Bachelorarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Einleitung
2.2 Sprachliche Variation
2.2.1 Dialekt
2.2.2 Ethnolekt
2.2.3 Jugendsprache
2.3 Sprachkontakt
2.3.1 Sprachkontakt und Sprachwandel
2.3.2 Sprachkontaktphänomene
2.4 Multiethnische Jugendsprache
2.4.1 Grammatische Merkmale
2.4.2 Fremd- und Lehnwörter
2.4.3 Kiezdeutsch im Kontext von Sprachwandelprozessen
2.4.4 Kiezdeutsch in medialer Betrachtung
3. Empirischer Teil
3.1 Einführung
3.2 Erläuterung der Vergleichsstudie
3.3 Schnittpunkte und Differenzen der Untersuchungen
3.4 Untersuchungsaufbau
3.5 Multiethnisch-jugendsprachliche Merkmale in den Belegen
3.6 Analyse des Untersuchungsmaterials
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorkommen, die Funktion und die Herkunft von Fremd- und Lehnwörtern in der multiethnischen Jugendsprache (Kiezdeutsch), basierend auf einer Analyse internetbasierter Kommunikation (YouTube-Kommentare). Ziel ist es, aktuelle Tendenzen des Sprachgebrauchs nachzuzeichnen, bestehende sprachwissenschaftliche Hypothesen zu überprüfen und den Einfluss von Herkunftssprachen sowie medialen Faktoren auf den Sprachwandel zu bewerten.
2.4.1 Grammatische Merkmale
Im folgenden Abschnitt sollen die systematischen Abweichungen vom Standarddeutschen, welche regelhaft im Kiezdeutschen zu finden sind, dargestellt werden. Hierbei wird die Einordnung von WIESE (2012) angenommen, in welcher der Ausbau bereits vorhandener, grammatischer Strukturen beschrieben wird, welche sich in das deutsche Grammatiksystem eingliedern. Um die Ausführung um andere Perspektiven zu ergänzen wird anteilig auf die Ausführungen MAROSSEKS (2016), HINRICHS (2013) und BÜLOW/KERSCHENSTEINERS (2014) eingegangen. Auch bezeichnet als “grammatische Innovationen” (WIESE 2012: 48) werden hierbei syntaktische, morphologische, phonologische und grammatikalische Merkmale beleuchtet.
Zunächst ist das Phänomen neuer Ortsangaben zu nennen: (4) “Wir gehen Görlitzer Park”, “Gehst du heute auch Viktoriapark?” (WIESE 2012: 53, 56). Das Auslassen von lokalen, beziehungsweise richtungsweisenden, Präpositionen ist ein populäres und weit verbreitetes Szenario im kiezdeutschen Sprachgebrauch. Im Standarddeutschen gemäß WIESE nur in Verbindungen mit Haltestellen existent und “legitim” (“Da müssen Sie Jakob-Kaiser-Platz umsteigen.” (WIESE 2012: 55)), wird diese Ausdrucksoption im Kiezdeutschen umfassend genutzt. Die Reduzierung einer ursprünglichen Präpositionalphrase hin zu einer bloßen Nominalphrase interpretieren BÜLOW/KERSCHENSTEINER (2014: 275) und MAROSSEK (2016: 66) als Einfluss von Sprachkontakt.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Fremd- und Lehnwörtern innerhalb der multiethnischen Jugendsprache und führt in die Problematik sowie die Relevanz des Themas ein.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die linguistischen Grundlagen, darunter sprachliche Variation, Sprachkontaktphänomene und die Definitionen von Kiezdeutsch bzw. multiethnischer Jugendsprache.
3. Empirischer Teil: Hier wird die Methodik der Untersuchung von YouTube-Kommentaren vorgestellt, die Ergebnisse analysiert und mit früheren Studien verglichen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse bezüglich des Sprachwandels und der Bedeutung türkisch-arabischer Elemente zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Kiezdeutsch, Multiethnische Jugendsprache, Fremdwörter, Lehnwörter, Sprachwandel, Sprachkontakt, Anglizismen, Türkisch, Arabisch, YouTube-Kommentare, Sprachvariation, Jugendliche, Ethnolekt, Code-Switching, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit untersucht das Vorkommen und die Verwendung von Fremd- und Lehnwörtern in der multiethnischen Jugendsprache anhand von YouTube-Kommentaren.
Die Arbeit fokussiert auf Sprachkontakt, Sprachwandel, jugendsprachliche Varietäten, den Einfluss von Herkunftssprachen sowie die mediale Kommunikation.
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Nutzung fremdsprachlicher Lexeme in der Jugendsprache und der Vergleich dieser Daten mit einer Studie aus dem Jahr 2008.
Es wird eine quantitative Analyse von YouTube-Kommentaren verschiedener Hip-Hop-Künstler durchgeführt, um fremdsprachliche Ausdrücke zu identifizieren und zu kategorisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition der Sprachvarietäten und einen empirischen Teil, der die Datenauswahl und die konkrete Analyse der Belege umfasst.
Zentrale Begriffe sind Kiezdeutsch, Sprachwandel, Sprachkontakt, Anglizismen, ethnische Herkunftssprachen und mediale Kommunikation.
Türkische Sprachelemente erweisen sich als prägend für das Kiezdeutsche und nehmen nach dem Englischen den zweitgrößten Anteil in der Belegsammlung ein, wobei sie ein hohes soziales Prestige genießen.
Der Autor schlussfolgert, dass sich die multiethnische Jugendsprache als innovative Kraft für den Sprachwandel erweist und durch mediale Verbreitung zunehmend Einfluss auf den allgemeinen Sprachgebrauch nimmt.
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