Examensarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 2,3 (gut)
I. EINLEITUNG
II. GRUNDLAGEN
1. Anthropologische, entwicklungspsychologische und bildungstheoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik
1.1 Maria Montessoris Bild vom Menschen
1.1.1 Der „geistige Embryo"
1.1.2 Der absorbierende Geist
1.2 Polarisation der Aufmerksamkeit
1.2.1 Das Phänomen
1.2.2 Bedingungen für die konzentrierte Arbeit
1.2.3 Verlauf der Konzentration
1.2.4 Effekte der Polarisation der Aufmerksamkeit
1.3 Theorie der Entwicklung
1.3.1 Erster Entwicklungsabschnitt (0-6 Jahre)
1.3.2 Zweiter Entwicklungsabschnitt (7-12 Jahre)
1.3.3 Dritter Entwicklungsabschnitt (12-18 Jahre)
1.3.3.1 Der ‚soziale Neugeborene’
1.3.3.2 Sensibilitäten des Jugendalters
1.4 Das Konzept der „Kosmischen Erziehung“
1.4.1 Die „Kosmische Theorie“
1.4.2 Die „Kosmische Erziehung“
2. Pädagogische Konsequenz: Freiarbeit als zentrale Arbeitsform bei Maria Montessori
2.1 Der Begriff der Freiarbeit
2.2 Bedingungen und Prinzipien der Freiarbeit
2.2.1 Das Konzept der vorbereiteten Umgebung
2.2.1.1 Das Montessori- Material
2.2.1.2 Der Lehrer in der vorbereiteten Umgebung
2.2.2 Das Prinzip der Wahlfreiheit
2.2.3 Das Prinzip der Altersmischung
III. FORMEN
1. Die Sekundarschule bei Maria Montessori
1.1 Schulkritik bei Maria Montessori
1.2 Montessoris Entwurf einer Sekundarschule: Der „Erdkinderplan"
1.2.1 Zielsetzung
1.2.2 Organisation
1.2.3 Curriculum
1.2.4 Methoden
2. Praxisumsetzung: Montessori- Pädagogik im Sekundarbereich
2.1 Praxisumsetzung in den Niederlanden: Das Montessori-Lyzeum
2.1.1 Merkmale des Montessori-Lyzeums
2.1.2 Organisation und Arbeitsweisen des Unterrichts am Montessori-Lyzeum
2.1.3 Das Montessori-Lyzeum und die „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ im Vergleich
2.2 Montessori-Sekundarschulen im deutschen Regelschulsystem
2.2.1 Entwicklung
2.2.2 Merkmale einer Montessori-Sekundarschule
2.2.3 Freiarbeit als zentrales Prinzip der Unterrichtsorganisation
3. Formen der Freiarbeit in der Unter- Mittel- und Oberstufe
3.1 Materialgebundene Freiarbeit in der Unterstufe
3.2 Projektarbeit und handwerkliche Tätigkeit in der Mittelstufe
3.2.1 Die Geschichte der Projektmethode
3.2.2 Projektarbeit – Schritte und Merkmale eines Projekts
3.2.2.1 Erster Projektschritt: Projektinitiative
3.2.2.2 Zweiter Projektschritt: Projektplanung
3.2.2.3 Dritter Projektschritt: Projektdurchführung
3.2.2.4 Vierter Projektschritt: Präsentation und Auswertung
3.2.3 Montessori-Pädagogik und Projektarbeit
3.2.4 Handwerk als Form selbsttätiger Arbeit
3.3 Selbsttätiges Studium und projektorientiertes Arbeiten in der Oberstufe
IV. ERFAHRUNGEN
1. Empirische Ergebnisse in der Montessori-Pädagogik
1.1 Einführung von Freiarbeit in die Oberstufenklassen einer Volksschule (1951)
1.2 Auswertung von Schülerfragebögen (1982)
1.3 Pilot-Studie zur Etablierung von Freiarbeit in der Sekundarstufe (1989)
1.4 Studie Polarisation der Aufmerksamkeit in verschiedenen Formen selbsttätiger Arbeit (1989/90)
2. Freiarbeit an Montessori-Sekundarschulen – Beispiele
2.1 Montessori-Zweig am Städtischen Gymnasium Am Geroweiher / Mönchengladbach
2.1.1 Pädagogische Grundlagen und Zielsetzung
2.1.2 Freiarbeit im Montessori-Zweig
2.2 Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule / Krefeld
2.2.1 Das pädagogische Profil
2.2.2 Freiarbeitskonzept der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule: Freiarbeit, Handwerk und Projektarbeit
2.3 Gymnasium Schloss Hagerhof / Bad Honnef
2.3.1 Pädagogische Grundlagen und Zielsetzungen
2.3.2 Das Freiarbeitskonzept des Gymnasium Schloss Hagerhof: Freiarbeit und fächerverbindendes projektorientiertes Arbeiten
2.4 Die Montessori-Sekundarschule und die „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ im Vergleich
3. Exkurs: Die Praxis der Montessori-Pädagogik in den USA am Beispiel der Hershey Montessori Farmschool / Huntsberg (Ohio, USA)
3.1 Pädagogische Grundlagen und Zielsetzung
3.2 Das Studienprogramm der Hershey Montessori Farmschool
V. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzung der Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe, insbesondere mit dem Fokus auf die Freiarbeit als zentrale Arbeitsform. Ziel ist es, Möglichkeiten der Individualisierung im Regelschulsystem aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit das Konzept der „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ trotz struktureller Zwänge praktisch realisierbar ist.
1.2.1 Das Phänomen
1907 eröffnete Maria Montessori in San Lorenzo ihr erstes Kinderhaus (casa dei bambini). In diesem Kinderhaus beobachtete sie eines Tages ein etwa drei Jahre altes Mädchen, dessen ganze Aufmerksamkeit auf ihr Spiel mit einem sog. Einsatzzylinderblock gerichtet war. Es ließ sich auch durch massive Störversuche nicht in seiner Konzentration unterbrechen und wiederholte die Übung 44-mal. Dieses Phänomen weckte das Interesse Montessoris, da sie zu diesem Zeitpunkt, wie andere Wissenschaftler auch, von der Unstetigkeit der Aufmerksamkeit bei kleinen Kindern im Alter von drei bis vier Jahren ausging. Die Fähigkeit zu tiefer, lang anhaltender Konzentration schon im Kleinkindalter beschreibt Montessori als Phänomen der Polarisation der Aufmerksamkeit. Montessori beginnt nach dieser Entdeckung mit der strukturierten Beobachtung und Analyse der Prozesse und Bedingungen der Polarisation der Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit zeigen, dass ein Kind, wird es in eine Umgebung versetzt, die genug der kindlichen Entwicklung entsprechende Anreize enthält, seine Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand fixiert und ihn seinem Zweck gemäß benutzt. Es wiederholt die mit dem Gegenstand verbundenen Übungen einem inneren Impuls folgend so lange, bis es eine innere Sättigung erreicht. Das Kind folgt bei der Auswahl des Gegenstandes einer intrinsischen Motivation und wendet seine Aufmerksamkeit solchen Dingen zu, die seine Entwicklung vorantreiben: „Die Dinge erwecken unser Interesse, die unserem inneren Leben nützlich sind.“
Anthropologische, entwicklungspsychologische und bildungstheoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik: Dieses Kapitel führt in das Menschenbild Maria Montessoris, ihre Entwicklungstheorie und das Phänomen der Aufmerksamkeit ein, welche das Fundament für die gesamte Pädagogik bilden.
Pädagogische Konsequenz: Freiarbeit als zentrale Arbeitsform bei Maria Montessori: Hier wird die Freiarbeit als logische Konsequenz aus dem Menschenbild abgeleitet, wobei Prinzipien wie die vorbereitete Umgebung, Wahlfreiheit und Altersmischung erläutert werden.
Die Sekundarschule bei Maria Montessori: Dieses Kapitel befasst sich mit Montessoris theoretischem Entwurf der „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ und der Kritik am traditionellen Schulwesen.
Praxisumsetzung: Montessori-Pädagogik im Sekundarbereich: Es wird analysiert, wie Montessori-Modelle in den Niederlanden und im deutschen Regelschulsystem an weiterführenden Schulen angewendet werden.
Formen der Freiarbeit in der Unter- Mittel- und Oberstufe: Dieses Kapitel differenziert die methodische Umsetzung der Freiarbeit je nach Altersstufe, von der materialgebundenen Arbeit bis hin zur Projektarbeit und zum selbsttätigen Studium.
Empirische Ergebnisse in der Montessori-Pädagogik: Hier werden Studien zur Wirksamkeit der Freiarbeit und zur Polarisation der Aufmerksamkeit im Jugendalter vorgestellt.
Freiarbeit an Montessori-Sekundarschulen – Beispiele: Die Praxis an drei spezifischen Schulen wird anhand von Beispielen analysiert und auf ihre Realitätstauglichkeit geprüft.
Exkurs: Die Praxis der Montessori-Pädagogik in den USA am Beispiel der Hershey Montessori Farmschool / Huntsberg (Ohio, USA): Ein internationaler Blick auf eine Schule, die den „Erdkinderplan“ konsequent umsetzt.
Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, Sekundarschule, Erdkinderplan, Polarisation der Aufmerksamkeit, Selbsttätigkeit, Projektarbeit, vorbereitete Umgebung, Wahlfreiheit, Altersmischung, soziale Entwicklung, ganzheitliche Bildung, Individuelle Förderung, Schulkritik, pädagogische Praxis.
Die Arbeit untersucht die Anwendung der Montessori-Pädagogik an weiterführenden Schulen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Freiarbeit als Kern der Montessori-Methode an die Bedürfnisse von Jugendlichen angepasst werden kann.
Zentrale Themen sind die anthropologischen Grundlagen, die Theorie des „Erdkinderplans“, die Organisation der Freiarbeit, der Einsatz von Projektarbeit in der Mittelstufe und die empirische Überprüfung dieser Konzepte im deutschen Schulalltag.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Freiarbeit an Sekundarschulen eine legitime und notwendige Arbeitsform ist, um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, selbst wenn dies in Regelschulen oft einen Kompromiss zwischen Theorie und Praxis erfordert.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der pädagogischen Schriften Montessoris sowie auf einer Auswertung existierender empirischer Studien und Praxisbeispiele an verschiedenen Montessori-Sekundarschulen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Erdkinderplans, vergleicht internationale Praxisbeispiele aus den Niederlanden und den USA und beleuchtet konkret die methodischen Formen der Freiarbeit, wie Projektarbeit und handwerkliche Tätigkeit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, Sekundarschule, Selbsttätigkeit, Erdkinderplan und Polarisation der Aufmerksamkeit charakterisiert.
Während in der Unterstufe die materialgebundene Freiarbeit dominiert, verlagert sich der Schwerpunkt in der Mittelstufe aufgrund der steigenden Abstraktionsfähigkeit und des sozialen Interesses der Jugendlichen hin zur projektorientierten Arbeit und handwerklichen Tätigkeit.
Die Arbeit betont, dass Architektur als Teil der „vorbereiteten Umgebung“ fungiert. Ein offener Schulbau mit Foren und verglasten Räumen begünstigt die Kommunikation, Rückzugsmöglichkeiten und das Prinzip der offenen Tür.
Die Autorin stellt fest, dass die Etablierung der Freiarbeit in der Oberstufe aufgrund struktureller Hürden (wie dem Kurssystem) am schwierigsten ist, aber durch interdisziplinäre Projektarbeit und wissenschaftspropädeutische Methoden dennoch erfolgreich realisiert werden kann.
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