Diplomarbeit, 2006
110 Seiten, Note: 1,3
1 Unterstützung und Widerstand als zentrale Reaktionen von Führungskräften auf Restrukturierungen in Unternehmungen
1.1 Reaktionen des mittleren Managements als Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Erklärung des Reaktionsspektrums mittlerer Führungskräfte in Restrukturierungssituationen sowie Entwicklung eines Konzeptes zum Umgang mit Widerständen
2 Organisatorische Restrukturierungen in Unternehmungen: Erschließung zentraler Grundlagenkonzepte
2.1 Restrukturierungen als eine Ausprägung des geplanten organisatorischen Wandels
2.1.1 Organisationsbegriffe sowie zentrale Formen des organisatorischen Wandels
2.1.2 Charakteristika sowie Ziele restrukturierungsbezogener Veränderungen
2.1.3 Notwendigkeit eines Managements von Restrukturierungsprozessen
2.1.4 Einführung von Team-Strukturen als Ausprägungsform einer Restrukturierung
2.2 Akteure und Betroffene in Restrukturierungsprozessen: Eine Übersicht sowie Charakterisierung
2.2.1 Grundlegender Überblick der an Restrukturierungen beteiligten Organisationsmitglieder
2.2.2 Das mittlere Management als Träger und Fokusgruppe von Restrukturierungsprozessen
2.2.2.1 Aufgabenkanon der mittleren Führungsebene im Rahmen von Struktur- und Prozessveränderungen
2.2.2.2 Dilemmasituation: Der mittlere Manager als Initiator und Opfer von Restrukturierungsprozessen
2.3 Zwischenfazit: Die Schlüsselposition des mittleren Managements bei der Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen
3 Genese eines phasenbezogenen Erklärungskonzeptes zur Reaktion von mittleren Führungskräften in Restrukturierungsprozessen
3.1 Mögliche Reaktionen des mittleren Managements in Restrukturierungssituationen: Entwicklung eines Handlungskontinuums zwischen uneingeschränkter Unterstützung und destruktivem Widerstand
3.1.1 Darstellung des Reaktionsspektrums mittlerer Manager in Restrukturierungsprozessen
3.1.2 Unterstützung restrukturierungsbezogener Veränderungen: Führungskräfte als Promotoren von Veränderungen
3.1.3 Mittlere Manager als Opponenten in Restrukturierungsprozessen: Charakteristische Formen sowie Merkmale des Widerstandes
3.1.4 Zwischen Unterstützung und Widerstand: Das Phänomen ambivalenter Reaktionen in Restrukturierungssituationen
3.2 Erklärungsansätze für das Zustandekommen von Verhalten sowie Darstellung reaktionsdeterminierender Faktoren in Restrukturierungsprozessen
3.2.1 Umgang von Individuen mit Umweltveränderungen: Eine grundlegende Übersicht zur Entstehung von Verhalten
3.2.2 Kognitive Prozesse als zentrale reaktionsbeeinflussende Determinantengruppe
3.2.3 Emotionen und ihre Einflussnahme auf die Reaktionen in Restrukturierungssituationen
3.2.4 Synthese von Kognitionen und Emotionen zu einem mehrdimensionalen Erklärungsansatz sowie Erläuterung der Entstehung ambivalenter Reaktionen
3.3 Phasenorientierte Betrachtung der Reaktionen mittlerer Führungskräfte in Restrukturierungsprozessen
3.3.1 Entwicklung eines dreistufigen Phasenmodells für Restrukturierungsprozesse
3.3.2 Dynamische Promotorenkonstellationen in Restrukturierungsprozessen
3.3.2.1 Problembereiche des „klassischen“ Promotorenmodells sowie Notwendigkeit einer Erweiterung des Modells um dynamische Elemente
3.3.2.2 Veränderung von Promotorenrollen im Verlauf von Restrukturierungsprozessen
3.3.3 Dynamische Widerstandsreaktionen von Opponenten in Restrukturierungsprozessen
3.3.3.1 Verlusterfahrung und die Stadien der Trauer: Konzepte zur Bewältigung von Tod und Verlust aus der Sterbeforschung
3.3.3.2 Übertragung der Erkenntnisse aus der Sterbeforschung auf die Widerstandsreaktionen des mittleren Managements in Restrukturierungsprozessen
3.4 Ambivalente Führungskräftereaktionen in Restrukturierungsprozessen
3.5 Zwischenfazit: Heterogene sowie dynamische Reaktionen mittlerer Manager im Verlauf restrukturierungsbezogener Veränderungen
4 Reaktionen mittlerer Führungskräfte auf Restrukturierungsprozesse in der Praxis: Ergebnisse einer Befragung zur Einführung von Team-Strukturen bei den VGH Versicherungen
4.1 Darstellung der Unternehmung sowie Charakterisierung der Team-Strukturen
4.1.1 Kurzporträt des Untersuchungsobjektes: Die VGH Versicherungen als führender regionaler Versicherer in Niedersachsen
4.1.2 Einführung von Team-Strukturen bei den VGH Versicherungen
4.1.2.1 Ziele sowie Grundsätze der Team-Organisation bei den VGH Versicherungen
4.1.2.2 Vorgehensweise bei der Einführung und Weiterentwicklung von Team-Strukturen
4.2 Empirische Untersuchungsmethodik: Interviews mit mittleren Führungskräften und Mitarbeitern der VGH als zentrales Erhebungsinstrument
4.3 Ergebnisse der Befragung zu den Reaktionen des mittleren Managements im Verlauf des Restrukturierungsprozesses
4.3.1 Veränderung des Aufgabenspektrums der mittleren Manager durch die Implementierung von Team-Strukturen
4.3.2 Grad der Akzeptanz gegenüber der Einführung von Team-Strukturen während der Vorbereitungsphase des Restrukturierungsprozesses
4.3.3 Reaktionen der Führungskräfte während der Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahme
4.3.4 Beurteilung der Einführung von Team-Strukturen durch die mittlere Managementebene in der Verstetigungsphase des Restrukturierungsprozesses
4.4 Zusammenfassung der wesentlichen Befragungsergebnisse: Das mittlere Management als Promotor und Opponent der Restrukturierung
5 Phasenorientierte Gestaltungsempfehlungen zum Umgang mit heterogenen sowie dynamischen Reaktionen des mittleren Managements im Verlauf von Restrukturierungsprozessen
5.1 Zentrale Handlungsfelder zur Verbesserung der Erfolgsaussichten restrukturierungsbezogener Veränderungsmaßnahmen
5.2 Phasenbezogene Maßnahmen zur Unterstützung von Promotorentätigkeiten in Restrukturierungssituationen
5.2.1 Führungskräfte-Coaching als Instrument zum Ausbau bestehender Wandlungsbereitschaft innerhalb des mittleren Managements
5.2.2 Einsatz eines strategischen Anreizsystems zur Förderung der Promotorentätigkeiten in Restrukturierungssituationen
5.3 Phasenbezogene Methoden zur Überwindung von Widerständen mittlerer Führungskräfte in Restrukturierungsprozessen
5.3.1 Überzeugung der Wandlungsgegner durch eine adäquate Informationspolitik
5.3.2 Partizipation der Opponenten als Maßnahme zur Verringerung von Widerständen durch das mittlere Management
5.4 Phasenübergreifende Instrumente in Restrukturierungsprozessen
5.4.1 Die zentrale Bedeutung der Kommunikation als phasenübergreifendes Instrument
5.4.2 Notwendigkeit sowie Ziele eines prozessorientierten Controllings in Restrukturierungssituationen
5.5 Maßnahmen zum Umgang mit ambivalenten Reaktionen mittlerer Manager
5.6 Zusammenfassender Überblick über die Gestaltungsempfehlungen
5.7 Grenzen bei der Beeinflussung von Führungskräftereaktionen in Restrukturierungssituationen
6 Fazit und Ausblick: Opponentenzentrierter Umgang mit den dynamischen sowie heterogenen Reaktionen mittlerer Manager als bedeutender Erfolgsfaktor in Restrukturierungsprozessen
Die Arbeit untersucht die Reaktionen mittlerer Führungskräfte auf Restrukturierungsprozesse in Unternehmen, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, die Dynamik zwischen Unterstützung, Ambivalenz und Widerstand über verschiedene Prozessphasen hinweg zu erklären. Dabei wird ein phasenbezogenes Konzept entwickelt, das insbesondere auf das Spannungsfeld der Führungskräfte als "Initiatoren und Opfer" organisatorischer Veränderungen eingeht und durch eine Fallstudie bei den VGH Versicherungen untermauert wird.
3.1 Mögliche Reaktionen des mittleren Managements in Restrukturierungssituationen: Entwicklung eines Handlungskontinuums zwischen uneingeschränkter Unterstützung und destruktivem Widerstand
Im Verlauf von Restrukturierungsprozessen ist ein breites Spektrum an Reaktionen durch das mittlere Management möglich. Dieses Spektrum reicht von uneingeschränkter Unterstützung bis hin zu destruktivem Widerstand. Die Unterscheidung zwischen Unterstützung und Widerstand wird bereits im Jahr 1933 von Sandig diskutiert, der von Treibern und Bremsern als prozessgestaltende Figuren in der Unternehmung spricht. Auch Lewin unterscheidet treibende und hemmende Kräfte. Weit verbreitet und anerkannt ist zudem das Promotorenmodell von Witte, der in einer empirischen Untersuchung Promotoren und Opponenten herausstellt.
Neben den beiden extremen Reaktionsweisen Unterstützung und Widerstand können nach Ansicht von Gabele ferner neutrale Reaktionen auftreten. Andere Autoren sprechen im Hinblick auf diese Mittelposition zwischen Befürwortern und Gegnern des Wandels hingegen nicht von Neutralität, sondern von noch nicht festgelegten Einstellungen. Dies impliziert, dass sich Personen mit einer anfänglich indifferenten Haltung im Laufe des Restrukturierungsprozesses entweder zu Anhängern oder Ablehnern des Wandels entwickeln. Bei Führungskräften, deren Reaktionen sich zu verschiedenen Teilen aus förderlichen und blockierenden Elementen hinsichtlich des Wandels zusammensetzen, wird von ambivalenten Reaktionen gesprochen. Dieses Reaktionsspektrum des mittleren Managements in Restrukturierungsprozessen verdeutlicht die folgende Abb.
1 Unterstützung und Widerstand als zentrale Reaktionen von Führungskräften auf Restrukturierungen in Unternehmungen: Einleitung in die Problematik, in der das mittlere Management als kritische Schnittstelle zwischen strategischer Vorgabe und operativer Umsetzung in einem komplexen Umfeld verortet wird.
2 Organisatorische Restrukturierungen in Unternehmungen: Erschließung zentraler Grundlagenkonzepte: Theoretische Herleitung von Wandlungsformen und Identifikation der beteiligten Akteursgruppen, wobei besonders die Dilemmasituation der mittleren Manager hervorgehoben wird.
3 Genese eines phasenbezogenen Erklärungskonzeptes zur Reaktion von mittleren Führungskräften in Restrukturierungsprozessen: Entwicklung eines theoretischen Modells, das kognitive und emotionale Determinanten integriert und eine phasenbasierte Dynamik von Unterstützung, Ambivalenz und Widerstand aufzeigt.
4 Reaktionen mittlerer Führungskräfte auf Restrukturierungsprozesse in der Praxis: Ergebnisse einer Befragung zur Einführung von Team-Strukturen bei den VGH Versicherungen: Empirische Untersuchung anhand von Experteninterviews, die die im Theoriekonzept entwickelten Hypothesen zur Dynamik der Reaktionen in einem realen Unternehmenskontext überprüft.
5 Phasenorientierte Gestaltungsempfehlungen zum Umgang mit heterogenen sowie dynamischen Reaktionen des mittleren Managements im Verlauf von Restrukturierungsprozessen: Ableitung praxisorientierter Instrumente für das Change Management und Controlling, um aktiv auf die Reaktionen mittlerer Manager einzuwirken.
6 Fazit und Ausblick: Opponentenzentrierter Umgang mit den dynamischen sowie heterogenen Reaktionen mittlerer Manager als bedeutender Erfolgsfaktor in Restrukturierungsprozessen: Zusammenfassende Bewertung der Schlüsselrolle mittlerer Führungskräfte und Plädoyer für einen konstruktiven Umgang mit Widerständen statt deren pauschaler Stigmatisierung.
Restrukturierung, mittleres Management, Widerstand, Unterstützung, Ambivalenz, Wandlungsmanagement, Promotorenmodell, Veränderungsprozess, Team-Strukturen, Change Management, Führungskräfte, Organisationsentwicklung, Coaching, Controlling, psychologische Determinanten
Die Diplomarbeit analysiert, wie Führungskräfte des mittleren Managements auf tiefgreifende Restrukturierungsprozesse reagieren. Sie erforscht die psychologischen Ursachen hinter ihrer Unterstützung oder ihrem Widerstand und zeigt auf, wie diese Prozesse professionell gestaltet werden können.
Zentrale Themen sind die Rolle der mittleren Führungsebene als "Schnittstelle", das psychologische Reaktionsspektrum von Führungskräften, der Umgang mit Widerständen (Opponenten) und die Förderung von Promotoren im Rahmen von Change Management.
Das Ziel ist die Entwicklung eines phasenbezogenen, theoretischen Erklärungskonzepts, das die Dynamik und Heterogenität der Reaktionen mittlerer Führungskräfte im Restrukturierungsverlauf verständlich macht und praktische Handlungsempfehlungen ableitet.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturanalyse (Theorie) mit einer empirischen Befragung. Dabei werden Interviews mit Führungskräften und Prozessbegleitern bei der VGH Versicherung ausgewertet, um das theoretische Modell praxisnah zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Akteure und Reaktionsdeterminanten sowie eine detaillierte Auswertung der Praxisergebnisse zur Team-Einführung bei der VGH, gefolgt von konkreten Gestaltungsempfehlungen für das Management.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Restrukturierung, mittleres Management, Veränderungsmanagement, Promotorenmodell, Widerstand sowie psychologische Reaktionsdeterminanten wie Emotionen und Kognitionen.
Reaktiver Bedarf entsteht als Anpassung an bereits eingetretene, verschlechterte Wettbewerbsbedingungen, während präventive Maßnahmen ergriffen werden, bevor ein akuter Notstand durch den Markt erzwingt, um die Wettbewerbsposition proaktiv zu stärken.
Mittlere Führungskräfte müssen einerseits die vom Topmanagement beschlossenen Veränderungen operativ durchsetzen (Impulsgeber), sind aber durch die mit der Restrukturierung verbundene Verflachung von Hierarchien selbst oft von den Folgen (Statusverlust, Unsicherheit) betroffen (Opfer).
Die Konzepte aus der Sterbeforschung (Trauerphasen wie Schock, Verneinung, Einsicht, Akzeptanz) werden analog auf Restrukturierungsprozesse übertragen, um die emotionale Dynamik von Widerstand leistenden Führungskräften besser zu verstehen und zu moderieren.
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