Diplomarbeit, 2005
89 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Das Stuttgarter Verfahren
2.1 Einordnung des Verfahrens
2.2 Ermittlung des Anteilswert mit Hilfe des Stuttgarter Verfahrens
2.2.1 Regelbewertung
2.2.1.1 Vermögenswert
2.2.1.2 Ertragshundertsatz
2.2.1.3 Bestimmung des Gemeinen Wertes
2.2.1.4 Abschläge und Zuschläge
2.2.2 Sonderregelungen
2.3 Risikoberücksichtigung im derzeitigen Stuttgarter Verfahren
3 Identifikation von Risiken mittels einer modifizierten Due-Diligence
3.1 Der Risikobegriff
3.2 Steuerliche Risiken
3.2.1 Arten von Steuerrisiken
3.2.2 Informationsquellen
3.2.3 Tax-Due-Diligence vs. Betriebsprüfung
3.3 Rechtliche Risiken
3.3.1 Arten von Rechtsrisiken
3.3.2 Informationsquellen
3.4 Umweltrisiken
3.4.1 Arten von Umweltrisiken
3.4.2 Informationsquellen
3.5 Risiken im personellen Bereich
3.5.1 Harte Fakten
3.5.2 Weiche Fakten
3.6 Marktrisiken
3.6.1 Unternehmensumweltanalyse
3.6.1.1 Globale Unternehmensumweltanalyse
3.6.1.2 Geschäftsfeldanalyse
3.6.2 Unternehmensanalyse
3.6.2.1 Konkurrentenanalyse
3.6.2.2 Kundenzentrierte Analyse
3.6.3 Informationsquellen
3.7 Finanzielle Risiken
3.7.1 Rechnungswesenorganisation und Informationssysteme
3.7.2 Vergangenheitsanalyse
3.7.3 Planungsanalyse
3.8 Checkliste als Instrument zur Risikoidentifikation
4 Quantitative Risikoanalyse
4.1 Erwartungswert
4.2 Risikoportfolio
4.3 Wahrscheinlichkeitsverteilung
4.4 Monte Carlo-Simulation
4.5 Abschlag vom Gemeinen Wert
4.6 Kritik an einer exakten Risikomessung
5 Praktikabler Alternativvorschlag
5.1 Konzept des pauschalen Risikoklassenabschlags
5.1.1 Branchen-Insolvenzrisiko
5.1.2 Unternehmensspezifische Risiko- und Insolvenz-Kennzahlen
5.1.2.1 Eigenkapitalquote
5.1.2.2 Statische Liquidität
5.1.2.3 Dynamischer Verschuldungsgrad
5.1.3 Endgültige Risikoklasse und Risikoklassenabschlag
5.2 Kritische Betrachtung des pauschalen Risikoklassenabschlags
6 Fallbeispiel
6.1 Fallbeschreibung
6.2 Wertermittlung mittels des derzeitigen Stuttgarter Verfahrens
6.2.1 Ermittlung des Vermögenswerts
6.2.2 Ermittlung des Ertragshundertsatzes
6.2.3 Ermittlung des Gemeinen Werts
6.2.4 Abschläge
6.3 Wertermittlung unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen aus modifizierter Due-Diligence und quantitativer Risikoanalyse
6.3.1 Monte Carlo-Simulation
6.3.2 Risikoabschlag vom Gemeinen Wert
6.4 Wertermittlung unter Berücksichtigung des pauschalen Risikoklassenabschlags
6.4.1 Kriterien
6.4.1.1 Branchen-Insolvenzrisiko
6.4.1.2 Eigenkapitalquote
6.4.1.3 Statische Liquidität
6.4.1.4 Dynamischer Verschuldungsgrad
6.4.2 Endgültige Risikoklasse und Risikoabschlag
6.5 Vergleich der Verfahren
7 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung von Methoden, um das unternehmerische Risiko bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im Rahmen des Stuttgarter Verfahrens (SV) als Abschlag zu berücksichtigen, ohne dabei die Praktikabilität des steuerlichen Massenverfahrens zu gefährden.
3.1 Der Risikobegriff
Bevor die einzelnen Arten der DD detailliert betrachtet werden, ist zuerst zu klären, was unter dem Begriff Risiko zu verstehen ist. In der wissenschaftlichen Literatur existiert keine einheitliche Definition des Risikobegriffs. In dieser Arbeit wird Risiko im Sinne der betriebswirtschaftlichen Entscheidungstheorie verstanden. Vereinfacht kann der Begriff wie folgt eingeordnet werden:
Entscheidungssituationen lassen sich in Sicherheit oder Unsicherheit im Hinblick auf ein Handlungsergebnis im Entscheidungszeitpunkt unterscheiden. Bei Entscheidungen unter Sicherheit steht das Ergebnis einer Handlung im Zeitpunkt der Entscheidung bereits fest, da alle notwendigen Informationen vorliegen. Im Fall der Unsicherheit liegen nicht alle notwendigen Daten vor, deshalb ist das Ergebnis einer Handlung unsicher. Risiko und Ungewissheit stellen dabei Unterfälle von Unsicherheit dar. Eine Risikosituation liegt dann vor, wenn die subjektive oder objektive Eintrittswahrscheinlichkeit einer Entscheidung bekannt ist. Bei einer Ungewissheitssituation fehlen jegliche Informationen über die Eintrittswahrscheinlichkeiten von bestimmten Ereignissen.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Mangel an Risikoberücksichtigung bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im Stuttgarter Verfahren und setzt sich zum Ziel, Wege für eine risikoabhängige Modifikation zu erarbeiten.
2 Das Stuttgarter Verfahren: Es erfolgt eine Darstellung des Stuttgarter Verfahrens als erbschaftsteuerliches Mischverfahren sowie eine kritische Analyse, inwiefern bestehende Regelungen bereits unternehmerische Risiken abbilden.
3 Identifikation von Risiken mittels einer modifizierten Due-Diligence: Dieses Kapitel erläutert, wie durch die Adaption des Due-Diligence-Instrumentariums steuerliche, rechtliche, ökologische, personelle, marktbezogene und finanzielle Risiken systematisch identifiziert und analysiert werden können.
4 Quantitative Risikoanalyse: Hier wird beschrieben, wie identifizierte Risiken mathematisch quantifiziert werden können, insbesondere unter Verwendung von Erwartungswerten, Risikoportfolios und der Monte-Carlo-Simulation zur Risikoaggregation.
5 Praktikabler Alternativvorschlag: Es wird ein alternatives Konzept vorgestellt, das auf pauschalen Risikoklassen basiert und durch Kennzahlen wie Branchen-Insolvenzrisiko, Eigenkapitalquote und Liquidität eine einfachere Handhabbarkeit für steuerliche Zwecke bietet.
6 Fallbeispiel: Anhand der fiktiven Cleanfix GmbH wird die Anwendung des derzeitigen Stuttgarter Verfahrens, der quantitativen Risikoanalyse und des Risikoklassenmodells praktisch demonstriert und verglichen.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass während exakte Risikoberechnungen methodisch fundiert sind, der pauschale Risikoklassenabschlag die Anforderungen an ein steuerliches Massenverfahren am besten erfüllt und eine sinnvolle Erweiterung des Stuttgarter Verfahrens darstellt.
Stuttgarter Verfahren, Unternehmensbewertung, Risikoanalyse, Due-Diligence, Monte-Carlo-Simulation, Erbschaftsteuer, Risikoklassenabschlag, Insolvenzrisiko, Eigenkapitalquote, Liquidität, Risikoportfolio, Risikoidentifikation, Steuerrecht, Unternehmenskauf, Unternehmensrisiko.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmensrisiken bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im erbschaftsteuerlichen Stuttgarter Verfahren berücksichtigt werden können.
Die zentralen Felder umfassen die erbschaftsteuerliche Bewertung, die betriebswirtschaftliche Risikoanalyse sowie die Due-Diligence-Prüfung und Methoden zur Risikoquantifizierung.
Ziel ist es, das Stuttgarter Verfahren durch die Integration von Risikoabschlägen zu modifizieren, um den Unternehmenswert unter Berücksichtigung des tatsächlichen unternehmerischen Risikos präziser zu ermitteln.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, betriebswirtschaftliche Due-Diligence-Instrumente zur Risikoidentifikation, quantitative statistische Modelle wie die Monte-Carlo-Simulation sowie eine Fallstudie zum praktischen Methodenvergleich.
Der Hauptteil analysiert das bestehende Stuttgarter Verfahren, identifiziert Risikoquellen mittels Due-Diligence, quantifiziert diese Risiken und entwickelt darauf aufbauend ein praktikables Alternativkonzept auf Basis von Risikoklassen.
Wesentliche Begriffe sind das Stuttgarter Verfahren, Due-Diligence, Risikoaggregation, Monte-Carlo-Simulation und die Praktikabilität in der steuerlichen Bewertung.
Das Stuttgarter Verfahren vernachlässigt in seiner derzeitigen Form die individuelle Risikosituation eines Unternehmens, was zu einer ungenauen Abbildung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen kann.
Es bietet eine objektive, intersubjektiv nachprüfbare und einfache Methode zur Berücksichtigung von Risiken, die den Anforderungen eines Massenverfahrens der Finanzverwaltung entspricht, anstatt hochkomplexe individuelle Simulationen zu erzwingen.
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