Bachelorarbeit, 2005
59 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Christian Tümpels Beitrag zur Rembrandt – Forschung
2.1. Zusammenfassender Überblick der Werke Tümpels
2.2. Tümpels Thesen zusammengefaßt
2.2.1. Simultandarstellungen
2.2.2. Herauslösungen
3. Diskussion über die „Eigentümlichkeit“ Rembrandts
3.1. Rembrandts Lehrer und die sog. „Prärembrandtisten“
3.1.1. Rembrandts Lehrer: Jacob Isaacz. van Swanenburgh
3.1.2. Rembrandts Lehrer: Pieter Lastman
3.1.2. Die „Prärembrandtisten“
4. Die Ikonographie Rembrandts
4.1. Die Barockikonographie
5. Vergleich und Analyse der Werke Christian Tümpels / Schlußbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die ikonographischen Ansätze des Kunsthistorikers Christian Tümpel in Bezug auf das Werk Rembrandts, um das verbreitete Bild des „eigenwilligen“ Künstlers kritisch zu hinterfragen und den Einfluss traditioneller Bildmotive sowie zeitgenössischer Quellen auf Rembrandts Schaffen aufzuzeigen.
2.2.1. Simultandarstellungen
Rembrandt benutzte Vorlagen, die aus mehreren Blättern (vgl. Abb. 1a) bestanden, in denen Szenen der biblischen Geschichte simultan wiedergegeben wurden. Aus solchen Bildserien entnahm er einzelne Szenen und löste sie aus ihrem erzählerischen Kontext heraus. Ikonographische Deutungsschwierigkeiten entstünden dann, wenn Rembrandt eine Szene herauslöse, die erklärend für die Historie sei und diese sich auf eine vorherige oder nachfolgende Begebenheit beziehe. Dieses Problem wird anhand der Zeichnung „Jael sagt Barak, daß sie Sisera erschlagen habe“ (Abb. 2) erläutert:
Der Kunsthistoriker und Kunstsammler Cornelius Hofstede de Groot hat diese Zeichnung im Jahre 1906 als „Delila, die den Philistern die Ueberwindung Simsons mitteilt“ gedeutet. Diese Deutung könne nicht zutreffen, denn in der Erzählung wird berichtet, daß Simson, in dem Moment, als Delila die Soldaten herbeiruft, auf ihrem Schoß liegt. „Und sie ließ ihn entschlafen auf ihren (sic!) Schoß und rief einem, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing an, ihn zu zwingen; da war seine Kraft von ihm gewichen (Richter 16, 19).“ So, wie es der Text hergibt, wurde diese Historie stets in der Malerei wiedergegeben, auch von Rembrandt. Er nahm für die Darstellung des alttestamentarischen Themas die Illustration von Lucas van Leyden in einem Holzschnitt (vgl. Abb. 2a) als Vorlage.
1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Forschungslage zur „Rembrandt-Entmythologisierung“ und Einführung in die Zielsetzung, den Künstler durch objektive ikonographische Analyse in die Tradition einzubetten.
2. Christian Tümpels Beitrag zur Rembrandt – Forschung: Übersicht über die Schriften Tümpels und Erläuterung seiner zentralen Konzepte der „Simultandarstellung“ und „Herauslösung“ zur inhaltlichen Erschließung der Bildwerke.
3. Diskussion über die „Eigentümlichkeit“ Rembrandts: Auseinandersetzung mit der älteren Forschung, die Rembrandt als isoliertes Genie betrachtete, und Widerlegung dieser These durch den Nachweis motivischer Abhängigkeiten von Lehrern und Zeitgenossen.
4. Die Ikonographie Rembrandts: Untersuchung der historischen Wandlung biblischer Bildsprache und wie Rembrandt durch gezielte Wahl von Vorlagen psychologische Momente in seine Werke integrierte.
5. Vergleich und Analyse der Werke Christian Tümpels / Schlußbetrachtung: Synthese der verschiedenen Ansätze Tümpels über seine Publikationslaufbahn hinweg sowie kritische Würdigung der Bedeutung seiner Forschungen für die moderne Kunstwissenschaft.
Rembrandt, Christian Tümpel, Ikonographie, Barock, Historienmalerei, Herauslösung, Simultandarstellung, Kunstgeschichte, Pieter Lastman, Bildtradition, Rembrandt Research Project, Biblische Historien, Mythos, Bildanalyse, Motivgeschichte.
Die Arbeit untersucht das Werk Rembrandts auf Basis der ikonographischen Forschung von Christian Tümpel, um aufzuzeigen, wie sehr der Künstler in traditionellen Bildtraditionen verankert war.
Die zentralen Felder sind die ikonographische Analyse, die Geschichte der biblischen Historienmalerei im Barock und die Entkräftung des Geniekults um Rembrandt.
Ziel ist es, Rembrandts Vorgehensweise bei der Bildgestaltung zu erhellen und nachzuweisen, dass seine Werke keine isolierten, unverständlichen Schöpfungen sind, sondern aus einer breiten ikonographischen Tradition hervorgehen.
Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse von Gemälden mit grafischen Vorlagen und zeitgenössischen literarischen Quellen, um ikonographische Abhängigkeiten zu identifizieren.
Der Hauptteil analysiert spezifische Techniken wie die „Herauslösung“, den Einfluss der Lehrmeister Lastman und Swanenburgh sowie die Einbettung biblischer Themen in den Kontext des 17. Jahrhunderts.
Rembrandt, Ikonographie, Herauslösung, Bildtradition, Barock und Historienmalerei sind die entscheidenden Begriffe.
Tümpel definiert die Herauslösung als künstlerische Neuschöpfung, bei der Hauptfiguren aus einem Kontext isoliert werden, um den psychologischen Gehalt und die Emotionen innerhalb einer Szene zu intensivieren.
Ältere Forschung sah in der Abweichung von normativen Regeln und dem oft rätselhaften Bildinhalt einen Beweis für Rembrandts unkontrollierbares, eigenwilliges Genie, was Tümpel durch den Nachweis ikonographischer Vorbilder entkräftet.
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