Bachelorarbeit, 2006
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Corporate Governance: Definition, wissenschaftliche Einordnung und Geschichte
2.1. Definition
2.2. Wissenschaftliche Einordnung zwischen Ökonomie und Philosophie
2.3. Geschichte der Corporate Governance
2.4. Geschichte der Corporate Governance in Deutschland
3. Das Instrument des Deutschen Corporate Governance Kodex
3.1. Corporate Governance Systeme
3.2. Das Deutsche Corporate Governance-System im Wandel
3.3. Funktionsweise des Deutschen Corporate Governance Kodex
3.4. Die Regulierungs- und Erfolgswirkung des DCGK
4. Der inhaltliche Regelungsumfang des Deutschen Corporate Governance Kodex
4.1. Die Hauptversammlung
4.1.1. Der Rückgang der HV-Präsenzen
4.1.2. Der Dividendenbonus
4.1.3. Aufsichtsratswahl-Verfahren
4.2. Der Vorstand
4.2.1. ‚The Greed Cycle’
4.2.2. Erfolgsabhängige Vergütungssysteme
4.2.3. Offenlegung von Managergehältern
4.3. Der Aufsichtsrat
4.3.1. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsräte
4.3.2. Die Aufsichtsratsgröße und weitere Regelungsdefizite
4.3.3. Aufsichtsrat und Vergütung
4.3.4. Das Mitbestimmungsgesetz
4.4. Der Abschlussprüfer
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert kritisch den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vor dem Hintergrund des deutschen Insider-Systems. Ziel ist es, die Funktionsweise, Regulierungsmechanismen und inhaltlichen Schwachstellen des Kodex zu untersuchen sowie die Notwendigkeit einer interdisziplinären Erweiterung um wirtschafts- und unternehmensethische Aspekte aufzuzeigen, um das Vertrauen der Kapitalmarktteilnehmer langfristig zu stärken.
1. Einführung
Nicht erst in der jüngeren Vergangenheit hat die Unzulänglichkeit bisher angewandter Steuerungs- und Kontrollmechanismen börsennotierter Unternehmen zu einer Vielzahl weit beachteter Unternehmensskandale und damit nachhaltigen Nutzenverlusten für Share- wie Stakeholder geführt. Wissenschaftlich beobachtet werden die Kontroll- und Leitungsstrukturen der Unternehmung vielmehr bereits seit den grundlegenden Arbeiten von Berle/Means in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Gegenstand wissenschaftlicher Beobachtung. Dies gilt insb., weil Unternehmens-Skandale zu einer nachhaltigen Vertrauenserosion gegenüber Wirtschaftsunternehmen geführt haben – sei es durch vorsätzlich gefälschte Bilanzierung oder andere Formen der Missachtung legitimer Ansprüche von Aktionären und sonstigen Stakeholdern.
Gerade für Deutschland belegen Studien ein außergewöhnlich hohes Misstrauens-Ausmaß gegenüber Großunternehmen und deren Führungskräften: 69 % der deutschen Bevölkerung vermuten bei Managern unmoralische Verhaltensweisen (internationaler Mittelwert 39 %), 70 % bezeichnen Wirtschafts-Führungskräfte gar als insgesamt unehrenhaft handelnd. Die hierzulande vergleichsweise stark ausgeprägte Markt-Skepsis muss so auch in einem engen Zusammenhang zu dem als unmoralisch wahrgenommenen Handeln einzelner Manager gesehen werden. Vertrauensdefizite können dabei ökonomisch schwerwiegende Konsequenzen für Volkswirtschaften verursachen: Ein von restriktiver Risikobereitschaft geprägtes wirtschaftliches Verhalten der Anleger und Konsumenten beeinträchtigt langfristig die Gewinnmaximierungs- bzw. Nutzensteigerungs-Interessen aller Akteure, da das ordnungspolitische Konzept der freien Marktwirtschaft essenziell auf gegenseitigem Grundvertrauen der Akteure basiert.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Vertrauenskrise gegenüber Großunternehmen aufgrund von Unternehmensskandalen und definiert die Notwendigkeit von Corporate Governance zur Restabilisierung der Marktwirtschaft.
2. Corporate Governance: Definition, wissenschaftliche Einordnung und Geschichte: Dieses Kapitel erläutert die heterogenen Begriffsauffassungen und die wissenschaftliche Einordnung der Corporate Governance zwischen Ökonomie und Philosophie sowie deren historische Entwicklung.
3. Das Instrument des Deutschen Corporate Governance Kodex: Hier wird der DCGK als Instrument zur Selbstregulierung im deutschen Kontext vorgestellt und die Funktionsweise sowie die Auswirkungen auf das Insider-System diskutiert.
4. Der inhaltliche Regelungsumfang des Deutschen Corporate Governance Kodex: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Regelungen zu Hauptversammlung, Vorstand, Aufsichtsrat und Abschlussprüfer unter Aufdeckung bestehender Defizite.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit beurteilt den DCGK als bislang nur teilweise erfolgreiches Instrument und fordert eine Ergänzung durch individualethische Ansätze zur Stärkung der Unternehmensführung.
Corporate Governance, DCGK, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Vorstand, Aktionärsschutz, Transparenz, Interessenskonflikt, Unternehmensethik, Kapitalmarkt, Selbstregulierung, Compliance, Vertrauen, Mitbestimmung, Principal-Agent-Konflikt.
Die Arbeit untersucht den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) kritisch im Hinblick auf seine Effektivität und Eignung, das Vertrauen der Anleger in deutsche börsennotierte Unternehmen zu stärken.
Im Zentrum stehen die Kontrollstrukturen in Aktiengesellschaften, die Rolle des Vorstandes und Aufsichtsrates, Vergütungsfragen sowie die Bedeutung der Transparenz im deutschen Kapitalmarkt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Kodex zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, jedoch aufgrund struktureller Defizite und einer mangelnden Einbettung ethischer Dimensionen seine erhoffte Wirkung noch nicht voll entfalten konnte.
Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer und wirtschaftsethischer Konzepte sowie die kritische Auswertung existierender empirischer Studien zur Kodex-Erfüllung.
Der Hauptteil analysiert die konkreten Regelungsbereiche des DCGK: die Hauptversammlung, die Vorstandsvergütung (insb. den 'Greed Cycle'), die Aufsichtsratsstruktur und -vergütung sowie das Mitbestimmungsgesetz.
Die zentralen Schlagworte sind Corporate Governance, DCGK, Transparenz, Anlegerschutz, Unternehmensethik und Interessenskonflikte.
Der Autor identifiziert diesen als ein ernsthaftes Problem der Vergütungspraxis, das durch die bestehenden Regeln des Kodex bisher nur unzureichend adressiert wird.
Er kritisiert, dass das Mitbestimmungsgesetz in seiner jetzigen Form zwar für sozialen Frieden sorgt, jedoch in internationalen Konzernen an Legitimationskraft verliert und die unternehmerische Flexibilität einschränken kann.
Der Autor betont, dass die Unabhängigkeit der Aufsichtsräte im deutschen dualistischen System durch Interessenvertretungen und Überkreuzverflechtungen strukturell eingeschränkt ist und fordert strengere Kriterien.
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