Diplomarbeit, 2005
101 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die Theorie der protestantischen Ethik nach Max Weber
2.1 Die Person Max Weber und der historisch relevante Hintergrund seines Werkes
2.1.1 Biografisches zu Max Weber
2.1.2 Historischer Hintergrund zur Zeit Max Webers
2.2 Der „Geist“ des Kapitalismus
2.2.1 Arbeit, Beruf und Erwerb
2.2.2 Gruppenethik
2.3 Elemente der protestantischen Ethik
2.3.1 Die Reformation durch Martin Luther
2.3.2 Die Berufsethik
2.3.3 Der calvinistische Prädestinationsglaube
2.3.4 Freikirchen
2.4 Ergebnis und inhaltliche Kritik an der Theorie der protestantischen Ethik
2.4.1 Zusammenfassung der Theorie der protestantischen Ethik
2.4.2 Kritik in der Literatur
2.4.2.1 Der Methodenstreit am Beispiel der Auseinandersetzung mit Karl Fischer
2.4.2.2 Die Frage nach der zeitlichen Entstehung des Kapitalismus durch Felix Rachfahl
2.4.2.3 Folgen aus der Kritik für die Gültigkeit des Werkes
3 Die Entstehung der protestantischen Reformation aus ökonomischer Sicht
3.1 Charakterisierung des Marktes für Religion
3.1.1 Allgemeine Probleme des Religionsmarktes
3.1.1.1 Existenz eines Marktes für Religion und Charakterisierung des Produkts
3.1.1.2 Informationsmängel und deren Lösung
3.1.1.3 Anreize zur Fehlinformation
3.1.2 Die Monopolstellung der katholischen Kirche vor der Reformation
3.1.2.1 Die katholische Kirche als Franchiseunternehmen
3.1.2.2 „rent-seeking“, Preisdifferenzierung und die Bedeutung des Fegefeuers
3.1.3 Das Entstehen von Wettbewerb durch die Reformation
3.1.3.1 Ökonomische Analyse des Entstehens von Wettbewerb
3.1.3.2 Der Einfluss der Preispolitik auf das Entstehen von Konkurrenz
3.1.3.3 Veränderung der Marktform
3.2 Die ökonomischen Folgen der Reformation
3.2.1 Einfluss der Reformation auf die Marktstrukturelemente
3.2.2 Effizienz auf dem duopolistischen Markt für Religion
3.2.3 Schaffung von freiem Wettbewerb durch die Reformation
3.3 Zusammenfassung
4 Bedeutung der Weber-Diese in empirischen Analysen
4.1 Der Zusammenhang von Religion und wirtschaftlichem Wachstum zur Zeit der protestantischen Reformation
4.1.1 Aufbau und Fragestellung der Studie
4.1.2 Wirtschaftliche Entwicklung in Europa zwischen 1500 und 1750
4.1.2.1 Deskriptive Analysen der Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa
4.1.2.2 Netzwerkstrukturen in den protestantischen Gebieten
4.1.2.3 Empirischer Test
4.1.2.3.1 Datensatz
4.1.2.3.2 Ergebnisse der Untersuchung
4.1.3 Schlussfolgerungen
4.2 Analyse aktueller Entwicklungen anhand der Theorie der protestantischen Ethik
4.2.1 Das ökonometrische Modell von Benito Arruñada
4.2.1.1 Theoretische Überlegungen der Studie
4.2.1.1.1 Komparative Analyse der christlichen Moralhindernisse
4.2.1.1.2 Die Struktur des Glaubens und die Folgen
4.2.1.1.3 Zwangsmechanismen
4.2.1.1.4 Homogenität der Moral und Transaktionskosten
4.2.1.2 Methodisches Vorgehen bei der Untersuchung
4.2.1.2.1 Direkte Effekte
4.2.1.2.2 Institutionelle Effekte: Substitution zwischen den Zwangsmechanismen
4.2.1.2.3 Institutionelle Effekte: Transaktionskosten
4.2.1.2.4 Die multivariante Regressionsanalyse als angewandtes Verfahren
4.2.1.3 Probleme des Datensatzes
4.2.1.4 Ergebnisse
4.2.1.4.1 Direkte Effekte
4.2.1.4.2 Zwangsmechanismen
4.2.1.4.3 Transaktionskosten
4.2.1.5 Zusammenfassung und Kritik
4.2.2 Der Effekt der Religion auf die wirtschaftliche Entwicklung am Beispiel ehemaliger Kolonien
4.2.2.1 Hintergrund und Fragestellung der Studie
4.2.2.2 Methodisches Vorgehen
4.2.2.2.1 Variablen in der Wachstumsgleichung
4.2.2.2.2 Variablen in der Einkommensgleichung
4.2.2.3 Ergebnisse
4.2.2.3.1 Einfluss von Religion auf das wirtschaftliche Wachstum
4.2.2.3.2 Einfluss der Religion auf das reale Pro-Kopf-Einkommen
4.2.2.4 Kritik
4.2.2.5 Schlussfolgerung und Ausblick
4.3 Zusammenfassung
5 Zusammenfassung, Kritik und Fazit
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Religion und wirtschaftlichem Erfolg unter besonderer Berücksichtigung der Theorie der protestantischen Ethik von Max Weber. Ziel ist es, diese soziologische These ökonomisch zu hinterfragen sowie eine Marktanalyse des Religionssektors durchzuführen, um zu prüfen, inwieweit ökonomische Lehren die Auswirkungen der Reformation auf den Religionsmarkt und wirtschaftliche Entwicklungen erklären können.
Die Person Max Weber und der historisch relevante Hintergrund seines Werkes
„Max Weber war eine sehr komplexe Natur; ein Mann strenger und exakter Wissenschaft, Gelehrter vom Scheitel bis zur Sohle, der die Wissenschaft feurig wie eine Braut liebte, Nationalökonom, Staatsrechtler, Soziologe, Religionshistoriker, dann aber auch praktischer Politiker, Organisator, und nicht zuletzt eine wahrhaft dämonische Natur.“ (Schefold, 1927, S. 34).
Max Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt im heutigen Thüringen geboren. 1864 gehörte Erfurt dem preußischen Königreich an. Sein Vater, Max Weber (sen.), war Jurist und darüber hinaus Abgeordneter der Nationalliberalen Partei. Seine Mutter, Helene Weber (geborene Fallenstein), war Hausfrau. Interessant ist hierbei, dass seine Mutter eine direkte Nachfahre von Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (in schwedischer Schreibweise: Fallenstein) war, der im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga gegen die Protestantische Union kämpfte. Aus dieser Tatsache einen Zusammenhang zum Interesse Max Webers für Religion herzustellen, wäre zwar rein spekulativ, dennoch findet sich hier eine beachtenswerte Parallele. 1872 zog Familie Weber nach Charlottenburg bei Berlin. Dort absolvierte Max Weber seine Gymnasialzeit, die er 1882 mit dem Abitur abschloss. Anschließend studierte Max Weber zunächst in Heidelberg und später in Berlin Jura mit den Nebenfächern Philosophie und Nationalökonomie. 1886 beendete er erfolgreich sein Jurastudium, drei Jahre später promovierte er (Dr. jur. magna cum laude) an der Universität in Berlin. Erneut drei Jahre später (1892) habilitierte Max Weber für Römisches, Deutsches und Handelsrecht an der Universität Berlin bei Herrn August Meitzen. In diesem Jahr erstellte er für den Verein für Sozialpolitik die Studie „Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland“, die seinen wissenschaftlichen Ruf begründete.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Verbindung von Religion und wirtschaftlichem Erfolg sowie Erläuterung des Gangs der Untersuchung.
2 Die Theorie der protestantischen Ethik nach Max Weber: Detaillierte Analyse der Weber-These, der zentralen Begriffe „Geist des Kapitalismus“ und „protestantische Ethik“ sowie kritische Auseinandersetzung mit Fachkollegen.
3 Die Entstehung der protestantischen Reformation aus ökonomischer Sicht: Ökonomische Modellierung des Marktes für Religion, Analyse der Monopolstellung der katholischen Kirche und die Auswirkungen der Reformation auf Wettbewerbsstrukturen.
4 Bedeutung der Weber-Diese in empirischen Analysen: Praxisbezogene Überprüfung der Weber-These durch verschiedene empirische Studien und ökonometrische Modelle zur Entwicklung von Wachstum und Einkommen.
5 Zusammenfassung, Kritik und Fazit: Synthese der Ergebnisse und kritische Würdigung der Aussagekraft der Weber-These in der modernen Wissenschaft.
Max Weber, protestantische Ethik, Geist des Kapitalismus, Religionsökonomik, Reformation, Kapitalismus, Transaktionskosten, Marktanalyse, empirische Forschung, wirtschaftliches Wachstum, Konfession, Glaubensintensität, Rationalität, Institutionenökonomik, Wirtschaftsgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der bekannten These von Max Weber über den Zusammenhang zwischen der protestantischen Ethik und dem modernen Kapitalismus.
Im Fokus stehen die soziologische Theorie Max Webers, eine ökonomische Analyse des Religionsmarktes als Informationsmarkt sowie empirische Studien zum Einfluss der Konfession auf wirtschaftliche Entwicklungen.
Die Hauptfrage lautet, ob eine messbare Verbindung zwischen religiöser Ausrichtung und wirtschaftlichem Erfolg besteht und ob die Theorie Webers zur Erklärung historischer und aktueller ökonomischer Entwicklungen herangezogen werden kann.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die theoretische soziologische Modelle mit mikroökonomischen Analysen und einer Auswertung empirischer, ökonometrischer Studien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: die theoretische Aufarbeitung von Webers Werk, die ökonomische Modellierung des Religionsmarktes vor und nach der Reformation sowie die empirische Überprüfung mittels moderner statistischer Analysen.
Schlüsselbegriffe sind Protestantismus, Kapitalismus, Transaktionskosten, Wettbewerb auf dem Religionsmarkt, institutionelle Effekte sowie Konfessionsunterschiede.
Das Fegefeuer wird in der Arbeit als marktwirtschaftliche Innovation der katholischen Kirche interpretiert, die durch die Verknüpfung mit dem Verkauf von Ablassbriefen der Gewinnmaximierung diente.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Weber als Begründer der Religionssoziologie auch heute noch relevant ist, seine These in der strikten Auslegung zwar nicht unumstritten ist, aber als indirekte Unterstützung für die Erklärung komplexer sozioökonomischer Zusammenhänge wertvolles Material bietet.
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