Diplomarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Charakteristika des öffentlichen Rundfunks
2.1 Ökonomische Aspekte der Rundfunkleistung
2.2 Öffentlicher Rundfunk als öffentliche Institution
2.2.1 Aufbau
2.2.2 Produktionsstruktur
2.2.3 Finanzierung
2.3 Controlling im öffentlichen Rundfunk
2.3.1 Das Zielsystem des öffentlichen Rundfunks
2.3.2 Planungs- und Kontrollsystem
2.3.3 Informationssystem
3 Darstellung des Target Costing
3.1 Target Costing als Kostenmanagementansatz
3.1.1 Definition, Ursprung, Ansätze und Ziele
3.1.2 Einordnung des Target Costing in das Kostenmanagement
3.1.3 Anwendungsbereiche
3.2 Vorbereitende Aufgaben des Target Costing - Der Marktvorbau
3.2.1 Ziele der Marktforschung
3.2.2 Conjoint-Analyse
3.2.3 Anwendungsgrenzen der Conjoint-Analyse
3.3 Phasen des Target Costing
3.3.1 Zielkostenfindung
3.3.1.1 Subtraktionsverfahren
3.3.1.2 Additionsverfahren
3.3.1.3 Gegenstromverfahren
3.3.1.4 Bewertung der Ansätze
3.3.1.5 Reduktion und Zurechnung der einbezogenen Kostenarten
3.3.2 Zielkostenspaltung
3.3.2.1 Komponentenmethode
3.3.2.2 Funktionsmethode
3.3.2.3 Zielkostenkontrolldiagramm
3.3.2.4 Problemfelder der Zielkostenspaltung
3.3.3 Zielkostenerreichung
4 Einsatzmöglichkeiten und –probleme des Target Costing im öffentlichen Rundfunk
4.1 Ansatzpunkte des Target Costing im Controlling des öffentlichen Rundfunks
4.2 Rundfunkspezifische Bedingungen für den Einsatz des Target Costing
4.2.1 Ermittlung des Rundfunkprodukts
4.2.2 Qualitative Dimensionen der Rundfunkleistung
4.3 Möglichkeiten der sendungsbezogenen Zielkostenfindung
4.3.1 Nachfragerorientierte Zielkosten
4.3.2 Wettbewerbsorientierte Zielkosten
4.3.3 Einzelkostenorientierte Zielkosten
4.3.4 Verhandlungsorientierte Zielkosten
4.4 Der Marktvorbau im öffentlichen Rundfunk
4.4.1 Ansätze der Ermittlung von sendungsbezogenen Qualitätskriterien
4.4.2 Gewichtung der Qualitätskriterien mittels Conjoint-Analyse
4.5 Möglichkeiten der sendungsbezogenen Zielkostenspaltung
4.5.1 Rezipientenorientierte Zielkostenspaltung am Beispiel eines Wirtschaftsmagazins
4.5.2 Abschließende Überlegungen zur rezipientenorientierten Zielkostenspaltung
4.6 Möglichkeiten und Ansatzpunkte der Zielkostenerreichung
4.7 Abschließende Darstellung der Anwendungsmöglichkeit des Target Costing nach Sendungstypen
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des aus der Privatwirtschaft stammenden Target-Costing-Ansatzes auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Ziel ist es, in einem durch stagnierende Gebühreneinnahmen und steigenden Wettbewerbsdruck geprägten Umfeld Wege zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu identifizieren, ohne dabei den gesetzlichen Programmauftrag zu gefährden.
3.1.1 Definition, Ursprung, Ansätze und Ziele
Für den Begriff des Target Costing gibt es in der Literatur keine einheitliche Definition. Arnaout definiert Target Costing als einen „umfassenden Managementansatz zur Integration der Markt- und Kundenorientierung in das Kostenmanagement … mit dem frühzeitig und umfassend eine marktorientierte Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen sowie deren Kostenstruktur sichergestellt werden soll.“ Diese umfassende Definition bildet die Grundlage für die weitere Argumentation. Die beiden wesentlichen Charakteristika des Target Costing werden hierbei durch die Marktorientierung und frühzeitige Kostenbeeinflussung konstituiert.
Die Grundidee des Target Costing besteht also in der konsequenten Orientierung der Produktenwicklung am Markt und seinen Bedürfnissen. Es wird dabei dem Fakt Rechnung getragen, dass ca. 80 Prozent der anfallenden Kosten schon in der Produktentwicklung determiniert werden und später nicht mehr beeinflussbar sind. Das Target Costing soll zu einer möglichst frühzeitigen Kostenbeeinflussung beitragen, indem eine konsequente Marktorientierung schon in der Produktentwicklung verfolgt wird und bereits hier detaillierte Vorgaben in sachlicher, wertmäßiger und zeitlicher Dimension getroffen werden. Hierzu wird die traditionelle Cost-Plus-Kalkulation umgedreht. Anstatt die Kosten durch eine Zuschlagskalkulation nach der Produktentwicklung zu bestimmen, werden sie schon vorher mittels Marktanalysen, als Ausgangsbasis für die Produktentwicklung, hergeleitet. Die Frage „Was wird ein Produkt kosten?“ wird durch die Frage „Was darf ein Produkt kosten?“ ersetzt. Die Marktforschung ist hierbei der wesentliche Ausgangspunkt, da sie die Verbindung zum Markt respektive zum Kunden schafft und somit eine konsequente Orientierung der Produkteigenschaften oder der Dienstleistung auf die Kundenbedürfnisse beinhaltet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Wettbewerbsdruck im dualen Rundfunksystem und stellt das Ziel vor, Target Costing als Instrument zur Effizienzsteigerung zu untersuchen.
2 Charakteristika des öffentlichen Rundfunks: Dieses Kapitel analysiert die medienökonomischen Besonderheiten sowie die Aufbau-, Produktions- und Finanzierungsstruktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
3 Darstellung des Target Costing: Es werden die theoretischen Grundlagen des Target Costing, insbesondere die Phasen der Zielkostenfindung, -spaltung und -erreichung sowie der Einsatz der Conjoint-Analyse, detailliert beschrieben.
4 Einsatzmöglichkeiten und –probleme des Target Costing im öffentlichen Rundfunk: Dieser Hauptteil analysiert die Kompatibilität des Konzepts mit dem Programmauftrag und entwickelt praktische Vorgehensweisen für eine rezipientenorientierte Kostensteuerung.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit fasst das theoretische Potenzial des Target Costing für die Effizienz und Legitimation des Rundfunks zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung im Kontext technischer Entwicklungen.
Target Costing, öffentlicher Rundfunk, Kostenmanagement, Programmauftrag, Zielkostenfindung, Zielkostenspaltung, Conjoint-Analyse, Qualitätsoptimierung, Rezipientenorientierung, Rundfunkgebühr, Kosteneffizienz, Programmplanung, Medienökonomie, Effizienzsteigerung, Wirtschaftlichkeit.
Die Arbeit untersucht, ob das Management-Konzept des "Target Costing" – das aus der industriellen Fertigung stammt – genutzt werden kann, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirtschaftlicher und effizienter zu führen, ohne den Programmauftrag zu verletzen.
Die zentralen Themen sind das Kostenmanagement im Mediensektor, die medienökonomischen Besonderheiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Methoden der Marktforschung (speziell Conjoint-Analyse) sowie Instrumente zur Planung und Steuerung von Programmproduktionen.
Das primäre Ziel ist es, eine Methodik zu finden, mit der die Kosten für einzelne Rundfunksendungen so geplant und gesteuert werden können, dass sie sowohl marktorientiert sind als auch dem Programmauftrag entsprechen.
Es erfolgt eine medienökonomische Analyse, die theoretische Konzepte des Target Costing auf die spezifischen institutionellen Gegebenheiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überträgt und durch ein Praxisbeispiel (Zielkostenspaltung bei einem Wirtschaftsmagazin) verdeutlicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Darstellung des Target Costing und eine anwendungsorientierte Analyse, wie dieses Konzept im Rundfunk (z.B. bei der Budgetierung von Sendungen) implementiert werden kann.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Target Costing, Rundfunkökonomie, Zielkostenspaltung, Rezipientenorientierung und Programmauftrag charakterisiert.
Da der Rundfunk über Rundfunkgebühren finanziert wird und kein direkter Preis pro Sendung am Markt existiert, fehlt die Basis für eine rein marktorientierte retrograde Kostenkalkulation, wie sie im industriellen Bereich üblich ist.
Das Kano-Modell hilft dabei, Kundenanforderungen in Basis-, Leistungs- und Begeisterungsanforderungen zu unterteilen, um Budgets effizienter zuzuweisen und zu entscheiden, welche Programmkomponenten für die Zuschauerzufriedenheit essentiell sind.
Die Conjoint-Analyse ist für den Autor ein zentrales Instrument, um die verschiedenen Qualitätsdimensionen oder Funktionen einer Sendung aus Sicht der Rezipienten zu gewichten und somit eine fundierte Grundlage für die anschließende Zielkostenspaltung zu schaffen.
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