Fachbuch, 2020
87 Seiten
1 Einleitung
2 Behavioral Operations
2.1 Wissenschaftliche Einordnung von Behavioral Operations
2.2 Scheduling in Behavioral Operations
3 Scheduling
3.1 Wissenschaftliche Einordnung von Scheduling
3.2 Darstellung bestehender Scheduling Modelle
3.3 Problematik des Einsatzes quantitativer Scheduling Modelle
4 Fallbeispiel zu einem Scheduling-Problem
4.1 Einordnung in bestehende Literaturansätze
4.2 Modellierung
4.3 Implementierung
4.4 Einfluss von Behavioral Operations auf die Entscheidungsfindung
4.5 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen dem Forschungsfeld Behavioral Operations und dem klassischen Scheduling, um zu analysieren, wie menschliche Verhaltenskonzepte die Entscheidungsfindung in Produktionsprozessen beeinflussen und zu einer effizienteren Gestaltung beitragen können.
3.3 Problematik des Einsatzes quantitativer Scheduling Modelle
Theorie und Anwendung liegen in der Praxis in vielen Fällen weit auseinander. Gründe hierfür gibt es bei quantitativen Scheduling Modellen mehrere. Hauptsächlich liegt die Abweichung entweder an der Unkenntnis seitens der Entscheidungsträger oder an der mangelnden Anwendbarkeit der Werkzeuge. Viele Techniken und Theorien ignorieren wichtige Charakteristika von realen Systemen und werden deshalb in der Praxis als schwer anwendbar wahrgenommen. Selbst wenn die Systeme Anwendung finden, ist es schwierig die gegebene Skepsis gegenüber diesen zu überwinden. Ein häufiger Faktor in dieser Auswertung stellen Menschen dar. Nach der Implementierung ist der Erfolg von OM Werkzeugen und Techniken und die Genauigkeit der Theorie hauptsächlich vom Verständnis über das menschliche Verhalten abhängig.
Um diese These zu verdeutlichen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Fragestellung, warum Scheduling Modelle komplex und deren Einsatz problematisch sind. Die Abbildung 7 zeigt sowohl die Eigenschaften, welche für die Komplexität in Scheduling Modellen verantwortlich sind als auch Mechanismen, um diese Komplexität zu reduzieren.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Scheduling, Abgrenzung der Forschungsfelder und Darlegung der zentralen Forschungsfragen.
2 Behavioral Operations: Theoretische Herleitung von Behavioral Operations unter Einbeziehung kognitiver Psychologie, Sozialpsychologie und Systemdynamik.
3 Scheduling: Grundlagen der Reihenfolgeplanung, Darstellung klassischer Modelle sowie Erörterung der Problematik bei der Implementierung quantitativer Verfahren.
4 Fallbeispiel zu einem Scheduling-Problem: Anwendung des theoretischen Wissens auf ein praktisches Szenario der Operationssaal-Belegung in einem Krankenhaus.
5 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen zur Kombination von mathematischen Modellen und menschlicher Entscheidungskompetenz.
Behavioral Operations Management, Scheduling, Operations Research, Produktionsplanung, Entscheidungsfindung, Heuristiken, Biases, Mathematische Optimierung, Operationssaal-Planung, Menschliches Verhalten, Systemdynamik, Prozesskette, Effizienz, Modellierung, Praxisbezug.
Die Arbeit untersucht die Integration von verhaltenswissenschaftlichen Aspekten in die klassische, mathematisch geprägte Maschinenbelegungs- und Reihenfolgeplanung (Scheduling).
Die zentralen Felder sind Operations Management, Behavioral Operations Management, theoretische Scheduling-Modelle und deren praktische Anwendbarkeit sowie verhaltenspsychologische Einflussfaktoren.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Unternehmen durch das Verständnis menschlichen Verhaltens (Biases/Heuristiken) bei der Prozessplanung bessere und effizientere Entscheidungen treffen können.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse, der Modellierung eines mathematischen Optimierungsproblems (gemischt ganzzahlige Programmierung) und dessen Implementierung in der Software AIMMS genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine detaillierte Erläuterung von Scheduling-Modellen sowie ein konkretes Fallbeispiel zur Operationssaal-Planung in einem Krankenhaus.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Behavioral Operations Management, Scheduling, Heuristiken, Biases und Optimierung geprägt.
Mathematische Modelle sind oft zu starr und können unvorhersehbare Ereignisse (wie Notfälle) oder komplexe soziale Faktoren nicht ausreichend in ihre Berechnungen integrieren.
Der menschliche Planer ist unverzichtbar, um bei unvorhersehbaren Veränderungen oder bei der Interpretation von kontextspezifischen Informationen manuelle Justierungen vorzunehmen, die Algorithmen nicht leisten können.
Biases wie der Overconfidence Bias oder der Framing Bias können dazu führen, dass Planer fehlerhafte Annahmen treffen oder Informationen subjektiv verzerren, was die Qualität der resultierenden Zeitpläne beeinträchtigt.
Das Beispiel demonstriert, dass während ein mathematisches Modell für eine Grundauslastung optimal ist, bei plötzlichem Notfallaufkommen menschliche Erfahrung und Abwägung nötig sind, um eine adäquate Versorgung sicherzustellen.
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