Forschungsarbeit, 2006
234 Seiten
1. Vorwort
2. Allgemeines zur Problematik der Geschichts-Darstellung
3. Die Region westliches Thüringen
3.1 Die Außenwelt des Menschen einer thüringischen Dorfgemeinschaft
3.1.1 Die Besiedlung im thüringisch-hessischen Grenzraum
3.1.2 Merkmale der Siedlung und der Bewohner
3.1.3 Herda als Besiedlungs- und Herrschafts-Ort
3.1.4 Der Ort Herda
3.2 Der sich bildendende thüringische Regional-Adel
4. Das regionale Geschichtsbild
4.1 Das Gebiet um Herda
4.2 Herda im Wegenetz
4.2.1 Herda im Fernwege-Netz
4.2.2 Das dörfliche Wegenetz in Herda
4.2.3 Das Dorf Herda
5. Die Menschen im Dorf Herda
5.1 Der thüringische Untertan
5.2 Der einzelne Siedler als Abhängiger
5.3 Gewerbe, Handwerk im bäuerlichen Dorf
5.3.1 Das Nichtbäuerliche
5.4 Die Dorfgemeinschaft und ihre Ordnung
5.5 Das Dorf und der Einwohner-Besitz
5.6 Das soziale Gefüge der Dorfbewohner
5.7 Der Mensch als sozial-religiöses Wesen
5.8 Der Mensch als soziales Gemeinde.Mitglied
5.9 Die Ortssippen und die Familie Rabich als eine davon
5.9.1 Das Geschlecht Rabich als Alt-Familie Herdas
5.9.2 Die Alt-Familien von Herda
5.9.3 Soziales aus der Herdaer Alt-Familie Rabich
5.9.4 Daten aus der Herdaer Familie Rabich
5.9.5 Bodenständigkeit der Rabichs in Herda
5.9.6 Die Mobilität einzelner Rabich´s aus Herda
5.9.7
6. Die Lebensformen im Dorf Herda
6.1 Der Alltag
6.2 Das landwirtschaftliche Arbeiten
6.3 Der Berufsstand Bauer
6.4 Das Umfeld des Bauern
6.5 Die niederen Dienste
6.6 Die Separation in Herda
7. Andere Einflüsse auf das Dorfleben
7.1 Die Christianisierung
7.2 Herda und die Soldateska
7.3 Menschen Herdas im Widerstand
7.4 Der neue Verkehr in der Region
8. Schlussfolgerungen
8.1 Nachwort
9. Über den Autor
10. Flurnamen im Herdaer Gebiet
11. Flurnamen im Gemeindegrenzgebiet
12. Gemeindegrenzen von Herda
13. Geschichtsdaten der Region
14. Vermessungshinweise in Archivalien im Archiv in Weimar
15. Familien-Namen in Herda
16. Entwicklung des Familien-Namens Rabich
17. Die Rodeland-Zinser in Herda
18. Die Täufer und Bauernkrieger in der Region um Herda
19. Der Napoleonische Rückzug 1813 durch Herda
20. Das regionale Ende durch die US-Amee 1945
21. Bibliografie
22. 10 Abbildungen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Dorfes Herda im thüringisch-hessischen Grenzraum mit einem besonderen Fokus auf die Sozialgeschichte und die Entwicklung der Familie Rabich. Das primäre Ziel ist es, die Siedlungsgeschichte, die sozioökonomischen Bedingungen der Bewohner und die Auswirkungen von Herrschaftswechseln und externen Einflüssen auf die lokale Bevölkerung über mehrere Jahrhunderte hinweg zu beleuchten.
3.1.2 Merkmale der Siedelung und der aus ihr hervorgehenden Bewohner.
Begrifflich ist eine Siedlung Ansässigkeit von Wohn- bzw. Haus-Sippen26, wobei man in den letzten Jahrtausenden das „Wohnen“ in Häusern/Gehöften27 unterstellen kann. Ein Dorf28, eine Gemeinde wird sich im allgemeinen aus mehreren Gehöften entwickelt29 haben, deren Einwohner-Interessen wie Nutzen des umgebenden Landes30, Bewahren der eigenen Besonderheiten usw. gleichgerichtet waren. Die Dorfgestalt von Herda legt heute die Zuordnung zu dem Merkmal Straßendorf nahe und daher ist die Wege- zugleich eine Dorfgeschichte.
Aus der Sprach- und Namen-Forschung von überkommenen geographisch markanten Stellen31 und von Personen32 mit Bei- und –Zunamen kann man auf Zeitzonen ihrer Gebung schließen. Wenn dabei die frühe Namengebung der Umgebungsstellen mit der von Personen, Sippen oder Sippen-Verbänden gleichzulaufen scheint, dann kann ein Zusammenhang mit dem Zeit- und Geschichts-Ursprung vermutet33 werden, d.h. diese Sippen/Familien sind bereits sehr früh dort34. Die Dorfbildung selbst hängt vom Grad der Freiheit von übergeordneten Herrschaftsverhältnissen35 ab. Für das sich bildende Herda wird über Jahrhunderte eine größere (germanische), ja weitgehende Eigenständigkeit anzunehmen sein. Diese Siedlung hat dabei eine Ordnung36 mit einem Oberhaupt37 aus den familiären, meist unter sich verwandten „Genossen“38 (der sozialen Oberschicht). Das Herausheben eines später Niederadeligen ist für die von Herda jedoch nur Vermutung. Für die Entstehungszeit gilt der Zeitraum nach der Zerschlagung Thüringens, wenn man diesen „Uralt-Adel“ nicht sogar mit seinem Beginn in die germanische Zeit, also in eine Zeit früherer Ansässigkeit anderen Ortes zurückverlegt.
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Erforschung der Familiengeschichte derer von Rabich und deren Wurzeln im Dorf Herda.
2. Allgemeines zur Problematik der Geschichts-Darstellung: Es werden methodische Grundlagen zur Erforschung bäuerlicher Siedlungsgeschichte und sozialer Strukturen in dörflichen Gemeinschaften dargelegt.
3. Die Region westliches Thüringen: Untersuchung der geografischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen im thüringisch-hessischen Grenzraum und deren Einfluss auf die Siedlung Herda.
4. Das regionale Geschichtsbild: Einordnung Herdas in das regionale Geschichtsbild und Analyse der Verkehrs- und Wegenetzstrukturen.
5. Die Menschen im Dorf Herda: Umfangreiche Untersuchung der sozialen Schichtung, der Lebensformen, der bäuerlichen Untertänigkeit und der Rolle einzelner Familien wie derer von Rabich.
6. Die Lebensformen im Dorf Herda: Detailanalyse des Alltags, landwirtschaftlicher Arbeiten, Berufsstände und der dörflichen Ordnung.
7. Andere Einflüsse auf das Dorfleben: Analyse externer Faktoren wie Christianisierung, militärischer Einflüsse durch Kriege und politische Veränderungen.
8. Schlussfolgerungen: Synthese der Forschungsergebnisse zur Siedlungsgeschichte und sozialen Entwicklung von Herda.
9. Über den Autor: Biografische Angaben zum Verfasser, Dr.-Ing. Adalbert Rabich.
Herda, Geschichte, Familien Rabich, Thüringen, Werra-Bogen, Siedlungsgeschichte, Sozialgeschichte, bäuerliche Untertänigkeit, Mittelalter, Landwirtschaft, Familienforschung, Ahnenforschung, Dorfgemeinschaft, Adelsgeschlecht, Christianisierung.
Die Publikation widmet sich einer umfassenden historischen Aufarbeitung des Dorfes Herda im thüringisch-hessischen Werra-Bogen-Gebiet und beleuchtet dabei insbesondere die Lebensbedingungen der dort ansässigen Bevölkerung und der Familie Rabich.
Zentrale Themen sind die Siedlungsgenese, die soziale Ständeordnung im Dorf, die Rolle der Landwirtschaft, der Einfluss von Adel und Kirche sowie die Auswirkungen von regionalen und überregionalen Konflikten auf das Dorfleben.
Das Ziel ist die Rekonstruktion einer prosopografischen und sozialgeschichtlichen Dorfgeschichte, um das Leben der „einfachen“ Menschen und deren Anpassungsleistungen über die Jahrhunderte hinweg verständlich zu machen.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der historische Archivalien, Namens- und Sprachforschung, geographische Analysen sowie genealogische Daten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der thüringischen Regionalgeschichte, der Dorfordnung, der bäuerlichen Lebensweise und der spezifischen Entwicklung des Geschlechtes Rabich im Spannungsfeld zwischen bäuerlicher Existenz und Handwerk/Gewerbe.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Siedlungsgeschichte, Sozialstruktur, bäuerliches Untertanentum, Familien- und Ahnenforschung sowie der speziellen Regionalkunde für den Raum Herda.
Die Familie Rabich dient als eine Art „roter Faden“ oder Fallbeispiel, anhand dessen die soziale Mobilität, wirtschaftliche Anpassung, Heiratsstrategien und das Schicksal bäuerlicher Familien im Werra-Bogen über Jahrhunderte hinweg nachgezeichnet werden kann.
Der Autor zeigt auf, wie Kriege (wie der Dreißigjährige Krieg oder die napoleonischen Feldzüge) und Katastrophen zu Verarmung, Fluchtbewegungen, hoher Steuerbelastung und tiefgreifenden Einschnitten in die dörfliche Struktur führten.
Die Separation (Flurbereinigung) im 19. Jahrhundert war ein notwendiger, aber für die Bauern schmerzhafter Schritt, um durch Zusammenlegung der zersplitterten Landflächen die wirtschaftliche Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern.
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