Bachelorarbeit, 2019
90 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlegendes zur Zoopädagogik
2.1 Aufgaben der Zoopädagogik im bildungspolitischen Kontext
2.2 Bedeutung lebender Objekte für den außerschulischen Lernort Zoo
3. Theoretischer Hintergrund der Unterrichtseinheit Wüstenhaus im Tiergarten Nürnberg: Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion
3.1 Charakteristika des Ansatzes der Didaktischen Rekonstruktion
3.2 Fachliche Klärung
3.3 Erfassung Lernerperspektiven
3.4 Didaktische Strukturierung
3.5 Vorteile des Modells für den außerschulischen Unterricht im Zoo
3.6 Zusammenfassung Kapitel 2 und 3
4. Begriffliche Bestimmungen im Kontext der Fachlichen Klärung für die Unterrichtseinheit Wüstenhaus
4.1 Wüste
4.2 Evolution
4.3 Ökologie, Biozönose, Biotop, Ökosystem
4.4 Anpassungsstrategien von Flora und Fauna an den Lebensraum Wüste
4.5 Zusammenfassung fachliche Klärung
5. Schülervorstellungen als Lernvoraussetzung für die Unterrichtseinheit Wüstenhaus
5.1 Schülervorstellungen zur Wüste
5.2 Schülervorstellungen zur Evolution
5.3 Schülervorstellungen zu Ökologie und Ökosystem
5.4 Schülervorstellungen zum Ökosystem Wüste
5.5 Zusammenfassung Schülervorstellungen
6. Didaktische Strukturierung der Unterrichtseinheit Wüstenhaus
6.1 Zusammenfassung der erläuterten Erkenntnisse der fachlichen Klärung und der Schülervorstellungen
6.2 Lernziele
6.3 Methoden
6.4 Sozialformen
6.5 Lehrplanbezug
6.6 Zusammenfassung Didaktische Strukturierung
7. Die Unterrichtseinheit „Die Wüste lebt“ im Tiergarten Nürnberg
7.1 Grundlegendes zum Wüstenhaus
7.2 Die Unterrichtseinheit Wüstenhaus
7.2.1 Einstiegsübung: Grundlegende Kenntnisse über eine Wüste (Anhang 5)
7.2.2 Stationenübung „Kleine Naturforscher“
7.2.3 Gemeinsame Endübung: „Die Wüste lebt“: Die Bedeutung von Insekten für das Ökosystem Wüste - der Skarabäus (Anhang 20/21)
7.2.4. Abschluss der Unterrichtseinheit Wüstenhaus
7.3 Zusammenfassung Unterrichtseinheit Wüstenhaus
8. Abschluss und weiterführender Ausblick
Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist die Planung einer zoopädagogischen Unterrichtseinheit im Wüstenhaus des Tiergartens Nürnberg. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie menschliche Vorstellungen durch eine theoretisch fundierte Methode (Didaktische Rekonstruktion) verändert, erweitert oder revidiert werden können, um ein vertieftes Verständnis für das Ökosystem Wüste zu schaffen.
4.1 Wüste
Wie es Blümel (2013) beschreibt, ist „kaum ein Landschaftstyp […] begrifflich so widersprüchlich belegt wie die Wüste [Hervorhebung im Original]: Öd und leer, monoton, nutzlos, lebensfeindlich [Hervorhebung im Original], bedrohlich, erbarmungslos“ (Blümel 2013, 12). Unsere alltägliche Auffassung einer Wüste ist vor allem durch Eindrücke aus der Sahara geprägt: Armut hinsichtlich der Flora und Fauna sowie Sand und Dünen. Doch dies ist nur ein eindimensionales Bild der Wüste, es existieren diverse Optionen der Definition einer Wüste (vgl. ebd., 12). Im Sinne der fachlichen Klärung ist es notwendig für die hier vorliegende Unterrichtseinheit eine allgemeine, für sich schlüssige Definition zu formulieren. Gemäß dem Lexikon der Biologie ist eine Wüste ein „trockenes und vegetationsarmes terrestrisches Ökosystem mit sehr geringen und jahreszeitlich unregelmäßigen Niederschlägen“ (Lexikon der Biologie Bd.14 2004, 411).
Die extremen Temperaturen, Trockenheit und der Mangel an Wasser bilden wiederum eine weiteres Wüstencharakteristikum und unterscheidet sie von anderen Lebensräumen: eine fehlende bzw. karge Vegetationsdichte (vgl. Blümel 2013, 14). Allerdings gilt hier die Ausnahme-Erscheinung der „blühenden Wüste“ (ebd., 17) anzumerken, bei welcher die Pflanzen in Form ihrer Samen und Knollen ausharren, um schließlich in großer Anzahl auszuschlagen (vgl. ebd., 17). Neben diesen klassischen Heißwüsten mit starken, wechselnden Temperaturschwankungen existieren aber auch andere Wüstenformen, z.B. kalte Steinwüsten oder Eiswüsten (vgl. Lexikon der Biologie Bd.14 2004, 411). Diese „Kältewüsten in Polar- und Hochgebirgsregionen“ (Blümel 2013, 19) sind in ihrem Bestehen im Fehlen von Wärme bzw. Trockenheit gekennzeichnet und unterscheiden sich zu anderen Kälteregionen (wie etwa der Tundra) durch ihren Vegetationsgrad (vgl. ebd., 19). Insgesamt umfassen die diversen Wüstentypen mit ca. „30 000 000 km² etwa ein Fünftel der globalen Festlandsfläche“ (ebd., 64).
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Forschungsfrage zum Wandel von Schülervorstellungen im Kontext einer Unterrichtseinheit.
2. Grundlegendes zur Zoopädagogik: Erläuterung der Aufgaben der Zoopädagogik und der Bedeutung lebender Lernobjekte im außerschulischen Unterricht.
3. Theoretischer Hintergrund der Unterrichtseinheit Wüstenhaus im Tiergarten Nürnberg: Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion: Einführung in das Modell der Didaktischen Rekonstruktion als theoretische Basis für die Unterrichtsplanung.
4. Begriffliche Bestimmungen im Kontext der Fachlichen Klärung für die Unterrichtseinheit Wüstenhaus: Wissenschaftliche Klärung der Begriffe Wüste, Evolution und Ökosystem als inhaltliches Fundament.
5. Schülervorstellungen als Lernvoraussetzung für die Unterrichtseinheit Wüstenhaus: Analyse der bestehenden, oft stereotypen Vorstellungen von Schülern zu den Themen Wüste und Evolution.
6. Didaktische Strukturierung der Unterrichtseinheit Wüstenhaus: methodische Planung und Verknüpfung der fachlichen Aspekte mit den Schülervorstellungen sowie Einordnung in Lehrpläne.
7. Die Unterrichtseinheit „Die Wüste lebt“ im Tiergarten Nürnberg: Konkrete Ausarbeitung der Unterrichtseinheit, ihrer Stationen und der Zielsetzung der einzelnen Übungen.
8. Abschluss und weiterführender Ausblick: Zusammenfassende Würdigung der Arbeit und Diskussion der Lernwirksamkeit des Konzepts.
Zoopädagogik, Didaktische Rekonstruktion, Unterrichtseinheit Wüstenhaus, Schülervorstellungen, Fachliche Klärung, Didaktische Strukturierung, Evolution, Anpassung, Ökosystem, Conceptual Change, Tiergarten Nürnberg, Abiotische Faktoren, Biotische Faktoren, Lernzirkel, Beobachtungsaufgabe.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption einer zoopädagogischen Unterrichtseinheit zum „Wüstenhaus“ im Tiergarten Nürnberg. Ziel ist es, ein Lernprojekt zu entwickeln, das Schülern ein differenziertes Bild der Wüste vermittelt.
Die Themen umfassen die Grundlagen der Zoopädagogik, die wissenschaftliche Erarbeitung des Ökosystems Wüste (Flora, Fauna, Evolution) sowie die didaktische Aufarbeitung von Schülervorstellungen.
Das primäre Ziel ist die Herbeiführung eines sogenannten „Conceptual Change“, bei dem Schüler ihre bestehenden, oft stereotypen Vorstellungen über die Wüste kritisch hinterfragen und durch fachlich fundiertes Wissen erweitern.
Die Arbeit nutzt das Modell der „Didaktischen Rekonstruktion“, das in drei rekursiven Schritten (Fachliche Klärung, Erfassung der Lernerperspektiven, Didaktische Strukturierung) Theorie und Praxis miteinander verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte fachliche Klärung, eine Analyse der Schülervorstellungen sowie die praktische Planung einer Unterrichtseinheit in Form eines Lernzirkels.
Wichtige Begriffe sind Zoopädagogik, Didaktische Rekonstruktion, Ökosystem Wüste, Evolution, Schülervorstellungen und Conceptual Change.
Tiere und Pflanzen dienen als zentrale Lernobjekte, die ein multisensorisches Erleben ermöglichen, wobei jedoch betont wird, dass das bloße Erleben ohne fachliche Einordnung nicht für einen nachhaltigen Lernerfolg ausreicht.
Das Modell eignet sich besonders gut, da es Schülervorstellungen nicht als Fehler betrachtet, sondern sie explizit als Lernvoraussetzung und Lernmittel in den Unterrichtsprozess einbezieht.
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