Magisterarbeit, 2015
110 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Problematik und Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Einordnung des Substandards ins Sprachsystem
2.1.1 Die russische Standardsprache
2.1.2 „Literaturnyj jazyk“ und „Razgovornaja Reč‘“
2.2 Substandardsprachliche Varietäten
2.2.1 Prostorečie
2.2.2 Jargon
2.2.3 Argot
2.2.4 Slang
3 Entwicklung und Lexik des Substandards
3.1 Übergang substandardsprachlicher Lexik in die Gemeinsprache
3.1.1 Gründe für den Übergang in die Gemeinsprache
3.1.2 Substandardsprachliche Lexik in Gesellschaft und Medien
3.1.3 Gebrauch und Funktionen
3.2 Erfassung des Wortschatzes
3.3 Schichtung und Besonderheiten des Slangs
3.3.1 Thematische Gruppen
3.3.2 Besonderheiten der wortbildenden und semantischen Prozesse
3.3.3 Entlehnungen
3.4 Wörterbücher des Substandards
3.4.1 Schwierigkeiten der einsprachigen Lexikographie
3.4.2 Schwierigkeiten der zweisprachigen Lexikographie
4 Substandardsprachliche Lexik als Übersetzungsproblem
4.1 Übersetzung als Problem
4.1.1 Substandard als kulturelles Phänomen
4.1.2 Substandard als Kulturspezifikum
4.1.3 Übersetzung als Kulturtransfer
4.2 Übersetzungsverfahren
4.2.1 „Einbürgernde“ vs. „verfremdende“ Methode
4.2.2 Varietätenarchitektur historischer Sprachen
4.3 Äquivalenzbeziehung in der Lexik
4.3.1 Äquivalenz-Herrstellung nach Koller
4.3.2 Invarianzforderung
4.4 Übersetzung substandardsprachlicher Lexik in der Literatur
4.4.1 Verschiedene Entsprechungsarten
4.4.2 Beibehaltung der Funktionen des Substandards in der Übersetzung
5 Film als besonderes Medium der Kultur
5.1 Film und Kulturtranfer
5.1.1 Das Medium Film und der Substandard im Film
5.1.2 Funktionen des Substandards im Film und das Problem ihrer Übersetzung
5.2 Synchronisation
5.2.1 Schwierigkeiten und Möglichkeiten bei der Synchronisation
5.2.2 Der russische Film in Deutschland
6 Analyse der substandardsprachlichen Lexik im Film „Brat“ und ihrer deutschen Übersetzung
6.1 Zur Handlung des Films
6.1.1 Charaktere
6.1.2 Verwendung und Funktion der substandardsprachlichen Lexik
6.2 Analyse anhand ausgewählter Lexeme
6.2.1 Kriminelle Welt
6.2.2 Business / Geld
6.2.3 Trunkenheit / Alkoholismus
6.2.4 Drogenwelt
6.2.5 Armee
6.2.6 Unterhaltung
6.2.7 Zwischenmenschliches Verhältnis
6.2.8 Der Mensch und die Welt um ihn herum
6.2.9 Wertungen
6.3 Auswertung
7 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die russische substandardsprachliche Lexik und analysiert anhand des Films „Brat“ (1997) die Herausforderungen sowie die Lösungsansätze für deren Übersetzung ins Deutsche, unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen und soziolinguistischen Implikationen.
6.2.1 Kriminelle Welt
„zavalit‘“, „zamočit‘“, „razborka“, „razobrat’sja“, „Utjug“, „konja dvinut‘“
(1) „zavalit‘“
Das russische Verb „zavalit‘“ direkt aus der Standardsprache gebildet, hat nach M/W (2007) fünf Bedeutungen im Substandard. In der gegebenen kommunikativen Situation entspricht es der dritten Bedeutung, „umbringen, töten, ermorden.“ Im ersten Beispiel wird weder das Verb, noch seine konnotative Bedeutung auf Satzebene ausgeweitet übersetzt. Der Satz „Нас тут чуть не завалили!“ meint etwas anderes als der deutsche „Inzwischen sind wir hier schon fast fertig“. Im zweiten und dritten Fall wird „zavalit‘“ mit konnotativ ähnlichem Wert „erledigen, kaltmachen“ übersetzt, was Synonym mit der dritten Bedeutung in M/W (2007) übereinstimmt. Es wurde also mit einem identischen deutschen Jargonwort wiedergegeben. Warum es im ersten Beispiel nicht übersetzt wurde, ist nicht nachvollziehbar, obwohl es die gleiche Bedeutung wie im zweiten Beispiel hat. Im Original geht deutlich hervor, dass es in Danilas Abwesenheit wohl zu Auseinandersetzungen mit der Person gab, auf die gewartet wurde. Im Original geht diese Präsupposition verloren und der deutsche Zuschauer versteht auch nicht, warum Danila seine Komplizen erschießt.
1 Einleitung: Definition des Ziels, die russische substandardsprachliche Lexik im Film „Brat“ und deren Übersetzungsprobleme zu untersuchen.
2 Problematik und Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstandes: Theoretische Einordnung des Substandards und seiner Varietäten wie Prostorečie, Jargon, Argot und Slang in das russische Sprachsystem.
3 Entwicklung und Lexik des Substandards: Untersuchung der Gründe für den Übergang substandardsprachlicher Lexik in die Gemeinsprache sowie die Rolle von Medien und Gesellschaft.
4 Substandardsprachliche Lexik als Übersetzungsproblem: Diskussion übersetzungswissenschaftlicher Konzepte wie Äquivalenz und Kulturtransfer im Kontext nicht-normativer Sprache.
5 Film als besonderes Medium der Kultur: Analyse der filmischen Besonderheiten bei der Translation, insbesondere der Herausforderungen durch Synchronisation und Kultureinbettung.
6 Analyse der substandardsprachlichen Lexik im Film „Brat“ und ihrer deutschen Übersetzung: Praktische Untersuchung ausgewählter Lexeme aus verschiedenen thematischen Bereichen im Film „Brat“.
7 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse zur Schwierigkeit und Bedeutung der konnotativen Äquivalenz bei der Filmübersetzung.
Substandard, Russische Sprache, Übersetzung, Filmübersetzung, Brat, Slang, Argot, Jargon, Äquivalenz, Kulturtransfer, Soziolekt, Lexikographie, Konnotation, Sprachwandel, Post-Perestrojka.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Übersetzung russischer substandardsprachlicher Lexik ins Deutsche, insbesondere innerhalb des Spielfilms „Brat“.
Die Schwerpunkte liegen auf der Linguistik des Substandards, den soziolinguistischen Hintergründen in Russland nach der Perestrojka sowie den theoretischen Aspekten der Übersetzungswissenschaft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kulturell geprägte und konnotative Ausdrücke im Film übersetzt werden können, ohne ihre ursprüngliche soziale Funktion oder Wirkung auf den Zuschauer zu verlieren.
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, die theoretische Definitionen (nach Koller, Vermeer, etc.) mit einer praktischen Korpusanalyse der deutschen Synchronfassung des Films vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Übersetzungstheorien) und eine detaillierte Analyse spezifischer Lexeme aus dem Film „Brat“ in thematischen Clustern.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Substandard, Äquivalenz, Kulturtransfer, Soziolekt und die soziolinguistische Situation im post-sowjetischen Russland beschreiben.
Im Film müssen zusätzliche technische Parameter wie Lippensynchronität beachtet werden, und es fehlen die Möglichkeiten für erklärende Fußnoten, was die Translation deutlich erschwert.
Die Autorin stellt fest, dass in der untersuchten Synchronfassung oft konnotative Bedeutungen verloren gehen, wodurch Charaktere und Handlungssituationen für das deutsche Publikum in ihrer Brutalität oder sozialen Bedeutung abgeschwächt wahrgenommen werden.
„Bespredel“ dient als Paradebeispiel für die symbolische Bedeutung von Wörtern der 90er Jahre in Russland und verdeutlicht die Schwierigkeit, solche kulturspezifischen Begriffe adäquat zu übertragen.
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