Lizentiatsarbeit, 2006
132 Seiten, Note: noch nicht benotet
1. Einleitung
1.1. Definieren des Forschungsziels
1.2. Relevanz des Forschungsbeitrages
1.3. Forschungsstand und Einbettung des Forschungsbeitrages
1.4. Eingrenzung des Forschungsfeldes
1.5. Zentrale Forschungsfragen
1.6. Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Theoretische Hintergründe der Diskursanalyse
2.1.1. Soziale Konstruktion von Wirklichkeit
2.1.2. Soziale Handlung und speach act
2.1.3. Diskurs als soziale Handlung
2.1.4. Verschiedene Ansätze der Diskursforschung
2.2. Kritische Diskursanalyse
2.2.1. Kritik an und im Diskurs
2.2.2. Macht und Diskurs
2.2.3. Ideologie und Diskurs
2.3. Neue Soziale Bewegung, Ideologie und Diskurs
2.3.1. Neue Soziale Bewegung und Unterstützung der ImmigrantInnen
2.3.2. Solidarisierung, Neue Soziale Bewegung und Partizipation
2.4. Diskursive Ebene des Immigrationsphänomens
2.4.1. Der Diskurs der ImmigrantInnen
2.4.2. Der rassistische Diskurs
2.4.3. Öffentliche Meinung zum Thema Immigration
2.4.4. Diskursive Logiken des „engagierten Diskurses“
2.4.5. Autorität in der Diskursgemeinschaft
2.4.6. Neue Technologien als Mittel der diskursiven Praktiken
3. Methodisches Vorgehen
3.1. Wahl der methodischen Vorgehensweise
3.1.1. Qualitative Forschung
3.1.2. Ansatz der Grounded Theory
3.1.3. Das Prozessmodell der Grounded Theory
3.1.4. Methodische Vorgehensweise der Kritischen Diskursanalyse
3.2. Konkrete Forschungsfragen
3.3. Sondierung des Forschungsfeldes und der Diskursebene
3.4. Datenerhebung
3.4.1. Diskursgemeinschaft und Sampleauswahl
3.4.2. Datenauswahl und Korpusbildung
3.4.3. Teilnehmende Beobachtung, Feldnotitzen und Feldtagebuch
3.4.4. Textliche Daten
3.4.5. Interviews
3.4.6. Datenanalyse
3.5. Geltungsbegründung
4. Annäherung ans Forschungsfeld
4.1. Sozialhistorischer Kontext der Immigration
4.2. Besonderheiten der Immigration in Barcelona
4.3. Kontext der Immigrationspolitik in Spanien
4.4. Kontext der Integrationspolitik
4.5. Netzwerke und Rolle der Zivilgesellschaft in Barcelona
5. Empirischer Teil
5.1. Soziale Praktiken im Bereich Immigration
5.1.1. Das Netzwerk der Institutionen im Immigrationsbereich
5.1.2. Soziale Bewegung der Unterstützung?
5.1.3. Struktur und Organisation der sozialen Bewegung
5.2. Der Pro-Immigrationsdiskurs
5.2.1. Konjunktur und Dynamik des Diskurses
5.3. Schlüsselereignisse und deren diskursive Reproduktion
5.3.1. Der ausserordentliche Regularisierungsprozess
5.3.2. Grenzüberschreitungen in Ceuta und Melilla
5.4. Diskursinhalt
5.4.1. Wahrnehmungen des Migrationsphänomens
5.4.2. Diskursvarianten und Problemwahrnehmung von Limiten und Grenzkontrollen
5.4.3. Problehmwahrnehmung des Ausländergesetzes
5.4.4. Problehmwahrnehmung des interkulturellen Zusammenlebens
5.5. Diskursstrategien
5.5.1. Argumentationsstrategien
5.5.2. Bilder, Bezeichnungen und Rollen für „ImmigrantInnen“
5.5.3. Rhetorisch-stilistische Merkmale
5.6. Ideologische Merkmale der Diskusvarianten
5.7. Einbettung der Diskursvarianten in den Gesamtdiskurs
5.7.1. Intradiskursive Differenzen nach Akteuren und Standpunkten
5.7.2. Verhältnis zum dominanten Immigrationsdiskurs
5.7.3. Diskursive Wirkung
6. Konklusionen
7. Abschliessende Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Pro-Immigrationsdiskurs in Barcelona. Ziel ist es, die Perspektiven und Problemwahrnehmungen engagierter Akteure zu erfassen, die sich aktiv für eine positivere und offenere Integrationspraxis einsetzen. Dabei wird analysiert, wie diese Akteure soziale Realitäten durch diskursive Praktiken konstruieren und welche Forderungen aus ihrem Handeln und Diskurs hervorgehen.
2.4.5. Autorität in der Diskursgemeinschaft
Die Frage des Protagonismus und der Autorität innerhalb dieser „Solidaritätsbewegung“ ist sowohl in der Literatur als auch in der Realität sehr umstritten. So wird auf der einen Seite den ImmigrantInnen Autonomie und Eigenverantwortung abgesagt, andererseits wird den unterstützenden Gruppen Autoritarismus und Instrumentalisierung der Minderheiten zur Erlangung von Eigeninteressen unterstellt. Touraine (1999) analysierte die interdiskursiven Beziehungen zwischen der Bewegung der sin papeles und den politisch-intellektuellen Unterstützungsgruppen in Frankreich. Er meint, dass die Immigrantenvereinigungen in ihrem Kampf um ihre Forderungen alleine meist nichts erreichen könnten: Wenngleich sie ihr Leiden publik machen, so würden sie doch keine Gegenpolitik erreichen noch ihre Forderungen durchsetzen können. Deshalb seien sie normalerweise dazu gezwungen, sich in den Dienst von politischen und intellektuellen Avantgardisten zu stellen, welche ihnen ihren eigenen Diskurs aufdrängen würden (1999:120). Die Unterstellung von paternalistischem Verhalten seitens der einheimischen AktivistInnen in der Bewegung der sin papeles schätzen andere Autoren jedoch als Versuch der Diskreditierung der Handlungsfähigkeit der ImmigrantInnen ein (van Dijk 2004). Es kann so weit kommen, dass beispielsweise die ImmigrantInnen als passiv oder als Opfer dargestellt werden, für die Mitleid und Beihilfe angebracht sind (Martín Rojo 2003:180).
Der Kampf um Autorität und Protagonismus innerhalb der Diskursgemeinschaft ist also stets einem Interessenskonflikt ausgesetzt (siehe dazu Bañón 2002:138f).
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die darin besteht, Sichtweisen der ansässigen Bevölkerung auf das Migrationsphänomen zu untersuchen und das Potenzial engagierter Akteure aufzuzeigen.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Grundlage, insbesondere durch die Konzepte der Kritischen Diskursanalyse (KDA), soziale Bewegungen und die Konstruktion von Wirklichkeit im Diskurs.
3. Methodisches Vorgehen: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Forschung sowie die Anwendung der Grounded Theory und der Diskursanalyse zur Auswertung der gesammelten Daten erläutert.
4. Annäherung ans Forschungsfeld: Dieses Kapitel verortet die Immigration in Spanien und speziell Barcelona in ihrem sozialhistorischen und politischen Kontext.
5. Empirischer Teil: Im empirischen Teil wird die Untersuchung der sozialen Praktiken und der verschiedenen Pro-Immigrationsdiskurse sowie deren Strategien und Ideologien präsentiert.
6. Konklusionen: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Rolle der Zivilgesellschaft im Migrationsdiskurs.
7. Abschliessende Reflexion: Diese Reflexion schließt die Arbeit ab, indem sie auf die Komplexität des Themas hinweist und die Notwendigkeit weiterer kritischer Auseinandersetzung betont.
Diskursanalyse, Pro-Immigrationsdiskurs, Barcelona, Soziale Bewegungen, Kritische Diskursanalyse, Immigration, Integration, Solidarität, Ideologie, Machtverhältnisse, Zivilgesellschaft, sin papeles, Politische Partizipation, Diskursstrategien, Neorassismus.
Die Arbeit analysiert, wie sich Teile der spanischen Bevölkerung in Barcelona diskursiv und praktisch für einen offeneren Umgang mit dem Phänomen Immigration engagieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Immigrationspolitik, der Integrationspolitik, der Rolle sozialer Bewegungen sowie der Analyse diskursiver Strategien im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Das Ziel ist zu verstehen, welche sozialen Realitäten durch den Pro-Immigrationsdiskurs konstruiert werden und wie die Akteure ihre Forderungen nach einem sozialen Wandel formulieren.
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz, insbesondere der Kritischen Diskursanalyse (KDA) und Elementen der Grounded Theory, um ein theoretisches Modell aus den Daten abzuleiten.
Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu sozialen Praktiken, Diskursstrategien, ideologischen Mustern und dem Spannungsfeld zwischen Netzwerken der Zivilgesellschaft und politisch-staatlichen Rahmenbedingungen.
Zentrale Begriffe sind Diskursanalyse, Soziale Bewegungen, Solidarität, Macht, Ideologie und Integration im lokalen Kontext Barcelonas.
Die "sin papeles" (Papierlosen) stellen das marginalisierte Kollektiv dar, um das herum sich die verschiedenen Netzwerke und Solidarisierungsbewegungen in Barcelona organisieren und diskursiv legitimieren.
Diese Ereignisse fungieren als Schlüsselszenarien, die das Unvermögen der Politik offenlegen und als Katalysatoren für massiven Protest sowie eine Intensivierung der diskursiven Auseinandersetzung dienten.
Im Gegensatz zu Studien, die sich primär auf negative Einstellungen oder Elitendiskurse konzentrieren, fokussiert diese Arbeit explizit auf die "immigrationsfreundlichen" Gegenentwürfe und die proaktiven Netzwerke der Zivilgesellschaft.
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