Fachbuch, 2020
162 Seiten
1 Einleitung
1.1 Status Quo und Wandel im Krankenhaussektor
1.1.1 Marktwirtschaftlicher Umbau
1.1.2 Auswirkungen der DRGs
1.1.3 Entwicklung wesentlicher Parameter
1.1.4 Demografie und Pflegebedürftigkeit
1.2 Pflegepersonal im Krankenhaus
1.3 (Pflege-)Management im Krankenhaus
1.3.1 Tradierte Aufbauorganisation
1.3.2 Strukturen des Pflegemanagements
1.4 Schlüsselposition Stationsleitung
1.4.1 Psychische Gesundheit
1.4.2 Belastung versus Beanspruchung
1.4.3 Der personale Faktor
2 Struktur, Zielsetzung und Forschungsfragen
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Psychologisches Kapital - Begriffsexplikation
3.2 Kapitalformen im Überblick
3.2.1 Ökonomisches Kapital
3.2.2 Humankapital
3.2.3 Soziales Kapital
3.3 Psychologisches Kapital – Definition
3.4 PsyCap als Forschungsgegenstand der Positiven Psychologie
3.5 Positive Psychologie in der Arbeit: POS und POB
3.6 Das Prinzip der Veränderbarkeit
3.7 Die vier PsyCap-Dimensionen
3.7.1 Selbstwirksamkeit
3.7.2 Optimismus
3.7.3 Hoffnung
3.7.4 Resilienz
3.7.5 Fazit
3.8 PsyCap als sekundäres Konstrukt
4 Stand der Forschung / Externe Evidenz
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Ergebnisse: PsyCap im Arbeitskontext
4.3 Ergebnisse: PsyCap im Setting Pflege
4.4 Limitationen, Diskussion und Fazit
5 Empirie
5.1 Methodik
5.1.1 Übergeordneter Forschungsprozess
5.1.2 Methodischer Ansatz und Operationalisierung
5.1.3 Ablauf der Erhebung
5.1.4 Datenkodierung und Auswertung
5.1.5 Studiensetting und Grundgesamtheit
5.2 Ergebnisse
5.2.1 Beschreibung der Stichprobe und deskriptive Auswertung
5.2.2 Formalisierung und Prüfung der Hypothesen
5.3 Limitationen, Diskussion und Fazit
6 Stärkung des Psychologischen Kapitals
6.1 Antezedenzien als Anknüpfungspunkte
6.2 Mikrointerventionen
6.3 Strukturelle Interventionen
6.3.1 Ebene 1: Führungskraft / Positive Leadership
6.3.2 Ebene 2: Tätigkeit / Job Enrichment
6.3.3 Ebene 3: Rahmenbedingungen / Organisationales Ziel-Design
6.4 Projektplanung
6.5 Limitationen, Diskussion und Fazit
7 Diskussion
8 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, das Psychologische Kapital (PsyCap) von Stationsleitungen zu analysieren und auf Basis theoretischer Erkenntnisse sowie einer empirischen Querschnittstudie systematische Maßnahmen zur Stärkung dieser psychologischen Ressourcen abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ausprägung von PsyCap bei Stationsleitungen und der Identifikation bedarfsgerechter Entwicklungsstrategien im klinischen Kontext.
1.1.1 Marktwirtschaftlicher Umbau
Seit den 1990er-Jahren wurden zahlreiche Reformen im Krankenhauswesen vollzogen, um die Gesundheitsdienstleistungen dieses Sektors nutzenorientierter und effizienter zu gestalten. Die international ab den 1990er-Jahren einflussreiche „New Public Management“ (NPM)-Programmatik bot hierfür den konzeptionell gedanklichen Ankerpunkt (vgl. Wilkesmann 2016a: 358; Wilkesmann 2016b: 216).
Darüber hinaus bestand Anfang der 1990er-Jahre erheblicher Druck auf den politischen Entscheidungsträgern zur Einleitung eines Gesundheitsreform-prozesses. Die Kosten im Krankenhaussektor hatten sich nach Einführung des Selbstkostendeckungsprinzips im Rahmen des Krankenhaus-finanzierungsgesetzes (KHG) nach 1972 expansiv entwickelt (vgl. Bundesärztekammer BÄK 2007: 12). Dies zog eine verschlechterte Finanzierungssituation der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und steigende Beitragssätze nach sich. Als Reaktion der Legislative wurde 1993 das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) und mit ihm eine weitreichende Reformierung des Krankenhauskosten-Vergütungssystems verabschiedet (vgl. Tuschen/Trefts 2010: 31). Das wesentliche Ziel des GSG lag in der Aufrechterhaltung der GKV-Beitragsstabilität begründet. Dieser Kostendämpfungsmechanismus sollte über die Ablösung des Selbstkostendeckungsprinzips durch ein leistungsorientiertes und differenziertes Vergütungssystem erreicht werden (vgl. Tuschen/Trefts 2010: 34). Das Herzstück der Reform nahmen die Pflegesätze ein, deren Gesamtvolumen das krankenhausindividuelle Budget für die Betriebskosten darstellten. Das individuelle Klinikbudget wurde hierbei kausal mit der Finanzlage der GKV verknüpft - die sogenannte „Deckelung“ war geschaffen (vgl. Tuschen/Trefts 2010: 34 f.). Gleichzeitig entstand mit der Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip für Kliniken ein bislang in dieser Form nicht gekanntes Verlustrisiko (vgl. Simon 2016: 34).
Die BÄK (2007: 13) konkludiert, dass Krankenhäuser seit den 1990er-Jahren durch einen betriebswirtschaftlich-manageriellen Reformprozess, basierend auf der NPM-Philosophie, von rein karitativen Einrichtungen zu Dienstleistungs-unternehmen avancierten. Das Primat der Ökonomie hielt in den Kliniken der BRD Einzug (vgl. BÄK 2007: 13 f.). Krankenhäuser wurden folglich immer mehr zu autonom agierenden Unternehmen, die den Mechanismen des Marktes unterliegen (vgl. u.a. Simon 2016: 29; Hansen 2007: 1).
1 Einleitung: Dieses Kapitel ordnet die Stationsleitung als Element des Krankenhauses ein, beleuchtet den Wandel im Krankenhaussektor und unterstreicht die Relevanz der psychischen Gesundheit für Führungskräfte.
2 Struktur, Zielsetzung und Forschungsfragen: Hier werden der deduktiv-nomologische Forschungsansatz sowie die spezifischen Ziele und zentralen Forschungsfragen der Master-Thesis definiert.
3 Theoretischer Hintergrund: Der Abschnitt expliziert das Konzept des Psychologischen Kapitals (PsyCap) und stellt dessen wissenschaftliche Wurzeln in der Positiven Psychologie sowie die vier zentralen Dimensionen dar.
4 Stand der Forschung / Externe Evidenz: Dieses Kapitel fasst mittels systematischer Literaturrecherche empirische Befunde zu PsyCap im Arbeitskontext sowie im spezifischen Setting der Pflege zusammen.
5 Empirie: Hier wird die eigene Querschnittserhebung zur PsyCap-Ausprägung bei Stationsleitungen methodisch erläutert und die Ergebnisse der Hypothesentests dargestellt.
6 Stärkung des Psychologischen Kapitals: Auf Basis der vorangegangenen Ergebnisse werden konkrete Interventionsstrategien zur Förderung von PsyCap bei Stationsleitungen entwickelt und projektiv geplant.
7 Diskussion: Die Ergebnisse und Methoden der Arbeit werden kritisch reflektiert und in den Kontext des klinischen Pflegemanagements eingeordnet.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten sowie die praktische Implementierung von PsyCap-Programmen.
Psychologisches Kapital, PsyCap, Stationsleitung, Krankenhaus, Pflegemanagement, Positive Psychologie, Selbstwirksamkeit, Optimismus, Hoffnung, Resilienz, Führungskräfteentwicklung, Arbeitszufriedenheit, Burnout-Prävention, Organisationsentwicklung, Gesundheitsförderung.
Die Arbeit untersucht das sogenannte Psychologische Kapital (PsyCap) als Ressource für Stationsleitungen in Krankenhäusern, um deren psychische Widerstandskraft angesichts beruflicher Belastungen zu stärken.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Positiven Psychologie, die Stressbelastung im Pflegemanagement, die Operationalisierung von psychologischen Stärken und die Implementierung von Personalentwicklungsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, die Ausprägung von PsyCap bei Stationsleitungen in einem exemplarischen Krankenhaus zu erheben und darauf aufbauend ein systematisches Interventionsprogramm zu entwickeln.
Es wird ein quantitativ-deduktiver Forschungsansatz gewählt, der eine systematische Literaturanalyse (externe Evidenz) mit einer empirischen Querschnittserhebung mittels standardisierter Fragebögen (interne Evidenz) verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Herleitungen des Konstrukts PsyCap, eine umfassende Bestandsaufnahme des Forschungsstandes und die Darstellung einer eigenen empirischen Studie inklusive der Planung von Stärkungsmaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind Psychologisches Kapital (PsyCap), Stationsleitung, Pflegemanagement, Positive Psychologie und Empowerment.
Dies erfolgt durch zwei Ansätze: Mikrointerventionen (PCIs), die als Coaching-Workshops konzipiert sind, sowie strukturelle Interventionen wie Positive Leadership, Job Enrichment und ein gezieltes Zieldesign.
Die Studie zeigte eine signifikant hohe PsyCap-Ausprägung in der untersuchten Stichprobe, wobei zwischen den Geschlechtern keine signifikanten Unterschiede in der Ausprägung festgestellt werden konnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

