Masterarbeit, 2019
124 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Historie der steuerlichen Billigkeitsvorschriften
2.1 Regelungen im Deutschen Kaiserreich (1871 – 1918)
2.2 Regelungen durch die Reichsabgabenordnung (1919 – 1976)
2.3 Regelungen mit Einführung der AO (1977 – heute)
3. Billigkeit
3.1 Definition
3.2 Billigkeitsgründe
3.2.1 Persönliche Billigkeitsgründe
3.2.2 Sachliche Billigkeitsgründe
3.3 Ermessen bei Anwendung der Billigkeit
3.3.1 Definition
3.3.2 Arten von Ermessen
3.3.2.1 Entschließungsermessen
3.3.2.2 Auswahlermessen
3.3.3 Grenzen des Ermessens
3.3.3.1 Äußere Ermessensgrenzen
3.3.3.2 Innere Ermessensgrenzen
3.3.4 Rechtsfolgen bei Ermessensfehlern
3.3.5 Kontrolle und Überprüfung der Ermessensentscheidung
4. Billigkeitsmaßnahmen
4.1 Stundung § 222 AO
4.1.1 Begriff
4.1.2 Tatbestandliche Voraussetzungen
4.1.2.1 Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis
4.1.2.2 Antragstellung
4.1.2.3 Erhebliche Härte
4.1.2.4 Keine Anspruchsgefährdung und Sicherheitsleistung
4.1.3 Änderung der Stundungsverfügung
4.1.4 Rechtsfolgen und Nebenfolgen
4.1.5 Rechtsschutz
4.1.6 Zusammenfassendes Beispiel
4.2 Erlass § 227 AO
4.2.1 Begriff
4.2.2 Tatbestandliche Voraussetzungen
4.2.2.1 Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis
4.2.2.2 Antragstellung
4.2.2.3 Unbilligkeit der Einziehung
4.2.3 Rechtsfolgen und Nebenfolgen
4.2.4 Änderung der Erlassverfügung
4.2.5 Rechtsschutz
4.2.6 Zusammenfassendes Beispiel
4.3 Abweichende Steuerfestsetzung § 163 AO
4.3.1 Begriff
4.3.2 Tatbestandliche Voraussetzungen
4.3.2.1 Anwendungsbereich
4.3.2.2 Antragstellung
4.3.2.3 Unbilligkeit
4.3.3 Maßnahmen
4.3.3.1 Niedrigere Steuerfestsetzung
4.3.3.2 Keine steuererhöhenden Besteuerungsgrundlagen
4.3.3.3 Zeitliche Verschiebung von Besteuerungsgrundlagen
4.3.4 Rechtsfolgen und Nebenfolgen
4.3.5 Änderung der abweichenden Steuerfestsetzung
4.3.6 Rechtsschutz
4.3.7 Zusammenfassendes Beispiel
4.4 Einstweilige Einstellung oder Beschränkung der Vollstreckung § 258 AO
4.4.1 Begriff
4.4.2 Tatbestandliche Voraussetzungen
4.4.2.1 Antragstellung
4.4.2.2 Beginn der Vollstreckung
4.4.2.3 Unbilligkeit
4.4.3 Maßnahmen
4.4.4 Rechtsfolgen und Nebenfolgen
4.4.5 Rechtsschutz
4.4.6 Zusammenfassendes Beispiel
5. Niederschlagung § 261 AO
5.1 Begriff
5.2 Tatbestandliche Voraussetzungen
5.2.1 Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis
5.2.2 Aussichtslose Erhebung
5.2.3 Unverhältnismäßigkeit der Kosten
5.3 Rechtsfolgen und Nebenfolgen
5.4 Zusammenfassendes Beispiel
6. Hinweise für den steuerlichen Berater
6.1 Praktische Erschwernisse des Ermessens
6.2 Empfehlungen und Taktik
7. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen der gesetzlich verpflichtenden Steuererhebung und den Möglichkeiten zur Abweichung durch Billigkeitsmaßnahmen. Sie analysiert die historische Entwicklung, definiert den Begriff der Billigkeit im Kontext des pflichtgemäßen Ermessens und beleuchtet die in der steuerlichen Beratungspraxis zentralen Maßnahmen wie Stundung, Erlass, abweichende Steuerfestsetzung und Vollstreckungsschutz, um Beratern praktische Handlungsempfehlungen zu geben.
3.2.1 Persönliche Billigkeitsgründe
Unter den persönlichen Billigkeitsgründen werden solche subsumiert, bei denen die unbillige Härte in der Person des Steuerpflichtigen liegt. Dies erfordert kumulativ, dass der Steuerschuldner einer Billigkeitsmaßnahme würdig und dieser auch bedürftig ist.
Eine Bedürftigkeit liegt regelmäßig dann vor, wenn aufgrund der Steuerfestsetzung die persönliche oder wirtschaftliche Existenz des Steuerpflichtigen gefährdet werden würde. Diese gelten lt. Rechtsprechung als bedroht, wenn der Steuerzahler temporär oder dauerhaft nicht in der Lage ist, seinen notwendigen Lebensunterhalt zu bestreiten. Hierzu zählen insbesondere solche Ausgaben, die sich auf das tägliche Leben beziehen wie z. B. Nahrung, Wohnung, Kleidung, ärztliche Behandlungen oder solche, die die Erwerbsfähigkeit des Steuerpflichtigen sicherstellen und aufrechterhalten.
1. Einleitung: Beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen der gesetzlichen Verpflichtung zur Steuererhebung und der Notwendigkeit für Billigkeitsmaßnahmen zur Vermeidung unbilliger Resultate.
2. Historie der steuerlichen Billigkeitsvorschriften: Analysiert die geschichtliche Entwicklung vom Deutschen Kaiserreich bis zur heutigen Abgabenordnung.
3. Billigkeit: Definiert den Begriff der Billigkeit, differenziert zwischen persönlichen und sachlichen Gründen und erläutert das Ermessen der Finanzbehörden.
4. Billigkeitsmaßnahmen: Detaillierte Darstellung der Voraussetzungen und Rechtsfolgen von Stundung, Erlass, abweichender Steuerfestsetzung und Vollstreckungsschutz.
5. Niederschlagung § 261 AO: Erläutert die verwaltungsinterne Maßnahme der Niederschlagung, die keine Billigkeitsmaßnahme im eigentlichen Sinne darstellt.
6. Hinweise für den steuerlichen Berater: Gibt praktische Ratschläge für die Mandatsbetreuung bei der Beantragung von Billigkeitsmaßnahmen.
7. Zusammenfassung und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Billigkeitsvorschriften in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Billigkeitsmaßnahmen, Steuerrecht, Abgabenordnung, Stundung, Erlass, abweichende Steuerfestsetzung, Vollstreckungsaufschub, Niederschlagung, Ermessen, Unbilligkeit, Steuerpflichtiger, Finanzbehörde, Leistungsfähigkeitsprinzip, Rechtsschutz, steuerliche Beratungspraxis
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Voraussetzungen, Arten, Ermessensspielräumen und Grenzen von Billigkeitsmaßnahmen im deutschen Steuerrecht.
Zentrale Themen sind die historische Genese der Vorschriften, die Definition von Billigkeit sowie eine detaillierte Analyse der Maßnahmen Stundung (§ 222 AO), Erlass (§ 227 AO), abweichende Steuerfestsetzung (§ 163 AO) und Vollstreckungsschutz (§ 258 AO).
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der gesetzlichen Pflicht zur Steuervollziehung und der Ermächtigung zu Billigkeitsmaßnahmen aufzuzeigen und daraus Erkenntnisse für die steuerliche Beratungspraxis abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der gesetzlichen Grundlagen und einer Auswertung der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Billigkeitsbegriffs und des behördlichen Ermessens, gefolgt von einer tiefgehenden Betrachtung der spezifischen Billigkeitsmaßnahmen samt Fallbeispielen.
Wesentliche Begriffe sind Unbilligkeit, pflichtgemäßes Ermessen, Stundung, Erlass, abweichende Steuerfestsetzung und Vollstreckungsschutz.
Würdigkeit liegt vor, wenn die Notlage nicht selbst verschuldet ist und der Steuerpflichtige konziliant mit der Finanzverwaltung kooperiert, wobei eine Gesamtwürdigung aller Umstände erforderlich ist.
Die Stundung verschiebt lediglich die Fälligkeit eines Anspruchs temporär, während ein Erlass zum völligen oder teilweisen Erlöschen der Steuerschuld führt.
Nein, die Niederschlagung ist eine rein innerbehördliche Maßnahme zur Verwaltungsökonomie und entfaltet keine Außenwirkung oder Rechtswirkung zugunsten des Steuerpflichtigen.
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