Diplomarbeit, 2006
41 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Frauen in Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
1.1. Über den Autor
Kapitel II
2.1. „Der autobiographische Pakt“ von Phillipe Lejeune
2.2. Autobiographie laut Handke
2.3. Selbstmord der Mutter – Anlass zum Schreiben
KAPITEL III
3.1. Familienbild
3.2. Geschichte und Gesellschaft als Störfaktoren
Resümee
Diese Arbeit setzt sich intensiv mit der Erzählung „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke auseinander. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Autobiographie des Autors und der Biographie seiner Mutter, Maria Handke, zu untersuchen, um die Ursachen für deren tragisches Scheitern im soziokulturellen und historischen Kontext der Zeit aufzudecken.
Autobiographie laut Handke
Die Erzählung „Wunschloses Unglück“ entstand sieben Wochen nach dem Tod Handkes Mutter und berichtet von ihrem Leben- so könnte man den Inhalt in einem Satz zusammenfassen. Und das wäre eine schmerzende Äußerung, denn es ist keine bloße Erzählung von leeren Ereignissen und Vorfällen, sondern eine von Verwundungen und scheinbarer Erheiterung geprägte Geschichte Marias Handke.
„Wunschloses Unglück“ ist ein Mutterbuch, in dem neben der Mutterfigur eine am Anfang der Erzählung objektive, später subjektive Position des Ich- Erzählers zu erkennen ist. Dieser Ich- Erzähler ist Handke selbst und dadurch ergibt sich eine fundamentale Figurenkonstellation- der Sohn schildert die Geschichte eigener Mutter mit allen für sie mehr oder weniger wichtigen Ereignissen und Personen und nimmt an dieser Schilderung aktiv teil. Dadurch, dass der Autor bei den Handlungen und Erlebnissen der Mutter zum größten Teil zugegen war, ist dieses Werk als eine biographisch- autobiographische Erzählung zu betrachten:
Die quälenden psychischen Rückstände seiner Kindheitsgeschichte hat Handke in Wunschloses Unglück künstlerisch aufgearbeitet und in eine erzählerische Transparenz umgesetzt, die mit der Geschichte der Mutter, der Geschichte der sozialen Verhinderung und Unterdrückung eines Ichs, zugleich die Beschädigung der eigenen Kindheit beleuchtet.
Einleitung: Die Einleitung führt in die Motivation des Autors ein, die tragische Lebensgeschichte seiner Mutter zu verarbeiten und die literarische Bedeutung von Handkes Werk zu begründen.
1. Frauen in Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel skizziert die Lebensbedingungen der Mutter unter Berücksichtigung der strengen sozialen Normen und der Rolle der Frau in Österreich.
1.1. Über den Autor: Hier wird der literarische Werdegang Peter Handkes sowie der Einfluss seiner Jugend und seiner frühen Werke auf seine späteren Schreibmethoden beleuchtet.
Kapitel II: Dieses Kapitel analysiert theoretische Aspekte der Autobiographie und wendet diese auf Handkes Werk an.
2.1. „Der autobiographische Pakt“ von Phillipe Lejeune: Die Definition der Gattung Autobiographie durch Lejeune wird erörtert, um eine Grundlage für die Untersuchung von Handkes Text zu schaffen.
2.2. Autobiographie laut Handke: Hier wird untersucht, wie Handke autobiographische Elemente in seiner Erzählung einsetzt und welche Bedeutung der Sohn als Ich-Erzähler innehat.
2.3. Selbstmord der Mutter – Anlass zum Schreiben: Dieses Kapitel befasst sich mit der psychologischen Verarbeitung des traumatischen Todes der Mutter und der Notwendigkeit des Schreibens als Ventil.
KAPITEL III: In diesem Kapitel werden die äußeren Ursachen für das Scheitern der Mutter detailliert analysiert.
3.1. Familienbild: Die Auswirkungen der autoritären väterlichen Erziehung und der ländlichen Familienstrukturen auf die Entwicklung der Mutter werden aufgezeigt.
3.2. Geschichte und Gesellschaft als Störfaktoren: Der Einfluss der NS-Zeit und der politischen Gegebenheiten in Österreich auf das Schicksal der Maria Handke wird hier ergründet.
Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt die Bedeutung der Erzählung als literarisches Denkmal für die Mutter.
Peter Handke, Wunschloses Unglück, Autobiographie, Mutterbild, Identitätsfindung, österreichische Literatur, 20. Jahrhundert, Trauerarbeit, Philippe Lejeune, Sozialgeschichte, psychische Belastung, Frauenleben, Selbstbestimmung, Kindheitserinnerungen, Identitätsverlust.
Die Arbeit analysiert die Erzählung „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen dem Autor und seiner Mutter sowie der soziokulturellen Rahmenbedingungen ihres Lebens.
Zu den zentralen Themen gehören die Autobiographie-Theorie, der Einfluss familiärer Strukturen, gesellschaftliche Normen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die literarische Verarbeitung eines persönlichen Traumas.
Das Hauptziel ist es, die Gründe für das Scheitern der Hauptfigur Maria Handke innerhalb ihrer Lebensumwelt aufzuzeigen und die Erzählweise Handkes im Kontext der autobiographischen Gattung zu verstehen.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten im Vergleich zu theoretischen Ansätzen der Autobiographie-Forschung (insbesondere nach Philippe Lejeune) sowie eine historische und soziokulturelle Kontextualisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Autors als Person, die Anwendung der Autobiographie-Theorie auf das Werk und die detaillierte Analyse der familiären, geschichtlichen und gesellschaftlichen Ursachen für das tragische Ende der Mutter.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Autobiographie, Identitätsfindung, Peter Handke, Wunschloses Unglück, Maria Handke, soziale Stigmatisierung und Geschlechterrollen.
Sie wird als initiale Reaktion des Autors auf den Selbstmord der Mutter beschrieben und dient als treibende Kraft für den darauffolgenden Schreibprozess als Form der Trauerarbeit.
Durch die bewusste Anonymisierung (z.B. „das Kind“, „der Ehemann“) versucht Handke, die individuelle Lebensgeschichte seiner Mutter zu verallgemeinern und sie als exemplarisch für das Schicksal vieler Frauen ihrer Zeit darzustellen.
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