Magisterarbeit, 2006
144 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Inhaltliche Leitlinien der Arbeit
1.3. Methodisches Vorgehen
2. Förderung der Mehrsprachigkeit in Europa
2.1. Bildungspolitische Rahmenbedingungen für das Erlernen von Fremdsprachen
2.1.1. Stellung der Sprachen in den Lehrplänen der Europäischen Union
2.1.2. Fremdsprachenunterricht an deutschen und polnischen Schulen
2.2. Das Nachbarsprachenmodell als einer der Wege zur Sicherung der Mehrsprachigkeit in Europa
3. Vermittlung von Mehrsprachigkeit im Rahmen bilingualer Bildungsgänge
3.1. Begriffsbestimmungen
3.2. Ziele und Motive für die Einrichtung bilingualer Angebote
3.3. Bilinguale Bildungsgänge in Deutschland und in Polen
3.3.1. Gestaltung und Struktur des bilingualen Lernens in Deutschland
3.3.2. Gestaltung und Struktur des bilingualen Lernens in Polen
3.4. Desiderata und Perspektiven
4. Motivationsforschung im Fremdsprachenunterricht
4.1. Klärung der Begriffe: Motiv, Motivation und Einstellung
4.2. Motivationskonzeptionen für den Fremdsprachenunterricht
4.3. Motivation der Lerner zur Verwendung einer Fremdsprache im Sachfachunterricht
5. Empirische Untersuchung am Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz
5.1. Vorstellen der Schule
5.1.1. Entwicklung des binationalen Bildungsganges
5.1.2. Zugangsvoraussetzungen und Aufnahmeprüfung
5.1.3. Struktur des binationalen-bilingualen Bildungsganges Polnisch (Sekundarstufe I und II)
5.1.4. Unterrichtsergänzende Angebote
5.2. Fragestellungen und Hypothesen der Untersuchung
5.3. Methoden der Untersuchung
5.3.1. Schriftliche Befragung
5.3.2. Auswahl der Stichprobe
5.3.3. Durchführung der Befragung
6. Untersuchungsergebnisse
6.1. Einstellungen der polnischen und deutschen Schüler zum Besuch des binationalen-bilingualen Zweiges (Fragen im Bereich A)
6.2. Gründe für die Sprachwahl (Fragen im Bereich B)
6.3. Einschätzung des Gebrauchs der Fremdsprache im Sachfachunterricht (Fragen im Bereich C)
6.4. Zusammenhang zwischen der Berufsvorstellung der Schüler und dem Besuch des binationalen-bilingualen Zweiges respektive Motivation zum Erlernen der polnischen bzw. deutschen Sprache (Fragen im Bereich D)
7. Resümee und Diskussion der Ergebnisse der Erhebung
Die Arbeit untersucht die Motivation zum Erlernen der polnischen bzw. deutschen Sprache im binationalen-bilingualen Zweig des Augustum-Annen-Gymnasiums Görlitz sowie die Einstellungen zum bilingualen Sachfachunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Nachbarsprachenmodells.
2.1.2. Fremdsprachenunterricht an deutschen und polnischen Schulen
In der Bundesrepublik Deutschland dauert die Vollzeitschulpflicht in den meisten Ländern (allgemeine Schulpflicht) 9 Jahre, in 4 Ländern 10 Jahre, und die anschließende Teilzeitschulpflicht (Berufsschulpflicht) 3 Jahre. Die Durchlässigkeit zwischen den Schularten und die Anerkennung der Schulabschlüsse sind bei Erfüllung der zwischen den Ländern vereinbarten Voraussetzungen grundsätzlich gewährleistet. Eine ausführliche Darstellung der Grundstruktur des Bildungswesens in der BRD ist dem Anhang zu entnehmen.
Das Sprachangebot ist in Deutschland besonders breit gefächert. Laut einem Bericht der KMK stehen in den einzelnen Ländern vor allem die in den Eingangsklassen der weiterführenden allgemein bildenden Schulen unterrichteten Sprachen (z.B. Englisch, Französisch) zur Wahl, in Grenzgebieten vor allem die Sprache des Nachbarlandes (z.B. Polnisch, Tschechisch, Dänisch, Niederländisch) sowie Sprachen, die im Siedlungsgebiet von Minderheiten (z.B. Sorbisch/Wendisch) oder von ausländischen Mitbürgern gesprochen werden (z.B. Italienisch, Russisch, Türkisch).
In fast allen Ländern der BRD wird bereits eine flächendeckende Versorgung mit Fremdsprachenunterricht im Pflichtbereich der Klassen 3 und 4 gesichert. Darüber hinaus bieten zahlreiche Länder zusätzlich Fremdsprachenunterricht in den Jahrgangsstufen 1 und 2 an, so als Begegnungssprache, Modellversuch bzw. Schulversuch, als Angebot an ausgewählten Standorten, als Arbeitsgemeinschaft, Schulprojekt, bilinguale Klasse oder sogar als flächendeckenden Pflichtunterricht.
Die Entwicklung des Fremdsprachenlernens in den deutschen Grundschulen ist in den letzten Jahren durch eine gewisse Dynamik gekennzeichnet. Fremdsprachenlernen soll in der Grundschule immer stärker als Normalität verstanden und gestaltet werden und ist demzufolge in eine schulartübergreifende Gesamtkonzeption einzubinden.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Motivation von Schülern in binationalen Zweigen zu untersuchen, und erläutert die Leitlinien sowie das methodische Vorgehen.
2. Förderung der Mehrsprachigkeit in Europa: Analysiert bildungspolitische Rahmenbedingungen und stellt das Nachbarsprachenmodell als Instrument zur Sicherung der europäischen Mehrsprachigkeit vor.
3. Vermittlung von Mehrsprachigkeit im Rahmen bilingualer Bildungsgänge: Diskutiert Begriffsbestimmungen, Ziele und die spezifische Ausgestaltung bilingualer Angebote in Deutschland und Polen.
4. Motivationsforschung im Fremdsprachenunterricht: Erörtert theoretische Ansätze der Motivationsforschung und deren Anwendung auf den Fremdsprachenunterricht sowie bilinguale Module.
5. Empirische Untersuchung am Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz: Stellt das Untersuchungsobjekt, das methodische Vorgehen und die aufgestellten Hypothesen der empirischen Befragung detailliert dar.
6. Untersuchungsergebnisse: Wertet die Daten der Schülerbefragung aus, insbesondere im Hinblick auf Einstellungen, Sprachwahlgründe und den Gebrauch der Fremdsprache im Geografieunterricht.
7. Resümee und Diskussion der Ergebnisse der Erhebung: Führt eine abschließende Interpretation der Untersuchungsergebnisse durch und prüft die zu Beginn formulierten Hypothesen.
Mehrsprachigkeit, bilinguale Bildungsgänge, Nachbarsprachenmodell, Motivationsforschung, Fremdsprachenunterricht, Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz, deutsch-polnische Beziehungen, Sprachlernmotivation, Sachfachunterricht, CLIL, Schülereinstellungen, Bildungspolitik, Grenzregionen, Sprachwahlgründe, empirische Untersuchung.
Die Magisterarbeit untersucht das Nachbarsprachenmodell in der Praxis, fokussiert auf die Einstellungen und die Motivation von deutschen und polnischen Schülern beim Erlernen der jeweils anderen Sprache in einem bilingualen Bildungsgang.
Die Arbeit deckt die europäische Sprachenpolitik, die Theorie der Motivationsforschung, die Struktur bilingualer Bildungsgänge in Deutschland und Polen sowie die konkrete empirische Untersuchung an einer binationalen Schule in Görlitz ab.
Das Hauptziel besteht darin, die Motivation der Schüler zum Sprachenlernen im binationalen-bilingualen Zweig zu erforschen und Einblicke in ihre Einschätzung des bilingualen Sachfachunterrichts zu gewinnen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem eine schriftliche Befragung der Schüler durchgeführt wurde, die sowohl offene als auch geschlossene Fragen zu den Einstellungen und Lernmotivationen enthielt.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung der Motivationsforschung und der Konzepte bilingualer Bildungsgänge die Ergebnisse einer empirischen Studie am Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz detailliert präsentiert und diskutiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Mehrsprachigkeit, bilinguale Bildungsgänge, Nachbarsprachenmodell, Fremdsprachenerwerb, Sprachlernmotivation sowie deutsch-polnische Schulpartnerschaften.
Das Gymnasium bietet einen einzigartigen deutsch-polnischen Bildungsgang, der die Untersuchung der Motivation von Schülern in einem spezifischen grenzüberschreitenden Kontext ermöglicht, welcher zukunftsorientiert und hochaktuell ist.
Die Studie zeigt, dass diese Vorgehensweise von der Mehrheit der Schüler positiv bewertet wird, da sie den Fokus auf den fachlichen Gebrauch der Sprache legt, anstatt die Lernenden durch grammatikalische Korrektheit unter Druck zu setzen.
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