Diplomarbeit, 2003
48 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. GRUNDANNAHMEN DES KONSTRUKTIVISMUS
2.1. Geschichtliche Vorläufer
2.2. Das Konzept der Autopoiese
2.3. Strukturelle Kopplung
2.4. Wahrnehmung und Wirklichkeit
2.5. Verschiedene Konstruktivismen
3. KONSTRUKTIVISMUS UND PÄDAGOGISCHES HANDELN
3.1. Grundlegende Überlegungen zum Terminus „(pädagogisches) Handeln“
3.2. Probleme bei der Formulierung eines „pädagogischen Handlungsbegriffs“
3.2.1. Das Technologie- und Verstehensdefizit der Pädagogik (nach Luhmann/ Schorr)
3.3. Pädagogische Handlungsperspektiven aus Sicht des Konstruktivismus
3.3.1. Enttrivialisierung „nicht-trivialer Maschinen“
3.3.3. Selbsterfüllende Prophezeiungen oder: Toleranz und Verantwortung
3.3.3. Erkennen und Handeln
3.3.3. Lebensweltliche Orientierung
3.3.4. Helfende Kommunikation
3.3.5. Der Pädagogisch Handelnde als Beobachter II. Ordnung
4. SUPERVISION ALS INSTITUTIONALISIERTE ANTWORTMÖGLICHKEIT AUF PÄDAGOGISCHE HANDLUNGSPROBLEME
5. SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Argument eines Handlungsdefizits innerhalb konstruktivistischer Theorien zu entkräften, indem sie die Relevanz konstruktivistischer Grundannahmen für die pädagogische Praxis und Handlungsforschung expliziert und diese durch das Medium der Supervision institutionalisiert.
3.3.1. Enttrivialisierung „nicht-trivialer Maschinen“
Im Interaktionskontext pädagogischer Institutionen kann man, wie bereits festgestellt, von dem Standpunkt autopoietischer strukturdeterminierter Systeme ausgehen. Sowohl bei Klientensystemen, als auch bei den Pädagogisch Handelnden selbst. Heinz von Foerster (1998b) bezeichnet autopoietische Systeme deshalb auch als „nicht-triviale Maschinen“. Im Gegensatz zu trivialen Maschinen, die sich dadurch konstituieren, durch Input-Output-Relationen determinierbar zu sein, muss man in der Pädagogik davon ausgehen, mit nicht-trivialen Maschinen zu tun zu haben, bei denen der Input zu einer nicht kalkulierbaren, unvorhersehbaren Output-Reaktion führen kann. Foerster konstatiert infolgedessen: „...so sind nichttriviale Maschinen lästige Zeitgenossen: man weiß nicht, was sie tun und auch nicht, was sie tun werden. Man sehnt sich daher nach trivialen Maschinen und versucht alles, was nach Nichttrivialität aussieht, schleunigst zu trivialisieren. Wie wir wissen, sind manchmal die Antworten unserer Kinder recht unerwartet: auf die Frage, wie viel ist zwei mal zwei, könnte man ‘grün’ als Antwort bekommen. Das geht zu weit. So werden die Kinder in die Schule - die große staatliche Trivialisierungsmaschine - geschickt, damit sie dann mit den erwarteten Antworten herauskommen“ (Heinz von Foerster 1988, S. 16). Hier verbirgt sich auch Foersters pädagogische Botschaft: Direktive Belehrungs- und Erziehungsversuche behandeln Menschen wie triviale Maschinen, engen ihren Handlungsspielraum ein und bevormunden sie.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die theoretische Fragestellung nach der Praxisrelevanz des Konstruktivismus für die Pädagogik und führt in die Absicht der Arbeit ein, die konstruktivistische Perspektive für die pädagogische Handlungsforschung nutzbar zu machen.
2. GRUNDANNAHMEN DES KONSTRUKTIVISMUS: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Grundlagen, das Konzept der Autopoiese sowie strukturelle Kopplungen als Basis für das Verständnis kognitiver Systeme.
3. KONSTRUKTIVISMUS UND PÄDAGOGISCHES HANDELN: Es wird die Brücke zwischen konstruktivistischen Theorien und pädagogischer Praxis geschlagen, wobei insbesondere die Unmöglichkeit instruktiver Interaktion und die Notwendigkeit von „Enttrivialisierung“ und „Beobachtung zweiter Ordnung“ diskutiert werden.
4. SUPERVISION ALS INSTITUTIONALISIERTE ANTWORTMÖGLICHKEIT AUF PÄDAGOGISCHE HANDLUNGSPROBLEME: Das Kapitel stellt Supervision als professionelles Medium vor, um durch Reflexion und Mehrperspektivität den pädagogischen Handlungsalltag konstruktivistisch zu begleiten.
5. SCHLUSS: Im Fazit wird die Bedeutung einer intersubjektiven, konstruktivistischen Perspektive für die Reflexionsnotwendigkeit pädagogischen Handelns zusammengefasst.
Konstruktivismus, Pädagogik, Autopoiese, Strukturelle Kopplung, Pädagogisches Handeln, Supervision, Beobachtung zweiter Ordnung, Interaktion, Wirklichkeitskonstruktion, Systemtheorie, Reflexion, Viabilität, Enttrivialisierung, Selbstreferenz, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht die Relevanz des Konstruktivismus für die pädagogische Praxis und argumentiert, dass konstruktivistische Perspektiven essenzielle Impulse für ein neues Verständnis von pädagogischem Handeln liefern können.
Zentrale Themen sind die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus, die systemtheoretische Analyse pädagogischer Interaktionen sowie die Etablierung von Supervision als Reflexionsinstrument.
Das primäre Ziel ist es, das Argument zu entkräften, der Konstruktivismus sei für die Praxis irrelevant, und stattdessen aufzuzeigen, wie Pädagogen konstruktivistische Erkenntnisse für ihr Handeln produktiv nutzen können.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf der Auseinandersetzung mit systemtheoretischen und konstruktivistischen Fachliteraturen basiert, um die pädagogische Handlungspraxis theoretisch neu zu konzipieren.
Der Hauptteil widmet sich der systemtheoretischen Neudefinition von pädagogischem Handeln, der Problematik von Ursache-Wirkungs-Modellen in der Erziehung sowie konkreten Handlungsperspektiven wie der "Enttrivialisierung" und der Beobachtung zweiter Ordnung.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Konstruktivismus, Pädagogik, Autopoiese, Supervision und Systemtheorie.
Das Technologiedefizit beschreibt die Erkenntnis, dass pädagogische Erfolge nicht durch stringente technologische Steuerungsmodelle garantiert werden können, da Klienten autopoietische Systeme sind, die nicht extern determiniert werden können.
Supervision ermöglicht es dem Pädagogen, eine Beobachtung zweiter Ordnung einzunehmen, um das eigene Handeln, die eigenen Vorurteile und die Konstruktionsprozesse in der pädagogischen Situation zu reflektieren und somit die Handlungsfähigkeit unter Unsicherheit zu erhöhen.
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