Bachelorarbeit, 2019
53 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Zu der Arbeit mit den Quellen und deren Glaubwürdigkeit
2. Prozesse und Hintergründe
2.1 Anfänge des transatlantischen Sklavenhandels im afrokaribischen Raum
2.2 Sklaven in der Stadt Cartagena de Indias im 17. Jahrhundert
3. Cimarronaje in der Provinz von Cartagena im 17. Jahrhundert
3.1 Orte der Palenques
3.2 Flucht und Wege in die Palenques
3.3 Zwischen Krieg und Frieden
3.3.1 Benkos Bioho
3.3.2 Balthasar de La Fuente y Robredo und Domingo Criollo
3.3.3 Gründung San Basilio de Palenque
4. Leben in den Palenques
4.1 Aufbau
4.2 Politische Organisation
4.2.1 Exkurs: El Limón
4.3 Verteidigungstechniken
4.4 Interaktionen mit umliegenden Dörfern
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der Cimarronaje in der kolumbianischen Provinz Cartagena während des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Analyse, wie entlaufene Sklaven in ihren Palenques soziale Strukturen, politische Organisationen und Verteidigungsstrategien entwickelten, um ihre Freiheit und Autonomie gegenüber der spanischen Kolonialmacht zu wahren.
3.1 Orte der Palenques
Es gab zahlreiche Palenques in der Provinz Cartagena. Um sich einen Überblick zu verschaffen, lohnt es sich mit Karten zu arbeiten. Anhand der ersten Karte lässt sich erkennen, zu welchem Gebiet die jeweiligen Palenques gehörten. Allerdings fehlen hier die Gründungsdaten, da es sich um einen geografischen Überblick handelt.
Ergänzend wird daher ein Bericht der Historikerin Maria del Carmen Borrego Pla aus dem Jahr 1973 hinzugezogen. Dabei hat sie mit Hilfe von zwei Quellen aus dem Archivo de Indias in Spanien eine Studie über die „Palenques de negros en Cartagena“ Ende des 17.Jahrhunderts gemacht. Darin teilt sie die Palenques, die in den letzten zwanzig Jahren des 17. Jahrhunderts existierten, in drei geografischen Gebieten der Provinz ein. Die zweite Karte dient ergänzend zum Überblick der Lage sowie der einzelnen Gründungsjahre. Anhand dieser Daten lässt sich folgendes festmachen:
Es gab Palenques im Norden der Sierra de Luruaco, bestehend aus Criollos und bekannt unter den Namen Betancur und Matubere (auch bekannt als Tabacal), beide im Jahr 1693 gegründet.
Die im Zentrum der Montes de María, organisiert in vier Palenques, auch wenn heute nur noch zwei der vier Namen bekannt sind: San Miguel Arcángel aus dem Jahr 1684, was später zu San Basilio de Palenque wurde; und Arenal (auch bekannt unter Domingo Angola oder Bongue) aus dem Jahr 1694. Die erste Karte ergänzt die Palenques im Zentrum noch mit weiteren Namen, allerdings bleibt das Gründungsdatum bei einigen unklar, da sie auf der zweiten Karte nicht verzeichnet sind: Limón (1633), Polin (nicht auf Karte 2 verzeichnet), Sanaguare (1633), Duanga (1694); Joyanca, María Angola, Sanagual, Manuel Mula und Arroyo Piñuela (sind alle nicht auf Karte 2 verzeichnet); Zaragozilla (1694).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Cimarronaje und kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten historischen Quellen.
2. Prozesse und Hintergründe: Darstellung des transatlantischen Sklavenhandels und der sozialen Bedingungen in Cartagena de Indias im 17. Jahrhundert.
3. Cimarronaje in der Provinz von Cartagena im 17. Jahrhundert: Untersuchung der geografischen Verteilung der Palenques und der historischen Konflikte sowie Friedensbemühungen unter Anführern wie Benkos Bioho.
4. Leben in den Palenques: Analyse der internen Strukturen, von architektonischen Aspekten über politische Organisation bis hin zu Verteidigungstechniken und Interaktionen mit der Außenwelt.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Autonomie und Widerstandskraft der Palenque-Gemeinschaften sowie ein Ausblick auf das Forschungspotenzial.
Cimarronaje, Palenque, Sklaverei, Cartagena de Indias, Kolonialzeit, Benkos Bioho, Domingo Criollo, Widerstand, Flucht, soziale Organisation, Verteidigungstechnik, Afrokolumbianer, Kolonialmacht, Spanisches Reich, San Basilio de Palenque.
Die Arbeit analysiert die Lebensweise, den Widerstand und die Organisation entlaufener Sklaven (Cimarrones) in den Palenques der Provinz Cartagena im 17. Jahrhundert.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Sklavenflucht, der politischen und sozialen Struktur innerhalb der Palenques sowie den Verteidigungsstrategien gegen die spanische Kolonialverwaltung.
Das Ziel ist es, die interne Organisation und die soziale Dynamik der Cimarron-Gemeinschaften darzustellen und zu zeigen, wie diese über lange Zeiträume hinweg ein hohes Maß an Autonomie bewahren konnten.
Die Arbeit basiert primär auf einer historischen Quellenauswertung, wobei transkribierte Primärquellen aus der Kolonialzeit (Testimonios, Briefe von Gouverneuren) analysiert und mit aktueller Sekundärliteratur in Bezug gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die geografische und historische Verortung der Palenques, die Analyse der Führungspersönlichkeiten wie Benkos Bioho und Domingo Criollo sowie die Untersuchung der alltäglichen Lebensbedingungen und Verteidigungsmechanismen.
Die zentralen Begriffe sind Cimarronaje, Palenque, Widerstand, Koloniale Gesellschaft, politische Führung und soziale Autonomie.
Dieses Palenque dient als detailliertes Fallbeispiel, um die Machtstruktur und die Besonderheiten der Führung durch sowohl männliche Kapitäne als auch eine Königin (Leonor) unter mystisch-religiösen Einflüssen zu illustrieren.
Die Unterscheidung hilft zu verstehen, wer die politische Führung übernahm, da Criollos aufgrund ihrer längeren Erfahrung in der Neuen Welt und der Nähe zur spanischen Kultur oft andere Rollen einnahmen als die neu angekommenen, oftmals erschöpften Bozales.
Die Santa Hermandad war eine effiziente Institution zur Ergreifung entlaufener Sklaven, deren Expeditionen durch spezifische Steuern finanziert wurden, was den hohen Druck und die Bedrohung verdeutlicht, unter der die Palenques standen.
Das Verhältnis war dynamisch: Einerseits gab es bewaffneten Widerstand, andererseits suchten die Palenque-Anführer aktiv nach Friedensverträgen und Vorrechten, um ihre Autonomie innerhalb des kolonialen Systems rechtlich abzusichern.
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