Diplomarbeit, 2005
147 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. CORPORATE GOVERNANCE VON UNTERNEHMEN
2.1) Begriff der Corporate Governance
2.2) Systemelemente und Systemtypen der Corporate Governance
2.3) Corporate Governance-Ausprägungen als Gegenstand theoretischer und empirischer Forschung
3. HYPOTHESE UND ANSATZ EINER UNTERSUCHUNG ZU AUSPRÄGUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE DEUTSCHER BÖRSENNOTIERTER UNTERNEHMEN
3.1) Hypothese zur Ausprägung der Corporate Governance deutscher börsennotierter Unternehmen
3.2) Konzeptioneller Bezugsrahmen zur Klassifizierung der Corporate Governance deutscher börsennotierter Unternehmen
3.2.1) Analyseobjekt
3.2.2) Kategorien und Dimensionen
3.2.3) Verbundenheitsannahmen
3.2.4) Gesamtdarstellung
3.3) Messansätze auf Basis des konzeptionellen Bezugsrahmens
3.4) Hypothesenspezifizierung auf Basis des konzeptionellen Bezugsrahmens
3.5) Testverfahren
4. EMPIRISCHE STUDIE ZU AUSPRÄGUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE DEUTSCHER BÖRSENNOTIERTER UNTERNEHMEN
4.1) Datenbasis
4.2) Empirische Ergebnisse zur Hypothesenüberprüfung und kritische Diskussion
4.3) Erklärungsbeitrag eines komplexitätsreduzierenden Klassifizierungsansatzes
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
5.1) Thesenartige Zusammenfassung
5.2) Kritische Würdigung der Zielerreichung
5.3) Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob börsennotierte deutsche Unternehmen noch einem einheitlichen "insider-orientierten" Corporate Governance-System folgen oder ob sich Teile davon in Richtung eines "outsider-orientierten" Systems (nach anglo-amerikanischem Vorbild) entwickeln, und leitet dazu einen komplexitätsreduzierenden Klassifizierungsansatz ab.
2.2) Systemelemente und Systemtypen der Corporate Governance
Bisherige Auseinandersetzungen mit Corporate Governance beschäftigen sich vielfach mit der Analyse und dem Vergleich von relevanten Systemelementen innerhalb und zwischen Volkswirtschaften – der Makroebene. Die vorliegende Arbeit transferiert diese Erkenntnisse (zusätzlich) auf die individuelle und spezifische Corporate Governance von deutschen börsennotierten Unternehmen, nachfolgend als Mikroebene bezeichnet.
Corporate Governance innerhalb eines Landes kann als ein Gebilde aus miteinander verzahnten und in ihren Mechanismen aufeinander beruhenden Elementen angesehen werden. Dabei unterscheidet man aus Sicht der Unternehmensfinanzierung das (kapital-)marktorientierte und das bankenorientierte System. Vereinfacht gesagt beruht diese Unterscheidung auf der Frage: „Wer und / oder was übt die Kontroll- und Überwachungsfunktionen über das Management von Unternehmen aus?“. Direkt damit zusammen hängt die Frage nach den Zielen, denen sich das Management aus Sicht der Kontrolleure bzw. dominierenden Interessengruppen verpflichtet fühlen sollte.
Losgelöst von der Unternehmensfinanzierung haben FRANKS und MAYER für die Bereiche Corporate Governance im Allgemeinen und Unternehmenskontrolle (corporate control) im Speziellen die Begriffe „outsider system“ (kapitalmarktorientiertes System) und „insider system“ (bankenorientiertes System) geprägt.
Als typischer Vertreter des kapitalmarktorientierten Systems wird der U.S.-amerikanische und britische Aktienmarkt angesehen. Kennzeichnend ist die Agency-Problematik: Die Interessen der Anteilseigner (Principals) eines Unternehmens und die Interessen des Managements (Agents) des betreffenden Unternehmens sind nicht zwangsläufig kongruent. Während ein mit geringen Anteilen ausgestatteter Anteilseigner allein an seinem Profit orientiert ist, d.h. an Dividendenzahlungen und der Maximierung des Veräußerungsgewinns der Anteile zum Veräußerungszeitpunkt, sind für das Management durchaus andere Motive vorherrschend.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Problemrelevanz der Corporate Governance im globalen Wettbewerb und formuliert die Forschungsfrage nach einer möglichen Verschiebung von insider- zu outsider-orientierten Strukturen in Deutschland.
2. CORPORATE GOVERNANCE VON UNTERNEHMEN: Dieses Kapitel definiert den Begriff Corporate Governance, erläutert die wesentlichen Systemelemente und führt die Unterscheidung zwischen insider- und outsider-orientierten Systemen ein.
3. HYPOTHESE UND ANSATZ EINER UNTERSUCHUNG ZU AUSPRÄGUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE DEUTSCHER BÖRSENNOTIERTER UNTERNEHMEN: Hier wird der konzeptionelle Bezugsrahmen für die Untersuchung entwickelt und die Hypothesen für die empirische Analyse werden spezifiziert.
4. EMPIRISCHE STUDIE ZU AUSPRÄGUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE DEUTSCHER BÖRSENNOTIERTER UNTERNEHMEN: Das Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise, die Datenbasis sowie die empirischen Ergebnisse zur Hypothesenüberprüfung und die anschließende Klassifizierung der untersuchten Unternehmen.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse thesenartig zusammen, würdigt die Zielerreichung kritisch und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Corporate Governance.
Corporate Governance, Insider-System, Outsider-System, Deutschland, Prime Standard, Anteilsbesitz, Stimmrechte, Aufsichtsrat, Kapitalmarktorientierung, Bankenfinanzierung, Shareholder Value, Stakeholder, Kodex-Befolgung, Analystenbeachtung, Clusteranalyse
Die Diplomarbeit untersucht die Corporate Governance-Ausprägungen von börsennotierten Unternehmen in Deutschland und prüft, ob diese noch dem traditionellen "insider-orientierten" System entsprechen oder sich in Richtung eines "outsider-orientierten" Systems entwickeln.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Corporate Governance, die Unterscheidung zwischen insider- und outsider-orientierten Systemen, die Analyse von Anteilsstrukturen sowie die Bedeutung von Kontrollorganen und Kapitalmarktorientierung.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob sich eine Gruppe börsennotierter deutscher Unternehmen faktisch vom insider-orientierten System loslöst und Merkmale anglo-amerikanischer outsider-orientierter Corporate Governance annimmt.
Es werden eine theoretische Herleitung eines konzeptionellen Bezugsrahmens sowie eine empirische Studie durchgeführt, die unter anderem Korrelationsanalysen und eine Clusteranalyse zur Gruppierung der Unternehmen umfasst.
Im Hauptteil werden zunächst der konzeptionelle Bezugsrahmen (mit Kategorien wie Unternehmensfinanzierung und Unternehmenskontrolle) erarbeitet, Hypothesen spezifiziert und anschließend die empirische Studie mit Daten von 124 Unternehmen aus dem Prime Standard der Deutschen Börse ausgewertet.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Corporate Governance, Insider-/Outsider-Systeme, Anteilskonzentration, Stimmrechtsverhältnisse und Kapitalmarktorientierung.
Das Konstrukt der "Black Box" wird verwendet, da das interne Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat hinter verschlossenen Türen stattfindet und von Außenstehenden aufgrund fehlender Informationen nicht direkt beobachtbar oder messbar ist.
Ein Listing an der NYSE gilt als starkes Signal ("bonding"-Mechanismus) für die freiwillige Übernahme outsider-orientierter Governance-Standards und dient als Indikator für eine höhere Transparenz und Kapitalmarktorientierung.
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