Masterarbeit, 2019
276 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Auf dem Weg zur Rechtschreibkompetenz
2.1 Deutschunterricht im Wandel
2.1.1 Kompetenzen
2.1.2 Relevanz der Rechtschreib- und Textkompetenz
2.2 Dimensionen des Schreibens und ihre Anforderungen
2.2.1 Schreibprozessmodell nach Hayes und Flower
2.2.2 Prinzipien der deutschen Orthografie
2.2.3 Rechtschreibentwicklungsmodell
2.2.4 Bedeutung der Schreibmotivation
2.3 Textkompetenz
2.4 Rechtschreibkompetenz
3 Schreibdiagnostik
3.1 Die Entwicklung der Aufsatzdidaktik
3.2 Problematik der Vergleichbarkeit von Rechtschreibleistungen
3.2.1 Konstruktion der Vergleichbarkeit von Rechtschreibleistungen
3.2.2 Qualitative Produkt- und Prozessdiagnostik
3.3 Rechtschreibdiagnostik beim nicht-integrierten Schreiben
3.3.1 Die HSP
3.3.2 Diktate
3.3.3 Kritische Betrachtung der Rechtschreibdiagnostikverfahren
3.4 Rechtschreibdiagnostik beim integrierten Schreiben
3.4.1 Freies Schreiben
3.4.2 Kritische Betrachtung unterschiedlicher Analyseraster
3.4.2.1 AFRA
3.4.2.2 OLFA
3.4.2.3 Das Analyseraster Fays
4 Schreibförderung
4.1 Schwerpunkte der wirksamen Schreibförderung
4.2 Integrativer und offener Deutschunterricht
4.2.1 Schreibkonferenzen
4.2.1.1 Organisation
4.2.1.2 Ablauf
4.2.1.3 Leistungsbeurteilung
5 Die empirische Studie
5.1 Wahl des Analyseinstruments
5.2 Auswahl der Fehlerkategorie
5.3 Rahmenbedingungen und Durchführung
5.4 Merkmale der Testpersonen
6 Auswertung der Studie
6.1 Auswertungsverfahren
6.2 Ergebnisse
6.2.1 Einbezug vorangegangener Ergebnisse
6.2.2 Diskussion und Interpretation
6.3 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rechtschreibfähigkeiten von Grundschulkindern unter Berücksichtigung unterschiedlicher Schreibformen. Ziel ist es, die Leistungen beim integrierten Schreiben (freies Schreiben) denen des nicht-integrierten Schreibens (standardisierte Tests und Diktate) gegenüberzustellen und zu vergleichen, um daraus Handlungsempfehlungen für die schulpraktische Schreibförderung abzuleiten.
3.1 Die Entwicklung der Aufsatzdidaktik
Das Verständnis von Schreiben als ein Prozess, das Interesse, diesen Prozess zu verstehen sowie die heutige Auffassung von Text- und Rechtschreibkompetenz sind Resultate einer neuartigen Entwicklung der Deutschdidaktik (vgl. Kruse et al. 2006: 12-13). Prozessorientiertes Schreiben bzw. Prozessorientierte Schreibdidaktik sind dabei Schlüsselbegriffe der zeitgenössischen Pädagogik des Schreibens, Schreibenlernens und Schreibenlehrens, „welche die traditionellen Formen der Schreibförderung revolutioniert“ (Kruse et al. 2006: 13).
Die Triebkraft zur Neuorientierung und damit die vermehrte Etablierung von integriertem bzw. freiem Schreiben resultierte aus der kognitiven Wende Ende der 70er Jahre, welche sich von dem behavioristischen Menschenbild, d. h. nur direkt Beobachtbares als Anhaltspunkt wissenschaftlicher Theoriebildung nutzend, löst und kognitionspsychologische Erkenntnisse für seine Ausrichtung der Schreibdidaktik nutzt (vgl. Ritter 2008: 143). Bevor die Forschung begann, sich den Prozessen beim Schreiben zuzuwenden, stand nämlich von Beginn des 20. Jahrhunderts an bis in die 1970er Jahre hinein das Produkt des Schreibens und damit der Text selbst im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses (vgl. Schmölzer-Eibinger 2008: 11). Man war dem Beispiel Chomskys folgend (s. Kapitel 2.1.1) nach wie vor der Annahme, dass Schreiben kein „steuerbares und lernbares Handlungssystem“ (Kruse et al. 2006: 11) sei, sodass sich der traditionelle Aufsatzunterricht darauf konzentrierte, zu vermitteln, was gute Texte sind, aber nicht, in welchen Schritten diese hergestellt werden können. Aus diesem Grund beschränkten sich Grundschulen auf das Schönschreiben, das Abschreiben von Vorlagen, das Auswendiglernen von Mustertexten und auf das Rechtschreiben nach Diktat (vgl. Fix 2008: 112). Als Leitbild fungierte somit die genormte Erwachsenensprache, sodass der traditionelle Aufsatzunterricht und dessen Aufsätze in jeglicher Hinsicht, sprich vom Thema, Wortgut und Umfang hin zum Zeitpunkt des Abfassens, festgelegt waren (vgl. Beinlich 1969: 403).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Rechtschreibkompetenz für den Bildungserfolg ein und stellt die Forschungsfrage sowie das Ziel der empirischen Untersuchung vor.
2 Auf dem Weg zur Rechtschreibkompetenz: Dieses Kapitel erörtert den Wandel des Deutschunterrichts, die zentralen Begriffe der Kompetenz, Textkompetenz und Rechtschreibkompetenz sowie die zugrunde liegenden Schreibprozessmodelle und orthografischen Prinzipien.
3 Schreibdiagnostik: Das Kapitel thematisiert die Entwicklung der Aufsatzdidaktik und analysiert verschiedene Diagnostikverfahren für das integrierte und nicht-integrierte Schreiben unter kritischer Betrachtung.
4 Schreibförderung: Hier werden Schwerpunkte einer wirksamen Schreibförderung diskutiert und das Konzept des integrativen und offenen Deutschunterrichts, insbesondere durch Schreibkonferenzen, vorgestellt.
5 Die empirische Studie: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen bei der Auswahl der Analyseinstrumente, die Rahmenbedingungen der Untersuchung und die Merkmale der beteiligten Testpersonen.
6 Auswertung der Studie: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden hier dargelegt, interpretiert und diskutiert, wobei ein Fazit über die Rechtschreibfähigkeiten beim integrierten Schreiben gezogen wird.
Rechtschreibkompetenz, Schreibdidaktik, Aufsatzunterricht, Prozessorientierung, Schreibdiagnostik, integriertes Schreiben, freies Schreiben, Diktat, Hamburger Schreibprobe, Fehleranalyse, AFRA, OLFA, Analyseraster Fays, Schreibförderung, Orthografie.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Rechtschreibfähigkeiten von Grundschulkindern, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen integriertem (freiem) Schreiben und nicht-integriertem Schreiben (wie Diktaten) liegt.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Schreibdidaktik, theoretische Grundlagen zur Schreib- und Rechtschreibkompetenz, verschiedene Methoden der Schreibdiagnostik sowie konkrete Ansätze zur Schreibförderung im offenen Unterricht.
Das primäre Ziel ist es, zu verifizieren, ob Schülerinnen und Schüler beim freien Schreiben mit eigenem Wortmaterial orthografisch bessere Leistungen erzielen als bei standardisierten Tests, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zu entwickeln.
Die Autorin führt eine empirische Studie durch, bei der sie verschiedene Analyseraster (AFRA, OLFA, Raster nach Fays) auf Texte von Grundschulkindern anwendet, um Fehlerquotienten beim integrierten und nicht-integrierten Schreiben zu berechnen und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Schreibprozesse und orthografischen Prinzipien, eine kritische Auseinandersetzung mit der Diagnostik sowie die Durchführung und Auswertung einer eigenen empirischen Studie an einer dritten Grundschulklasse.
Die Arbeit ist durch eine starke Verknüpfung von theoretischer Didaktik und empirischer Fehleranalyse geprägt, wobei sie den Prozesscharakter des Schreibens gegenüber dem reinen Produkt (der Rechtschreibleistung) hervorhebt.
Das Analyseraster nach Fays wird gewählt, weil es als Korrelat zur Schreibkompetenz fungiert und sich als besonders realitätsnah für den Grundschulalltag erweist, da es für kurze, freie Texte konzipiert wurde.
Die Studie stützt die These, dass Kinder beim Schreiben mit eigenem Wortmaterial ein höheres Maß an Kompetenz zeigen und motivierter sind, da sie sich in einer authentischen Schreibsituation befinden, im Vergleich zu standardisierten, anonymeren Aufgaben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

