Diplomarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,0
I EINLEITUNG
1 Abgrenzung des Themas
2 Ziele
3 Aufbau der Arbeit
II GESUNDHEITSPOLITIK
4 Einführung
4.1 Ziele und Dimensionen der Gesundheitspolitik
4.2 Ebenen der Entscheidung
5 Soziale Sicherung und Gesundheitspolitik
5.1 Definition und Modelle
5.2 Kernprinzipien
5.3 Interventionsformen der Gesundheitspolitik
6 Gesundheitssystem in Deutschland
6.1 Begriffsklärung
6.2 Akteure und Organisationsstruktur
6.2.1 Staat
6.2.2 Interessengruppen
7 Gesundheitspolitik in Deutschland
7.1 Probleme und Interventionen
7.2 Wandel in der Gesundheitspolitik
7.3 Gesundheitsreform 2003
7.4 Ausblick
III METHODOLOGIE UND METHODIK
8 Literaturrecherche und -analyse
8.1 Literatur zur Gesundheitspolitik
8.2 Literatur zur Methodologie und Methodik
8.3 Literatur zu Medien und Kommunikation
9 Wissenssoziologie
9.1 Soziale Konstruktion
9.2 Kommunikative Konstruktion
9.3 Diskursive Konstruktion
10 Diskursforschung
10.1 Einführung
10.2 Ansätze der Diskursforschung
10.3 Diskurstheorie (Michel Foucault)
10.3.1 Archäologie
10.3.2 Genealogie
10.3.3 Gouvernementalität
10.4 Kollektivsymbolik
11 Stufen des Forschungsprozesses
11.1 Ziel der Analyse
11.2 Methodologie
11.3 Grundbegriffe
11.4 Fragestellungen
11.5 Medien und Politik
11.6 Methodische Umsetzung
11.6.1 Datenkorpus
11.6.2 Auswahl der Daten zur Feinanalyse
11.6.3 Feinanalyse und interpretative Analyse
IV ANALYSE DES GESUNDHEITSPOLITISCHEN DISKURSES
12 Datenauswahl
13 Datenkorpus
14 Auswahl der Daten zur Feinanalyse
15 Feinanalyse und interpretative Analyse
15.1 Definitions- und Handlungsmacht
15.2 Systeme Sozialer Sicherung im Neoliberalismus
15.3 Lenkung und Kontrolle der Gesundheitsversorgung
15.4 Armut und Normalität
15.5 Umbau des Sozialstaates
16 Zusammenfassung der Ergebnisse
V DISKUSSION
VI ZUSAMMENFASSUNG
VII LITERATURVERZEICHNIS
VIII ANHANG
17 Schlüsseltexte
18 Kodierung für Feinanalyse
Das Hauptziel der vorliegenden Diplomarbeit ist die Analyse des gesundheitspolitischen Diskurses im Jahr 2004, insbesondere im Kontext der Gesundheitsreform 2003 (GMG). Die Forschungsarbeit untersucht, wie verschiedene gesellschaftliche Akteure durch sprachliche Äußerungen und symbolische Deutungen Wirklichkeit konstruieren, Machtverhältnisse definieren und ihre Interessen in der öffentlichen Auseinandersetzung durchsetzen oder legitimieren.
1 Abgrenzung des Themas
Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt die Gesundheitspolitik zum «kompliziertesten und sensibelsten Bereich für unsere Gesellschaft» (Spiegel 47/2005: 38), die Gesellschaft für deutsche Sprache wählt das Wort ‹Praxisgebühr› zu einem der zehn Unwörter des Jahres 2004 und die Ärzte der altehrwürdigen Charité in Berlin streiken für die Sicherung ihrer Interessen. Grund dafür ist die Gesundheitsreform 2003, das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (im Folgenden GMG). Die These von der Unfinanzierbarkeit der Sozialen Sicherungssysteme hat in der Öffentlichkeit zu heftigen Auseinandersetzungen geführt; mit dem GMG bereitete die letzte Bundesregierung den Boden für strukturelle Veränderungen des deutschen Gesundheitswesens.
Die Analyse des gesundheitspolitischen Diskurses untersucht die sprachlichen Äußerungen der Akteure des Gesundheitssystems und der Adressaten der Gesundheitsreform im Jahr 2004. Dabei wird bewusst der öffentliche Diskurs einem Spezialdiskurs der sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Disziplinen vorgezogen; das Interesse gilt vielmehr der Darstellung des Themenbereichs Gesundheit/Krankheit in einer öffentlichen Arena, in der sich die Medien als bedeutender Teil der gesellschaftlichen Wissensproduktion und -vermittlung darstellen.
I EINLEITUNG: In diesem Kapitel wird das Forschungsthema abgegrenzt, die zentralen Ziele der Arbeit definiert und der methodische sowie inhaltliche Aufbau des Vorhabens erläutert.
II GESUNDHEITSPOLITIK: Es erfolgt eine theoretische Einführung in die Grundlagen der Gesundheitspolitik, die Strukturierung des deutschen Gesundheitssystems sowie eine Darstellung der zentralen Akteure und sozialpolitischen Interventionen.
III METHODOLOGIE UND METHODIK: Dieser Teil beschreibt den wissenssoziologischen Ansatz der Diskursanalyse sowie die methodische Vorgehensweise bei der Literaturrecherche, der Datenauswahl und der Feinanalyse.
IV ANALYSE DES GESUNDHEITSPOLITISCHEN DISKURSES: Der empirische Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der Diskursanalyse, unterteilt in verschiedene thematische Schwerpunkte wie Definitionsmacht, soziale Sicherung und Lenkungsmechanismen.
V DISKUSSION: Hier werden die Ergebnisse der Analyse interpretiert, in den Kontext gesellschaftlicher Veränderungsprozesse eingeordnet und kritisch reflektiert.
VI ZUSAMMENFASSUNG: Dieses Kapitel liefert eine abschließende Synthese der wesentlichen Erkenntnisse der Analyse hinsichtlich der Strukturen der Auseinandersetzung im Gesundheitswesen.
Gesundheitspolitik, Diskursanalyse, Gesundheitsreform 2003, GMG, Gesundheitswesen, Macht, Wissenssoziologie, Medien, Sprachgebrauch, Krankenkassen, Soziale Sicherung, Ökonomisierung, Patienten, Kommunikation, Deutungsmacht.
Die Arbeit analysiert, wie die Gesundheitsreform 2003 in der deutschen Tagespresse öffentlich verhandelt und diskursiv konstruiert wurde.
Zu den Schwerpunkten zählen die Definitions- und Handlungsmacht, die Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme, die Lenkung der Gesundheitsversorgung sowie Fragen von Armut und Normalität.
Das Ziel ist die Rekonstruktion der Prozesse, durch die verschiedene Akteure symbolische Ordnungen und Machtverhältnisse im Gesundheitswesen mittels Sprache herstellen und beeinflussen.
Es wird der Ansatz der wissenssoziologischen Diskursanalyse nach Reiner Keller in Kombination mit dem Instrument der Kollektivsymbolik nach Jürgen Link angewandt.
Der Hauptteil befasst sich mit der empirischen Analyse von Zeitungsartikeln, der Kategorisierung der Ergebnisse und deren Interpretation im soziokulturellen Kontext.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Diskursanalyse, Gesundheitsmarkt, Machtressourcen, sprachliche Bilder und Systemwandel aus.
Die Auswahl erfolgte aufgrund ihrer Rolle als meinungsführende Medien in Berlin, die ein breites Spektrum politischer Diskurse im Untersuchungszeitraum widerspiegeln.
Die Krankenkassen fungieren im Diskurs als Akteure, die durch das neue Gesetz an Steuerungsbefugnissen gewinnen, aber gleichzeitig von verschiedenen Gruppen für die Folgen der Reform verantwortlich gemacht werden.
Die Praxisgebühr wird nicht nur als finanzielle Maßnahme, sondern primär als symbolisch aufgeladenes Element begriffen, das Kaskaden von Bildern und Begründungen in der öffentlichen Debatte auslöst.
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