Bachelorarbeit, 2005
53 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Das soziale Geschlecht – eine Einführung in die Gender Studies
3. Geschlechterstereotype und Geschlechterrollen
3.1. Der Erwerb von Geschlechtsstereotypen
3.2 Geschlechterrollen
4. Kontaktanzeigen
4.1. Begriffsbestimmungen und kommunikationswissenschaftliche Beschreibung
4.2. Geschichtlicher Abriss
4.3. Ergebnisse bisheriger Studien zu Kontaktanzeigen – eine Auswahl
5. Empirische Analyse: Kontaktanzeigen in österreichischen Tageszeitungen
5.1. Forschungsfragen und Ergebnisse
6. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Geschlechtsstereotypen im Kontext von Kontaktanzeigen aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich gesellschaftliche Geschlechterrollen und Stereotype in Inseraten widerspiegeln und ob diese durch empirische Analysen in österreichischen Tageszeitungen bestätigt werden können.
3. Geschlechterstereotype und Geschlechterrollen
Dieses Kapitel setzt sich mit Geschlechtsstereotypen auseinander. An den Anfang soll eine Erklärung des Begriffes Stereotype gestellt werden. Angerissen wird auch die geschichtliche Entwicklung der Stereotypenforschung. Ein wichtiger Punkt ist die Frage nach der Entstehung von Geschlechtsstereotypen sowie deren Bedeutung für Wahrnehmungsprozesse. Ausgeführt wird ebenfalls, wie sich Geschlechtsstereotype und Geschlechterrollen zueinander verhalten.
Nach Alfermann stellen Stereotype „verbreitete und allgemeine Annahmen über die relevanten Eigenschaften einer Personengruppe dar.“ Obwohl diese Beschreibung sehr einfach wirkt, weist sie doch auf wichtige Aspekte von Stereotypen hin: Nämlich, dass kognitive Schemata generalisierend verwendet werden. Eigenschaften werden sowohl einer ganzen Gruppe zugeschrieben, als auch dazu gebraucht, einzelne Personen aus dieser Gruppe – weniger auf Basis individueller Merkmale als auf Grund der Gruppenzugehörigkeit – zu beschreiben.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, eine theoretische Annäherung an Geschlechtsstereotype zu leisten und diese kommunikationswissenschaftlich auf Kontaktanzeigen anzuwenden, flankiert durch eine eigene empirische Untersuchung.
2. Das soziale Geschlecht – eine Einführung in die Gender Studies: Dieses Kapitel erläutert die Analysekategorie 'Geschlecht' und führt in die Unterscheidung zwischen 'sex' und 'gender' sowie in verschiedene feministische Ansätze wie den Egalitäts- und Differenzansatz ein.
3. Geschlechterstereotype und Geschlechterrollen: Hier werden die Definitionen von Stereotypen und Geschlechterrollen dargelegt, deren Erwerb im Sozialisationsprozess beschrieben und die Verknüpfung dieser normativen Erwartungen mit der Wahrnehmung von Individuen diskutiert.
4. Kontaktanzeigen: Dieses Kapitel bietet eine kommunikationswissenschaftliche Einordnung von Kontaktanzeigen, beleuchtet deren Geschichte sowie den kritisch diskutierten Marktcharakter und stellt bisherige Forschungsergebnisse vor.
5. Empirische Analyse: Kontaktanzeigen in österreichischen Tageszeitungen: Die empirische Untersuchung vergleicht die Kontaktanzeigen in "Der Standard" und der "Neuen Kronen Zeitung" anhand konkreter Forschungsfragen zu Berufsangaben, Zielvorstellungen und Selbstbeschreibungen.
6. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass Kontaktanzeigen einen Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse darstellen, in dem sich Geschlechtsstereotype weiterhin manifestieren.
Geschlechtsstereotype, Geschlechterrollen, Kontaktanzeigen, Gender Studies, Sozialisation, Kommunikation, Partnerwahl, soziale Interaktion, doing gender, Androgyniekonzept, Diskurs, gesellschaftliche Normen, empirische Analyse, Medien, Tageszeitungen.
Die Arbeit untersucht, wie Geschlechtsstereotype in Kontaktanzeigen auftreten und welche Rolle diese bei der Selbstpräsentation von Frauen und Männern in österreichischen Zeitungen spielen.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Gender Studies, die Entstehung von Geschlechterrollen und -stereotypen sowie die kommunikationswissenschaftliche Beschreibung der Kontaktanzeige als soziales Interaktionsinstrument.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich stereotype Annahmen über Geschlechter in der Partnersuche manifestieren und ob sich Unterschiede zwischen den LeserInnenschichten zweier österreichischer Tageszeitungen nachweisen lassen.
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse von 200 Kontaktanzeigen aus den Tageszeitungen "Der Standard" und "Neue Kronen Zeitung" durchgeführt, ergänzt durch einen theoretischen Vergleich mit bestehender Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Aufarbeitung der Geschlechterforschung und der Geschichte der Kontaktanzeige sowie eine detaillierte empirische Auswertung bezüglich Berufsangaben, Finanzhinweisen und Beschreibungen des Äußeren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "doing gender", das Androgyniekonzept, die sex-gender-Relation sowie verschiedene soziologische Ansätze zur Struktur von Kontaktanzeigen.
Die Arbeit zeigt, dass die LeserInnen von Zeitungen wie "Der Standard" im Vergleich zur "Neuen Kronen Zeitung" tendenziell älter sind und Unterschiede in der Häufigkeit der Nennung von Berufsdaten und finanziellen Angaben aufweisen.
Der Ansatz beschreibt Geschlecht nicht als starre Eigenschaft, sondern als etwas, das Menschen durch ihr Handeln und die Art, wie sie sich in Interaktionen – wie etwa einer Kontaktanzeige – präsentieren, ständig neu herstellen.
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