Bachelorarbeit, 2006
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Fußball auf dem Weg zum Massenphänomen
2.1. Ursprünge
2.2. Anfänge des Fußballs in Deutschland
2.3. Etablierung des Fußballs in Deutschland
2.4. Durchbruch zum Massensport
2.5. Kommerzialisierung und die Berufsspielerfrage
3. Der Aufstieg des Nationalsozialismus
3.1. Der 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen
3.2. Der Aufstieg Hitlers und der NSDAP
3.3. Nationalsozialistische Sportvorstellungen
4. Fußball und Nationalsozialismus
4.1. Die erste Phase 1933 – 1936
4.1.1. Die erste Gleichschaltung
4.1.2. Antisemitismus und Marginalisierung der Juden
4.2. Die zweite Phase 1937 – 1945
4.2.1. Die zweite Gleichschaltung
4.2.2. Das Ende des jüdischen Sports in Deutschland
4.3. Entwicklung des Fußballs in Deutschland von 19933 – 1945
4.3.1. Nationalmannschaft
4.3.2. Vereine
4.3.3. Spieler
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Rolle des Fußballs im Nationalsozialismus und analysiert, inwieweit der Sport vom NS-Regime instrumentalisiert wurde und wie sich die gesellschaftlichen Machtstrukturen auf das Subsystem Fußball auswirkten. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Fußball als Mikrokosmos der Gesellschaft fungierte oder unpolitische Nischen bewahren konnte.
Die erste Gleichschaltung
Unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler begannen die Nationalsozialisten den politisch-gesellschaftlichen Pluralismus mit aller Härte aufzuheben. Im Zuge dieser Gleichschaltung im Sinne der NS-Ideologie wurden nicht nur staatliche Institutionen dem Diktat der NS-Herrschaft unterworfen. Auch die politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und sportlichen Bereiche, kurzum die gesamte Gesellschaft, wurde reglementiert. Staatlich protektionierter Terror begleitete diesen Prozess von Anfang an.
Trotz anfänglicher partieller Widerstände in den ersten Monaten nach der Machtergreifung gegen den mit aller Härte vorgetragenen Totalitätsanspruch der Nationalsozialisten, ergaben sich die meisten politisch-gesellschaftlichen Parteien, Organisationen und Institutionen dieser „nationalen Erneuerung". Vielfach wird in diesem Zusammenhang auch von einem Interessenbündnis mit den konservativen Eliten (Unternehmer, Bankiers, die höhere Beamten- und Richterschaft, die freien akademischen Berufe, die Großagrarier und Offiziere) gesprochen. Diese verbündeten sich quasi mit der NSDAP, da diese ihre Feinde (Sozialisten und Gewerkschaften) entmachteten.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die geschichtliche Aufarbeitung des Fußballs während des Nationalsozialismus und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Instrumentalisierung.
2. Fußball auf dem Weg zum Massenphänomen: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Fußballs und dessen Entwicklung zum Sport der breiten Masse in Deutschland bis in die 1920er Jahre.
3. Der Aufstieg des Nationalsozialismus: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, der Aufstieg der NSDAP und die sportideologischen Vorstellungen des NS-Regimes dargelegt.
4. Fußball und Nationalsozialismus: Das Kernstück der Arbeit untersucht die Phasen der Gleichschaltung, die Verfolgung jüdischer Sportler und die Auswirkungen auf Nationalmannschaft, Vereine und Spieler.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit beantwortet die Forschungsfragen und resümiert die begrenzte, aber machtvolle Instrumentalisierung des Fußballs durch den NS-Staat.
Fußball, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, DFB, NS-Ideologie, Sportpolitik, Antisemitismus, Nationalmannschaft, Sportvereine, Instrumentalisierung, Drittes Reich, Massensport, Arierparagraph, Machtübernahme, Propaganda
Die Bachelorarbeit analysiert die Geschichte des Fußballsports im Nationalsozialismus und untersucht das Zusammenspiel zwischen dem Sport als gesellschaftlichem Subsystem und der diktatorischen NS-Ideologie.
Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Vereinnahmung des Fußballs, dem Umgang mit dem DFB, der Ausgrenzung jüdischer Sportler sowie der Funktion des Fußballs für die Propaganda des Regimes.
Es wird untersucht, inwieweit der Fußball für politische Ziele instrumentalisiert wurde, wie der Fußball sich selbst anpassen ließ und ob der Sport innerhalb des NS-Systems eine unpolitische Nische bewahren konnte.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte historische Analyse und Literaturarbeit, wobei er maßgebliche zeitgeschichtliche Quellen und Standardwerke zur Fußballgeschichte im Nationalsozialismus auswertet.
Der Hauptteil analysiert die schrittweise Gleichschaltung der Organisationsstrukturen, den Ausschluss jüdischer Sportler, die Entwicklung der Nationalmannschaft und das Verhalten von Vereinen und Spielern bis zum Ende des Krieges.
Wesentliche Begriffe sind Fußball, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, DFB, Instrumentalisierung, Sportvereine und politische Propaganda.
Das „Dietwesen“ war ein Instrument der Nationalsozialisten, um Sportler ideologisch zu schulen. Vereine sollten „Dietwarte“ bestellen und „Dietabende“ abhalten, um die NS-Weltanschauung innerhalb der Sportgemeinschaften zu verbreiten.
Die Olympischen Spiele fungierten als propagandistisches Aushängeschild für das NS-Regime. Fußball wurde dabei als Massenphänomen genutzt, um dem Ausland ein friedliches und starkes Bild Deutschlands zu präsentieren, wobei die Ideologie den sportlichen Erfolg überlagerte.
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