Examensarbeit, 2005
130 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Begriffsklärung: Aggression, Aggressivität und Gewalt
2.1 Der Aggressionsbegriff
2.1.1 Arten der Aggression
2.1.2 Aggressives Verhalten und aggressive Emotionen
2.1.2.1 Formen aggressiver Emotionen
2.1.2.2 Formen aggressiven Verhaltens
2.1.3 Aggressivität
2.1.4 Gewalt
3. Klassische psychologische Aggressionstheorien
3.1 Trieb- bzw. Instinkttheorien
3.2 Die Aggressions- Frustrations- Theorie
3.3 Lernpsychologische Theorien
3.3.1 Klassisches Konditionieren
3.3.2 Lernen am Modell
3.3.3 Operantes Konditionieren
3.3.4 Kognitives Lernen
3.3.5 Konsequenzen der Lerntheorien für die Aggressionsminderung
3.4 Weitere Erklärungsmöglichkeiten für aggressives Verhalten
3.4.1 Biologische Faktoren
3.4.2 Soziale Faktoren
3.4.3 Weitere psychische Faktoren
4. Zum Ausmaß aggressiven Verhaltens an Grundschulen
5. Der Präventionsbegriff
6. Auswahl der darzustellenden Programme
7. Das Konstanzer Trainingsmodell – Ein lehrerzentriertes Programm
7.1 Theoretische Grundlage des Programms
7.2 Ziele des KTM
7.3 Voraussetzungen zur Realisierung der Ziele und Trainingselemente
7.4 Aufbau des Programms
7.4.1 Handlungsphase I – Situationsauffassung
7.4.2 Handlungsphase II – Die Handlungsauffassung
7.4.3 Handlungsphase III – Die Handlungsausführung
7.4.4 Handlungsphase IV- Die Handlungsergebnisauffassung
7.5 Evaluation des Programmes
7.6 Fazit
8. FAUSTLOS – Ein soziales Fertigkeitstraining
8.1 Theoretische Fundierung
8.2 Aufbau und Zielsetzung des Curriculums für die Grundschule
8.3 Ablauf und Methoden des Unterrichtes der Lektionen
8.4 Die drei Einheiten des Curriculums
8.4.1 Empathietraining
8.4.2 Impulskontrolle
8.4.3 Umgang mit Ärger und Wut
8.4.4 Verhältnis der FAUSTLOS-Einheiten zueinander
8.5 Evaluation des Programmes
8.6 Fazit
9. Das Interventionsprogramm von Dan Olweus- Ein Mehr- Ebenen- Modell
9.1 Ziele und Schlüsselprinzipien des Programmes
9.2 Maßnahmen auf der Schulebene
9.2.1 Vorbereitungen auf der Schulebene
9.2.2 Weitere Maßnahmen auf der Schulebene
9.3 Maßnahmen auf der Klassenebene
9.4 Maßnahmen auf der individuellen Ebene
9.5 Evaluation des Programmes
9.6 Pilotstudie zu einer komprimierten Umsetzung des Programmes von Olweus durch Nolting und Knopf
9.6.1 Inhalte des komprimierten Programms
9.6.2 Erste Auswertung
9.7 Fazit
10. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern, um einen Überblick über Maßnahmen zu geben, die Lehrkräften zur Realisierung an Grundschulen vorgeschlagen werden. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, welche Ansatzpunkte zur Aggressionsminderung an der Grundschule erfolgversprechend sind und welche psychologischen Mechanismen diesen zugrunde liegen, wobei insbesondere der Vergleich zwischen lehrerzentrierten, schülerzentrierten und schulumfassenden Ansätzen im Fokus steht.
3.3.1 Klassisches Konditionieren
Das klassische Konditionieren (auch ‘Signallernen‘ genannt) spielt innerhalb der Aggressionsforschung eine eher untergeordnete Rolle. Es kann dennoch wichtige Hinweise liefern, z. B. was Generalisierungsprozesse anbelangt. Aus diesem Grunde soll es an dieser Stelle erläutert werden.
Ein ursprünglich neutraler Reiz wird zum Signal für das Auslösen aggressiver Gefühle, nachdem er wiederholt mit einem anderen, ursprünglichen Affektauslöser gekoppelt aufgetreten ist. Solche Auslöser können z. B. bestimmte körperliche Charakteristiken und Äußerlichkeiten (z. B. Kleidung) oder mimische, gestische bzw. sprachliche Angewohnheiten sein, aber auch bestimmte Örtlichkeiten oder andere äußere Situationsmerkmale. In vielen Fällen wird hier von unmittelbar persönlich erlebten ärgeranregenden Erfahrungen, mit denen diese Reize verbunden waren, oder von indirekt und vorstellungsmäßig vermittelten Erfahrungen gesprochen. Der Betreffende hat gelernt auf diesen Reiz mit einem negativen Affekt zu reagieren. So führt die klassische Konditionierung dazu, dass nicht nur Provokationen, Störungen und andere Frustrationen, sondern auch die mit ihnen in Verbindung gebrachten Personen, Gegenstände, Symbole usw. aggressive Gefühle auslösen können.
Werden etwa mehrheitlich negative Erfahrungen im Umgang mit einem bestimmten Mitmenschen gesammelt, kann es sein, dass in der Folge bereits der Anblick oder die Namensnennung des Betreffenden ausreichen, um die negativen Gefühle wieder aufkeimen zu lassen. In bestimmten Fällen kann es dann durchaus auch zu einer Generalisierung dieser Gefühlsreaktion auf Familienangehörige und Freunde kommen. Auch eine Ausweitung auf Kategorien wie Schichtzugehörigkeit oder Nationalität ist möglich. In dieser Weise ließe es sich beispielsweise erklären, wenn ein Schüler aggressives Verhalten stets gegen eine bestimmte Person oder Gruppe richtet (vgl. Melzer et.al, 2004, S. 57-58).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Gewalt an Grundschulen ein, begründet das Interesse der Autorin durch eigene Praktikumserfahrungen und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffsklärung: Aggression, Aggressivität und Gewalt: Das Kapitel grenzt die zentralen Begriffe Aggression, Aggressivität und Gewalt voneinander ab, um einen fundierten Arbeitsbegriff zu etablieren.
3. Klassische psychologische Aggressionstheorien: Hier werden Trieb- und Instinkttheorien, die Frustrations-Aggressions-Theorie sowie lerntheoretische Ansätze erläutert, um die Ursachen aggressiven Verhaltens zu verstehen.
4. Zum Ausmaß aggressiven Verhaltens an Grundschulen: Dieses Kapitel wertet empirische Studien zum tatsächlichen Aufkommen und zur Ausprägung von Gewalt an Grundschulen aus.
5. Der Präventionsbegriff: Es erfolgt eine Klärung der Begriffe Prävention und Intervention sowie eine Differenzierung nach verschiedenen Präventionsebenen.
6. Auswahl der darzustellenden Programme: Hier werden die Auswahlkriterien für die im weiteren Verlauf detailliert analysierten Interventionsprogramme definiert und begründet.
7. Das Konstanzer Trainingsmodell – Ein lehrerzentriertes Programm: Vorstellung, theoretische Fundierung, Aufbau, Evaluation und Fazit des lehrerzentrierten Konstanzer Trainingsmodells (KTM).
8. FAUSTLOS – Ein soziales Fertigkeitstraining: Detaillierte Analyse des sozialen Fertigkeitstrainings FAUSTLOS, seiner Zielsetzung, Methoden und evaluationsbasierten Effektivität.
9. Das Interventionsprogramm von Dan Olweus- Ein Mehr- Ebenen- Modell: Umfassende Darstellung des Interventionskonzepts von Dan Olweus, inklusive Maßnahmen auf Schulebene, Klassenebene und individueller Ebene sowie deren Evaluation.
10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen, kritische Reflexion der vorgestellten Programme und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Aggression, Grundschule, Gewaltprävention, pädagogische Intervention, Konstanzer Trainingsmodell, KTM, FAUSTLOS, Dan Olweus, soziales Lernen, Frustrations-Aggressions-Theorie, Lerntheorien, Emotionskontrolle, Sozialkompetenz, Schulklima, Täter-Opfer-Problematik.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse pädagogischer und psychologischer Programme zur Reduktion von aggressivem Verhalten bei Grundschulkindern.
Zentrale Felder sind die Klärung der Begriffe Aggression und Gewalt, die theoretischen Ursachenerklärungen sowie die fundierte Analyse konkreter Interventionsprogramme.
Das Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Maßnahmen an Grundschulen zu geben und deren theoretische Basis sowie ihre Wirksamkeit kritisch zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der Auswertung empirischer Evaluationsstudien zu den ausgewählten Programmen.
Neben den theoretischen Grundlagen werden das Konstanzer Trainingsmodell (KTM), das Curriculum FAUSTLOS und das Interventionsprogramm von Dan Olweus detailliert vorgestellt und bewertet.
Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, Aggression, Grundschule, soziale Kompetenz, Verhaltensmodifikation und die genannten spezifischen Trainingsprogramme.
Es wird als lehrerzentriert eingeordnet, da es primär am Lehrerverhalten ansetzt, um durch eine Veränderung der pädagogischen Berufs- und Einstellungstheorien das Störungs- und Aggressionsmanagement im Unterricht zu optimieren.
Ein entscheidender Vorteil ist die systemische Mehr-Ebenen-Strategie, die über die Klasse hinausgeht und die gesamte Schule einbindet, um einheitliche Normen und Verhaltensregeln zu etablieren.
Sie bildet die Basis des Curriculums, da die Fähigkeit zur Perspektivübernahme und zum Verstehen anderer Gefühle als fundamental für prosoziales Verhalten und die Minderung aggressiver Impulse gilt.
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