durch die allgemeine Schulpflicht überhaupt Bildung genießen können. In Deutschland hing der Lern- bzw. Misserfolg der Kinder in den 1970er Jahren davon ab, ob sie in eine Kleinklasse mit anderen ausländischen Schülern und Schülerinnen kamen oder in eine Regelklasse integriert werden konnten. Aus der Tradition der Kleinklassen sind vor 6 Jahren die heutigen Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse entstanden, die in Berlin Willkommensklassen heißen. Es gibt diese Lerngruppen jedoch nicht nur in Berlin, fast jedes Bundesland hat ähnliche Lerngruppen für Neuzugänge eingerichtet.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, erläutert den Integrationsbegriff und beschreibt den Zugang zum Thema sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2. FORSCHUNGSSTAND: Hier wird der wissenschaftliche Diskurs durch eine Analyse relevanter Literatur, Dokumente und eines Dokumentarfilms zum Thema Mehrsprachigkeit in der Schule dargestellt.
3. METHODEN: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der empirischen Forschung, insbesondere die teilnehmende Beobachtung und die Anwendung halbstrukturierter Interviews.
4. LERNGRUPPEN FÜR NEUZUGÄNGE OHNE DEUTSCHKENNTNISSE – WILLKOMMENSKLASSEN: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Entstehung, den aktuellen Stand, rechtliche Rahmenbedingungen sowie den Aufbau und die Position der Willkommensklassen im Schulsystem.
5. MEHRSPRACHIGKEIT IN WILLKOMMENSKLASSEN IN BERLIN: Hier werden die Forschungsergebnisse aus Interviews an drei unterschiedlichen Schulformen (OSZ, Gymnasium, Grundschule) präsentiert, inklusive Beobachtungen und Zwischenfazits.
6. HERAUSFORDERUNGEN, AUFGABEN UND CHANCEN FÜR DIE SOZIALE ARBEIT: Dieses Kapitel fokussiert auf die Rolle der Sozialen Arbeit durch Experteninterviews und fasst die zentralen Ergebnisse für dieses Berufsfeld zusammen.
7. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert Implikationen für die zukünftige Gestaltung von Bildungsprozessen unter Einbeziehung von Mehrsprachigkeit.
Mehrsprachigkeit, Willkommensklassen, Integration, Flucht, Migration, Soziale Arbeit, Schule, Bildungsbiografie, Sprachförderung, Herkunftssprache, Inklusion, Deutsch als Zweitsprache, Interkulturalität.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Berliner Willkommensklassen und der Rolle, die Mehrsprachigkeit in diesem Kontext spielt.
Zentrale Themen sind die Integration von Neuzugängen ins deutsche Schulsystem, die Bedeutung von Herkunftssprachen, die Herausforderungen für Lehrkräfte sowie die Potenziale der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mehrsprachigkeit in Willkommensklassen als Potenzial für Bildung und Identitätsstärkung genutzt werden kann, anstatt sie lediglich als Hindernis zu betrachten.
Die Autorin wählte einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus teilnehmender Beobachtung in verschiedenen Willkommensklassen und halbstrukturierten Interviews mit Lehrkräften und Fachkräften der Sozialen Arbeit.
Im Hauptteil werden der Forschungsstand, die strukturellen Rahmenbedingungen der Willkommensklassen sowie die empirischen Ergebnisse aus den Interviews an verschiedenen Schultypen analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mehrsprachigkeit, Willkommensklassen, Integration, Schule, Flucht und Soziale Arbeit definiert.
Die Autorin verwendet bewusst den Begriff "Geflüchtete", da sie das Suffix "-ling" als entmenschlichend und abwertend empfindet.
Die befragten Experten betonen zwar die Notwendigkeit der Arbeit, kritisieren jedoch häufig die mangelnde politische Unterstützung, die Überforderung der Lehrkräfte und die Notwendigkeit für mehr multiprofessionelle Zusammenarbeit.
Die Beobachtungen zeigen, dass die visuelle Gestaltung, wie z.B. das Zeigen von Herkunftssprachen oder eine U-förmige Sitzordnung, einen positiven Einfluss auf das Klassenklima und die Kommunikation untereinander hat.
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