Forschungsarbeit, 2001
73 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1. KOKA UND KOKAIN IN BOLIVIEN
1.1 Geographische Beobachtungen
1.2 Die soziokulturelle Bedeutung der Kokapflanze in Bolivien
1.3 Die Ökonomische Bedeutung der Koka in Bolivien: von der koka zum kokaingeschäft
2. DIE BOLIVIANISCHE REGIERUNG
2.1 Die ursprüngliche Drogenpolitik der bolivianischen Regierung: Politik des “Laisser faire”
2.2 Die wirtschaftliche Abhängigkeit: Minderung nationalstaatlicher Selbständigkeit
3. DER US “WAR ON DRUGS” : KRIEG GEGEN DIE ANDENLÄNDER
3.1 Ursache und Definition aus US-Amerikanischer Sicht
3.2 Die USA als Motor einer repressiven Drogenpolitik in Bezug auf Bolivien
3.2.1 Monroe-Doktrin
3.2.2 Drogenkultur
3.2.3 “public opinion”
3.3 Hegemoniale Stellung der USA in Lateinamerika
3.4 Instrumentalisierung der Entwicklungshilfe
3.4.1 Der US Certification Act von 1986
3.4.2 Der Einfluß in den internationalen Kreditinstituten
4. HALTUNG DER EU IN BEZUG AUF DAS KOKA- UND KOKAINPROBLEM UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER BRD
5. VÖLKERRECHTLICHE BESTIMMUNGEN
5.1 “single convention” on narcotic drugs von 1961
5.2 Wiener Konvention von 1988
6. IMPLEMENTIERUNG DER DROGENPOLITIK UNTER BERÜCKSICHTIGUNG EXTERNER EINFLÜSSE
6.1 Das bolivianische Antidrogen Gesetz : Ley 1008 (1988)
6.1.1 Entstehung des Ley 1008 del Régimen de la Coca y sustancias controladas
6.1.2 Inhalt des Ley 1008
6.1.3 Praktische Anwendung des Ley 1008
6.2 Der Würde-Plan (Plan Dignidad 1998-2002)
6.2.1 Entstehung des Würdeplans
6.2.2 Inhalt des Würdeplans
6.2.3 Anwendung des Würdeplans
6.3 Projekte der bolivianischen Regierung und der UNDCP zur alternativen Entwicklung
6.4 Statements der Cocaleros
6.5 Soziale Unruhen in Bolivien
6.6 Erkärungsansätze für die Rechtsdurchsetzung unter Banzer
7. STAATLICHE VERBOTSPOLITIK, UND IHRE BERECHTIGUNG IM HINBLICK AUF ERFOLGE UND SOZIALE VERTRÄGLICHKEIT
7.1 Der Marktgesetze als schwierigste Hürde
7.2 Abwägung der Anforderungen an Produzenten- und Konsumentenländer in der Koka und Kokainproblematik
7.3 Mögliche Szenarien für die Zukunft
7.3.1 Beibehaltung des gegenwärtigen politischen Kurses
7.3.2 Koka als legales Exportprodukt
Die vorliegende Arbeit untersucht die externen Einflüsse auf den drogenpolitischen Prozess in Bolivien im Zeitraum von 1988 bis 2001, wobei der Fokus auf der Haltung der beteiligten nationalen und internationalen Akteure sowie den sozialen Auswirkungen der Drogenpolitik liegt. Die Forschungsfrage analysiert, inwieweit die bolivianische Drogenpolitik durch externe Akteure geprägt ist und ob diese eine realitätsnahe Lösung der sozialen und ökonomischen Verhältnisse im Land darstellt.
1.1 GEOGRAPHISCHE BEOBACHTUNGEN
Zusammen mit seinen andinen Nachbarn Peru und Kolumbien teilt sich Bolivien das weltweite Produktionsmonopol für Koka. Zusammen werden die drei Länder in der internationalen Politik auch als “silbernes Dreieck” bezeichnet.
Zwar kann der Kokabusch eine hohe Bodenqualtität entbehren ; klimatisch Gesehen ist Gewächs jedoch anspruchsvoll: Koka wächst in Regionen von 500-2000m ü.d.M. in feuchtwarmem Klima. Die Temperaturen müssen zwischen 15 und 20 Grad Celsius betragen und die Niederschläge regelmäßig verteilt sein.
Diese Bedingungen werden in Bolivien von zwei großen Kokaanbaugebieten erfüllt, deren drogenpolitische Bedeutung im Folgenden kurz analysiert werden wird: 1) die Yungas-Region: die Osthänge der Anden im Departamento La Paz, ca. 80km östlich der Stadt La Paz. 2) die Chapare-Region: das tropische Tiefland im Departamento Cochabamba.
EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage Boliviens als Teil des Drogenkriegs der USA und Einführung in die These, dass die bolivianische Drogenpolitik stark extern determiniert ist.
1. KOKA UND KOKAIN IN BOLIVIEN: Untersuchung der geographischen Anbaugebiete, der kulturellen Bedeutung der Koka und der ökonomischen Entwicklung vom Kulturgut zur Weltmarktdroge.
2. DIE BOLIVIANISCHE REGIERUNG: Analyse der anfänglichen "Laisser-faire"-Politik sowie der zunehmenden wirtschaftlichen Abhängigkeit von internationalen Gebern.
3. DER US “WAR ON DRUGS” : KRIEG GEGEN DIE ANDENLÄNDER: Erläuterung der US-amerikanischen Drogenpolitik, deren Motive sowie der Instrumentalisierung von Entwicklungshilfe zur Durchsetzung eigener Interessen.
4. HALTUNG DER EU IN BEZUG AUF DAS KOKA- UND KOKAINPROBLEM UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER BRD: Vergleich der europäischen, weniger punitiven Strategie mit der US-Linie.
5. VÖLKERRECHTLICHE BESTIMMUNGEN: Darstellung der völkerrechtlichen Rahmenbedingungen durch UN-Konventionen und deren Auswirkungen auf die bolivianische Gesetzgebung.
6. IMPLEMENTIERUNG DER DROGENPOLITIK UNTER BERÜCKSICHTIGUNG EXTERNER EINFLÜSSE: Detaillierte Untersuchung des Ley 1008 und des "Würde-Plans" unter Berücksichtigung des externen Drucks und der sozialen Folgen für die Bauern.
7. STAATLICHE VERBOTSPOLITIK, UND IHRE BERECHTIGUNG IM HINBLICK AUF ERFOLGE UND SOZIALE VERTRÄGLICHKEIT: Kritische Reflexion der Verbotspolitik, ökonomische Analyse und Ausblick auf Szenarien für eine alternative, menschenwürdigere Gestaltung der Drogenpolitik.
Koka, Kokain, Bolivien, War on Drugs, USA, Drogenpolitik, Ley 1008, Würde-Plan, Cocaleros, Alternative Entwicklung, Entwicklungshilfe, Menschenrechte, Repression, Internationale Abkommen, Kokarodung.
Die Arbeit analysiert die Drogenpolitik in Bolivien zwischen 1988 und 2001, wobei der Schwerpunkt auf den externen Einflüssen – insbesondere durch die USA – und deren Auswirkungen auf die soziale Realität im Land liegt.
Zentrale Themen sind die ökonomische und kulturelle Rolle der Koka, die Rolle der USA als Hauptakteur der Drogenbekämpfung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die sozialen Spannungen durch die erzwungene Kokarodung.
Ziel ist es zu überprüfen, inwieweit die bolivianische Drogenpolitik durch externe Akteure diktiert wird und ob diese Politik die sozioökonomischen Realitäten der ärmsten Bevölkerungsschichten Boliviens ignoriert.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die ökonomische Daten, völkerrechtliche Dokumente sowie soziologische Studien und Statements beteiligter Akteure kombiniert, um den politischen Prozess kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil befasst sich mit dem Ley 1008, dem "Würde-Plan", dem US-amerikanischen "War on Drugs", den Reaktionen der Kokabauern (Cocaleros) sowie den völkerrechtlichen Konventionen von 1961 und 1988.
Wichtige Begriffe sind Koka, War on Drugs, Kokarodung, Cocaleros, internationale Abhängigkeit, Entwicklungshilfe und Menschenrechte.
Die Autoren kritisieren das Ley 1008 als verfassungswidrig und als Instrument, das zu einer massiven Überfüllung der Gefängnisse geführt hat, da es die Menschenrechte der Kokabauern unter den Druck der Drogenbekämpfung stellt.
Die Verfasser plädieren für ein pragmatisches Pilotprojekt, das auf freiwilliger Selbstverpflichtung der Kokabauern basiert, den Handel mit illegalen Drogenringen unterbindet und die "bolivianische Koka" als legales Exportgut in den Fokus rückt.
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