Examensarbeit, 2002
99 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
Teil 1
2. Was sagt uns Wode zum Thema Psycholinguistik?
2.1 Was bedeutet die Theorie Wodes für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache?
2.2 Merkmale der Persönlichkeitsstruktur nach Wode
2.3 Zusammenfassung von Wode
3. Verschiedene Standpunkte der Wissenschaft zur Metalinguistik
3.1 Jakob Ossner zum Thema Metalinguistik
3.1.1 Differenzierung der Begriffe „Sprachthematisierung-Sprachaufmerksamkeit“ in Bezug auf die Metalinguistik (J. Ossner)
3.2 Hildegard Gornik und ihre Position zur metasprachlichen Entwicklung bei Kindern
3.3 Gudula Lists Bezug zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten (aus der Sicht der Sprachpsychologie)
3.3.1 Das Sprachmodell Gomberts, bezogen auf die Darstellung von G. List
3.4 Raphael Bertheles Standpunkt zur Metalinguistik
3.5 Zusammenfassung der verschiedenen Standpunkte
Teil 2 A
4. Die verschiedenen Spracherwerbstypen
5. Zum Problem der Fachsprachen
5.1 Sprachliche Bezugsnormen in der Schule
Teil 2 B
6. Ablauf zum praktischen Teil, Beobachtungsphase
6.1 Zielgruppe
6.1.1 Methodische Grundlagen
6.1.2 Ablauf
6.1.3 Gesprächsprotokolle
7. Beobachtung in der Grundschulklasse, 3b, Comeniusschule, VPN 1 und VPN 2
7.1 Zusammensetzung der Klasse 3b (nichtdeutscher Schüler/Innen)
7.1.2 Die Sitzordnung der Klasse 3b, Comeniusschule
8. Gesprächsprotokolle (Comeniusschule) VPN 1 und VPN 2
8.1 Comeniusschule, 11.04.2002, Donnerstag, 3b
8.1.1 Unterrichtsinhalt
8.1.2 Gesprächsprotokoll (1)
8.1.3 Analyse zum Gesprächsverhalten von VPN 1und VPN 2
8.1.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
8.1.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
8.2 Comeniusschule, 12.04.2002, Freitag, 3b
8.2.1 Unterrichtsinhalt
8.2.2 Gesprächsprotokoll (2)
8.2.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
8.2.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
8.2.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
9. Beobachtung in der Grundschulklasse, 3c, Münzengergerschule, VP 1 UND VP 2
9.1 Zusammensetzung der Klasse 3c, Münzenbergerschule
9.1.2 Die Sitzordnung der Klasse 3c
10. Gesprächsprotokolle (Münzenbergerschule)
10.1 Münzenbergerschule, 22.04.2002, Montag, 3c
10.1.1 Unterrichtsinhalt
10.1.2 Gesprächsprotokoll (1a)
10.1.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
10.1.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
10.1.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
10.2 Münzenbergerschule, 23.04.2002, Dienstag, 3c
10.2.1 Unterrichtsinhalt
10.2.2 Gesprächsprotokoll (2a)
10.2.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
10.2.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
10.2.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
10.3 Münzenbergerschule, 24.04.2002, Mittwoch, 3c
10.3.1Unterrichtsinhalt
10.3.2 Gesprächsprotokoll (3a)
10.3.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
10.3.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
10.3.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
10.4 Münzenbergerschule, 29.04.2002, Montag, 3c
10.4.1Unterrichtsinhalt
10.4.2 Gesprächsprotokoll (4a)
10.4.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
10.4.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
10.4.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
10.5 Münzenbergerschule, 30.04.2002, Dienstag, 3c
10.5.1Unterrichtsinhalt
10.5.2 Gesprächsprotokoll (5a)
10.5.3 Analyse zum Gespräch von VPN 1und VPN 2
10.5.4 Bemerkungen zur Semantik, zur Morphologie und Syntax
10.5.5 Analyse zum Gesprächsverhalten der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
Teil 3
11. Gesamtauswertung der beobachteten Unterrichtsstunden
12. Gesamtauswertung des Gesprächsverhaltens der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung
13. Analyse zur gesamten Beobachtungsphase in Bezug auf die Semantik, der Morphologie und der Syntax
14. Die Möglichkeit eines interkulturellen Unterrichts
15. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung metalinguistischer Bewusstheit bei Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache im schulischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, anhand von Beobachtungen in Grundschulklassen aufzuzeigen, auf welcher sprachlichen Ebene sich diese Schülerinnen und Schüler befinden, wie sie über Texte sprechen und inwiefern ihr vorhandenes Sprachbewusstsein von den Lehrpersonen wahrgenommen und gefördert wird.
1. Einleitung
Es kommt immer wieder vor, dass Kinder aus Migrantenfamilien (teilweise bis hin zur 4. Generation) eingeschult werden und zu Beginn der Schulpflicht mit kaum nennenswerten Sprachkenntnissen der deutschen Sprache ausgestattet sind. Nach Glumpler und Apeltauer scheint dies ein „neueres Phänomen“ zu sein. Häufiges Beklagen der Lehrkräfte über den sprachlichen Stand der Schüler/Innen und auch Frustration in punkto Sprachentwicklung, trotz großer Bemühungen der Lehrer/Innen, kommt häufig zum Vorschein.
In meiner Arbeit werde ich zwar nicht auf das oben genannte Problem eingehen, doch werde ich versuchen aufzuzeigen, inwieweit Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache über ein „Sprachgefühl“ oder gar über ein metasprachliches Bewusstsein verfügen. Dies wird mein Schwerpunkt in der vorliegenden Arbeit sein.
Da ich vermute, dass Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache eine frühe metalinguistische Entwicklung oder zumindest ein spezifisches Bewusstsein für Sprache entwickeln, dies aber häufig verkannt wird, habe ich mich entschlossen in Form einer wissenschaftlichen Hausarbeit dieser Vermutung nachzugehen. Durch meine Themenwahl: „Gespräche über Texte. Zur Entwicklung metalinguistischer Bewusstheit bei Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache“, sehe ich die Möglichkeit, anhand der Äußerungen der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache festhalten zu können, auf welcher sprachlichen Ebene sie sich befinden. Dieser Frage werde ich durch eine 3 - wöchige Beobachtung in zwei Grundschulen nachgehen. Meine Zielgruppen sind zwei Klassen der 3. Jahrgangsstufe zweier Frankfurter Schulen.
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der zentralen Forschungsfrage bezüglich der metalinguistischen Bewusstheit bei Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache sowie des methodischen Vorgehens durch Beobachtungen.
2. Was sagt uns Wode zum Thema Psycholinguistik?: Erläuterung der Unterscheidung zwischen unbewusstem und bewusstem Lernen sowie Diskussion der Faktoren, die den Zweitspracherwerb beeinflussen.
3. Verschiedene Standpunkte der Wissenschaft zur Metalinguistik: Skizzierung der theoretischen Debatten über Sprachbewusstsein und metasprachliches Verhalten verschiedener Wissenschaftler.
4. Die verschiedenen Spracherwerbstypen: Klassifizierung unterschiedlicher Typen mehrsprachiger Lerner zur Eingrenzung der Zielgruppe der Beobachtungen.
5. Zum Problem der Fachsprachen: Erörterung der Bedeutung schulischer Fachsprache und der Schwierigkeiten beim Erwerb von Bedeutungsvarianten für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache.
6. Ablauf zum praktischen Teil, Beobachtungsphase: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Auswahl der Zielgruppen und des Rahmens der Gesprächsprotokolle.
7. Beobachtung in der Grundschulklasse, 3b, Comeniusschule, VPN 1 und VPN 2: Vorstellung der Rahmenbedingungen und der Zusammensetzung der ersten untersuchten Schulklasse.
8. Gesprächsprotokolle (Comeniusschule) VPN 1 und VPN 2: Detaillierte Analyse der Unterrichtsgespräche, des Sprachverhaltens der Kinder und der Lehrerreaktionen.
9. Beobachtung in der Grundschulklasse, 3c, Münzengergerschule, VP 1 UND VP 2: Beschreibung der Rahmenbedingungen und der Sitzordnung der zweiten untersuchten Schulklasse.
10. Gesprächsprotokolle (Münzenbergerschule): Ausführliche Analyse der beobachteten Unterrichtsstunden, einschließlich der Sprachproduktion der Schüler und des Lehrer-Schüler-Interaktionsverhaltens.
11. Gesamtauswertung der beobachteten Unterrichtsstunden: Zusammenfassende Analyse der Ergebnisse hinsichtlich des Sprachunterrichts und der fehlenden Förderung metalinguistischer Fähigkeiten.
12. Gesamtauswertung des Gesprächsverhaltens der Lehrerin unter dem Aspekt der sozioemotionalen Färbung: Kritische Reflexion über die rigide Lehrerhaltung und das Fehlen interkultureller Ansätze.
13. Analyse zur gesamten Beobachtungsphase in Bezug auf die Semantik, der Morphologie und der Syntax: Zusammenfassung der festgestellten Erwerbsprobleme und des Fehlens reflexiver Kontrolle durch die Lerner.
14. Die Möglichkeit eines interkulturellen Unterrichts: Plädoyer für einen interkulturellen Ansatz, der die Sprachkompetenz der Schüler wertschätzt und fördert.
15. Schluss: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Forderung nach einem Umdenken in Schulen hin zur Akzeptanz und Nutzung von Mehrsprachigkeit.
Metalinguistische Bewusstheit, Zweitspracherwerb, Sprachaufmerksamkeit, Sprachthematisierung, Fachsprache, Interkultureller Unterricht, Sprachreflexion, Psycholinguistik, Erstspracherwerb, Mehrsprachigkeit, Lernerstrategien, Sprachdidaktik.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, ob und wie Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache ein metalinguistisches Bewusstsein entwickeln und wie dieses in der schulischen Praxis durch Lehrerinnen und Lehrer wahrgenommen wird.
Zentrale Felder sind die Psycholinguistik (insbesondere nach Henning Wode), die Bedeutung von Fachsprache in der Schule, die Problematik der Sprachbewertung sowie die Analyse metasprachlicher Äußerungen bei Grundschülern.
Das Ziel ist es, herauszufinden, auf welcher sprachlichen Ebene sich Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache befinden und inwieweit ihr Potenzial zur Sprachreflexion durch den Unterricht erkannt oder verkannt wird.
Es wurde eine qualitative Beobachtungsmethode gewählt. Über einen Zeitraum von drei Wochen wurden an zwei Frankfurter Grundschulen Unterrichtsstunden beobachtet und Gesprächsprotokolle angefertigt, die anschließend analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zur Psycholinguistik, eine differenzierte Analyse von Gesprächsprotokollen aus verschiedenen Unterrichtsstunden sowie die kritische Auswertung des Gesprächsverhaltens der Lehrpersonen.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Metalinguistische Bewusstheit, Zweitspracherwerb, Sprachaufmerksamkeit, Sprachdidaktik und interkulturellen Unterricht.
Der Autor argumentiert, dass ein negatives Lehrerverhalten oder ein Mangel an Sensibilität gegenüber sprachlichen Fehlern das Selbstvertrauen der Kinder nachhaltig schwächen und den Spracherwerb sowie die Sprachfreude massiv hemmen kann.
Es wird ein starkes Plädoyer für einen interkulturellen Unterricht gehalten, der die vorhandenen Sprachpotenziale der Kinder nutzt, statt nur auf defizitären Ansätzen zu verharren, und eine bessere Ausbildung der Lehrkräfte im Bereich "Deutsch als Zweitsprache" fordert.
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